WM 2010

Dienstag, 30. Juni 2009

Lernfähig

Es ist noch nicht allzu lange her, da galt die Nachwuchsarbeit in Deutschland als das Kenrproblem des deutschen Fußballs - bewertet irgendwo zwischen katastrophal und nicht existent.

Jetzt hält Deutschland als erstes Land überhaupt in Europa gleichzeitig die Europameistertitel in den Altersklassen U17, U19 und U21.

Auch wenn Titel nicht allein ein Zeichen guter Jugendarbeit sind (und sein sollten), sie sind ohne Frage eine Auszeichnung für und ein deutlicher Hinweis auf gute Arbeit.

Hinter allem Krisengerede erweist sich der deutsche Fußball offenbar als lernfähig (und das mit durchaus deutscher Gründlichkeit) oder zumindest gibt es irgendwo im deutschen Fußball Menschen, die lernen können und wollen.

Wenn sie diese Haltung auf ihre Jugendspieler übertragen können, können aus diesen talentierten Generationen auch gute Profifußballer werden. Denn Erfolge in der Jugend machen einen Nachwuchsspieler nicht zwangsläudig zu einem erfolgreichen (oder auch nur besseren) Fußballer.

Optimistisch stimmt die Aufstellung des gestrigen Finales der U21-EM gegen England. Neun der elf Spieler gehören Profikadern der Bundesliga an. Die meisten von ihnen sind in ihren Vereinen bereits feste Größen. Anders als früher, wo Spieler bis 23 oft noch Welpenschutz genossen (und heute gerne in Oberligamannschaften kicken). Deswegen kann das Fazit dieses Turniers nur lauten: Lasst sie spielen!

Dienstag, 31. März 2009

Das Nichts als Sensation

Ich muss zugeben, dass ich die südamerikanische WM-Qualifikation nur am Rande verfolge. Aber wenn ich mich richtig erinnere, gibt es im Verlauf jeder dieser Qualifkationsrunden irgendwann einmal einen Bericht, dass wahlweise Brasilien oder Argentinien in der Krise und fast vor dem Scheitern steht.

Dieses Mal ist Brasilien nach einem 1-1 in der Höhenluft von Ecuador an der Reihe. Die Selecao liegt zwei Punkte vor dem 5. Platz, der eine Relegation gegen einen Verteter aus Nord-/Mittelamerika bedeuten würde, und 4 Punkte vor dem Ausscheiden.

Vom zweiten Platz trennt Brasilien übrigens ein Punkt. Nicht nur das lässt mich fast daran glauben, dass Brasilien entgegen den Medienberichten am Ende doch bei der WM 2010 dabei sein wird. Nicht nur als Showgirls.

Donnerstag, 20. November 2008

Wir Europäer

Arte zeigte gestern Abend in einem wahren Dokumentations-Marathon gleich drei Folgen seiner sechsteiligen Reihe "Wir Europäer".

Da konnte der Zuschauer etwas über die beginnenden Reformation, das Entstehen des Kapitalismus und erste Ansätze einer eruopäischen Friedensordnung lernen.

Wie heutzutage im öffentlich-rechtlichen Fernsehen üblich, erfährt man so etwas über ein bis drei historische Figuren pro Folge. Was allerdings dem Unterhaltungswert der Reihe keinen Abbruch tut.

Das Ganze war spannend, unterhaltsam und aufschlussreich. Was man über den zeitlgeich stattfindenden europäischen Fußballklassiker zwischen Deutschland und England nicht sagen kann. Nach allem, was man so hört.

Mittwoch, 19. November 2008

Es gibt nichts, was es nicht gibt

Auf der Suche nach irgendetwas interessantem zum heutigen Länderspiel gegen England (nicht Wembley, nicht München, nicht Walcott, nicht Podolski, nicht Helmes) habe ich etwas gefunden, wonach ich gar nicht gesucht habe. Einfach weil ich gar nicht auf die Idee gekommen bin, dass es so etwas gibt:

Fanseiten für Fußballtrainer.

