1.FC Köln

Mittwoch, 18. April 2012

Der 1. FC Köln gehört in die 2. Liga

Seit 6 Jahren schreibe ich diesen Blog, zuletzt aus unterschiedlichen Gründen nur sporadisch. Ein paar Jährchen länger bin ich Fan des 1. FC Köln und in all den Jahren wäre mir eine Überschrift wie die unter der dieser Text steht, nicht unter die Finger und auf die Tastatur gekommen.

Aber mal im Ernst, Leute? Was hat der 1. FC Köln in der 1. Liga verloren? Ein Verein, der vom Präsidenten über die Spieler bis zu den Fans von allen guten Geistern verlassen scheint? Nicht scheint - ist.

Da beschließt das Präsidium mal eben so am Samstagabend, dass sie am nächsten Morgen zurücktreten.

Erst ein halbes Jahr später kann der Verein Nachfolger zur Wahl stellen.

Der Starspieler ruft prompt öffentlich zur Wahl der Gegenkandidaten auf.

Der gleiche Starspieler hat sich im übrigen im Winter bei einem Freizeitkick verletzt und fiel wochenlang aus.

Ein anderer Spieler setzt seinen Wagen mit 1,6 Promille in ein Gleisbett.

Sein polnischer Mitspieler verbringt ein paar Wochen später eine Samstagnacht in der Ausnüchterungszelle.

Ein weiterer Profi lässt sich im Festzelt vom Ex seiner neuen Freundin die Nase brechen.

Der Toptorjäger der letzten Jahre gibt in dieser Saison dem Boulevard mehr Interviews als er Tore schießt.

Zwischendurch zwingen ein paar Fans einen Reisebus mit Fans eines anderen Vereins zum Anhalten und bewerfen ihn mit Steinen.

Ein paar noch dümmere Anhänger des Verein wiederholen das ein paar Wochen später auch noch.

Von Fußball habe ich jetzt noch gar nicht geredet. Aber der entspricht zu 100% dieser disziplinlosen Truppe eines disziplinlosen Vereins mit ebensolchen Fans. Das ist nichts neues. Neu ist allenfalls die Qualität der Dämlichkeiten.

Das Erstaunlichste ist: der Club kann immer noch die Klasse halten.

Trotzdem: Gute Leute - auch das wird deutlich in dieser Saison - machen einen großen Bogen um den 1. FC Köln. Weder der Sportdirektoren- noch der Trainerposten ist neu besetzt und man hat nicht den Eindruck, als würden sich die Leute um eine Anstellung beim 1. FC Köln reißen. Warum sollten sie auch?

Donnerstag, 4. August 2011

Was hätte Franz Kremer wohl getan?

In Köln, so sagen manche, versuchen Leute wie Volker Finke und Stale Solbakken dem 1. FC Köln sein kölsches Herz zu rauben, indem sie Trainer wie Frank Schaefer demontieren und Lukas Podolski die Kapitänsbinde rauben.

Doch erinnert man sich an die erfolgreiche Phase des Vereins, fällt auf, dass dieses so genannte "kölsche Herz" keine sonderliche Rolle für den 1. FC Köln gespielt hat. Ganz im Gegenteil.

Als Franz Kremer und Co. den Verein gründeten, zerlegten sie nüchtern kalkulierend die gewachsenen Strukturen zweier Veedelsvereine und düpierten die alteingessenen kölschen Fußballvereine mit der Namensgebung 1. FC Köln. Der FC war seinerzeit weder der erste noch der beste Fußballverein der Stadt.

Aber er hatte den Anspruch, das zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen schuf Kremer in den folgenden Jahren die Strukturen, die den Verein führend nicht nur in Köln, sondern in ganz Deutschland machen sollten.

Für Fußballromantik und kölsches Herz war da kein Platz. Es ging um optimale Bedingungen für erfolgreichen Fußball. Insofern ist ein Volker Finke in seiner konsequenten, aneckenden, alles dem Fußball unterordnenden Art dem Herz des 1. FC Köln weitaus näher als zahlreiche Anhänger dieses Clubs und man sollte sich vielleicht einfach öfter die Frage stellen: Was hätte Franz Kremer wohl getan?

Montag, 25. Juli 2011

Wider die Vernunft

Pedro Geromel ist der neue Kapitän des 1. FC Köln. Trainer Stale Solbakken begründet diese Entscheidung wie folgt: "Unser Ziel ist es, sportlichen Erfolg zu haben, und dafür ist es unerlässlich, Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen."

Das klingt vernünftig. Aber Vernunft spielt rund um den FC keine allzu große Rolle. In Köln müssen solche Entscheidungen dem "Jeföhl" der Fans genügen. Was den mangelnden sportlichen Erfolg des 1. FC Köln in den letzten Jahren durchaus erklären kann...

Mittwoch, 18. Mai 2011

Football according to Stale Solbakken

Liest man die Presseberichte zu Stale Solbakkens Vorstellung gestern in Köln, bleiben zwei Frage meist unbeantwortet:

1. Was sind Stolbakkens Vorstellungen von Fußball?

2. Passt er damit zu Verein und Mannschaft?

Nur der Kicker äußert sich in einem kleinen Abschnitt über Solbakkens Spielvorstellungen:

"Solbakken setzt auf ein offensives 4-4-2 mit offensiven Außen, in dem ein Stürmer hängend agiert. Seine Teams agieren offensiv-erfrischend und defensiv-aggressiv. Zwischen Abwehr und Angriff soll blitzschnell umgeschaltet werden. Pressing, Kombinationsfußball, Flügelspiel - so drei weitere Kennzeichen des Solbakken-Fußballs."

Die restlichen Fachjournalisten schienen sich mehr für den Schulbesuch von Solbakkens Kindern zu interessieren.

Das Spielsystem mit zwei offensiven Außen und einem hängend agierenden Stürmer unterscheidet sich nicht großartig vom in den letzten Jahren in Köln praktizierten 4-2-3-1. Podolski als zentraler Mann der offensiven Dreierkette spielte offensiv ohnehin mit einem Höchstmaß an Freiheiten. Bei den anderen Positionen bleiben die Aufgaben ähnlich verteilt. Groß umstellen muss sich die Mannschaft hierbei also nicht.

Neuen Anforderungen wird sich das Team allerdings in Spieltempo, Umschaltgeschwindigkeit und Aggressivität stellen müssen. Klar, die Mannschaft kann schnell umschalten und zügig nach vorne spielen. Sie neigt aber oft dazu, den Ball im Mittelfeld zu verschleppen. Zum Teil weil