Sowohl Englands Fabio Capello als auch Joachim Löw haben ihre eigene Fanseite im Netz. Löw hat sogar ein paar mehr. Hat Jose Mourinho so etwas auch?

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Ein Blick ins Gästebuch hilft vielleicht

Weiterhin fröhliches Rumgeheule bei der Nationalmannschaft, diesmal jammert wieder Torsten Frings.

Vielleicht wirft der Mann im Lauf des Tages mal einen Blick in das Gästebuch seiner Homepage und hält danach einfach mal die Fresse?

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Der Kindergärtner fährt aus der Haut

Joachim Löw hat ausgesprochen heftig auf die Kritik Michael Ballacks in der FAZ reagiert. In einem Interview auf der Homepage des DFB stellt er sogar Ballacks Zukunft in der Nationalmannschaft in Frage.

Ballack hatte insbesondere die Reservistenrolle Torsten Frings beim Spiel gegen Russland kritisiert. Konkurrenzdruck ja, aber nicht bei jedem, so könnte man Ballacks Aussagen zusammenfassen.

Löw tobt. Immerhin ist Ballack nach Kuranyi und Frings der dritte Spieler, der nach den erfolgreichen Auftritten der Mannschaft gegen Wales und Russland Kritik an der Personalpolitik des Bundestrainers übt. Obendrein ist er der Kapitän der Mannschaft.

Thomas Hitzlsperger und Bastian Schweinsteiger würden jetzt vielleicht einwenden, Ballack wäre nur noch der Kapitän eines Teils der Mannschaft.

Aktuell macht sich jedenfalls der Eindruck breit, bei den deutschen Nationalspielern handle es sich nicht nur um Mimosen und Weicheier, sondern um verwöhnte Kleinkinder, die kurz vor der Einschulung noch schnell von der Windel entwöhnt werden sollen. Sehr unter dem Protest der lieben Kleinen, denen auf einmal kalt um den Arsch wird.

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Spiel um Platz 1

Das hätten sich die Russen auch nicht träumen lassen, dass das heutige Spiel zwischen Deutschland und Wales in Mönchengladbach das Spiel um den ersten Platz in der Qualifikationsgruppe 4 sein würde. Der stets korrekte Trainer Baade listet die europäischen Nationen auf, die aktuell zur WM fahren dürften.

Logisch, dass das eine wunderbare Gelegenheit bietet, das Klische vom Tagesgeschäft Fußball mit Füßen zu treten. Fußball ist keinesfalls ein Tagesgeschäft (außer in Gladbach), sondern ein Saisongeschäft. Abgerechnet wird am Schluss.

Wie schon 1989, als Thomas Häßler Deutschland in der gefühlt allerletzten Sekunde zur WM in Italien schoß. Gegen Wales.

Also geht's in Wirklichkeit gar nicht um Platz 1, sondern um die Optik (der Tabelle). Optisch ganz vorne dabei ist Wales aber in jedem Fall. Mit der wie bereits erwähnt schönsten Flagge Europas.

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Sonntag, 12. Oktober 2008

Der Bus wartet nicht mehr, Herr Kuranyi

Am Ende waren sie sich dann wieder einig, der Bundestrainer und der Stürmer. Kevin Kuranyi verließ in der Halbzeit des Spiels Deutschland-Russland das Dortmunder Stadion und damit die Nationalmannschaft. Joachim Löw erklärte am Sonntag danach, Kuranyi in Zukunft nicht mehr nominieren zu wollen.

Abzuwarten bleibt natürlich, ob der Schalker nicht alles zu einem Missverständnis erklärt, gar nicht habe gehen wollen, sondern nur nach der Pause seinen Platz nicht mehr gefunden habe. Und ob der Bundestrainer das mit der Nichtnominierung gar nicht so gemeint habe. Schließlich gelte das Leistungsprinzip.

Sportliche Gründe, Kevin Kuranyi in die Nationalmannschaft zu berufen, und dort sogar spielen zu lassen, gibt es letztlich kaum. Seine Torquote in der Bundesliga ist zwar ordentlich und braucht sich vor der Konkurrenz nicht zu verstecken. International aber haben sich Podolski und Klose bewährt.
Nicht nur dass sie gut miteinander harmonieren, sie sind auch - und das ist auf internationalem Parkett der entscheidende Vorteil gegenüber dem Schalker - besser in das Spiel der Mannschaft einzubinden. Öfters treffen tun sie obendrein.

Ob er das erkannt hat in der sehr, sehr guten ersten Halbzeit in Dortmund darf allerdings bezweifelt werden. Um nicht irgendjemandem erklären zu müssen, was überhaupt ihn zu diesem Schritt bewogen hat, ließ er seine Sachen im Quartier der Mannschaft von ein paar Freunden abholen:

"Schatz, ich bin ausgezogen. Versuch nicht mich zu erreichen. Bussi, K.", oder so.

Möglicherweise liegt darin das ganze Geheimnis dieser Geschichte: Kuranyi - im Verein mangels Konkurrenz auch bei katastrophalen Leistungen gesetzt - scheut die Auseinandersetzung und die Konkurrenz. Das ist nicht besonders mutig, aber menschlich. Es bedeutet aber auch, dass Kevin Kuranyi internationales Niveau nie erreichen wird.

Freitag, 10. Oktober 2008

Wir warten, Herr Frings

Torsten Frings, Alsdorfer (lies: Aaaaalsdoorfer) Nationalspieler im defensiven Mittelfeld, fordert von Mitspielern, die in der Nationalmannschaft mehr Verantwortung übernehmen wollen, lautstark Taten statt Worte.

Gemeint sind vor allem Simon Rolfes und Thomas Hitzlsperger, die die fehlenden Frings und Ballack zuletzt vertreten haben und dafür viel Lob einheimsen konnten.

Ohne darüber viele Worte zu verlieren, wie z.B. .... äh .... Torsten Frings, der zuletzt vor allem durch lutschige Grätschattacken auf vorbeiflitzende Gegenspieler auffiel. durch lutschige Grätschatacken auf den Luftraum hinter vorbeiflitzenden Gegenspielern auffiel.

Mittwoch, 10. September 2008

Ein anderes Kaliber

Finnland, so sagt Bundestrainer Joachim Löw, ist ein anderes Kaliber als Liechtenstein und wo der Mann Recht hat, hat der Mann Recht.

Bei Liechtenstein denkt man an viel Geld aus zweifelhafter Herkunft (von der Deutschen Post zum Beispiel) und ansonsten ziemlich rasch an die Schweiz.

Bei Finnland hingegen denkt man an kurze helle Sommer, lange dunkle Winter, Filme von Aki Kaurismääki und die Leningrad Cowboys und daran, dass das alles viel besser zu ertragen und genießen ist, wenn man getrunken hat.

Da Alkohol allerdings in Finnland wie im benachbarten Skandinavien ein kostbares, weil teures Gut ist, bringen sich nicht wenige Finnen einfach um.

Vor 25 Jahren war das noch anders. Damals trösteten sich jugendliche Finnen mit ultraschnellem Hardcore-Punk über die langen dunklen Winter hinweg und Gruppen wie Kansan Uutiset (unbedingt Pigs hören!), Kaaos (Fanpage) oder Riistetyt (die gibt's noch! Mit eigener Homepage und die gehen in Brasilien, dem Land des fünfmaligen Weltmeisters auf Tournee! Ich fasse es nicht!) ließen die amerikanische Konkurrenz geschwindigkeitstechnisch ungefähr so weit hinter sich wie ein Space Shuttle ein Rentier.

Finnische Fußballer allerdings haben sich dieses Tempo nie wirklich zu eigen machen können. So sieht Joachim Löw ihre Stärken auch eher in ihrer hervorragenden Organisation und einen guten "Fighting Spirit" (auf englisch sagt man, glaube ich, "Kampfgeist"). Also erwartet uns heute Abend eher eine effektvolle Hardrock-Show statt eines flotten Hardcore-Abends. Loordi statt Kaaos.

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Mir geht's genauso
Ich könnte deinen Text eigentlich so bei mir reinkopieren....
Dülp (Gast) - 30. Okt, 22:23

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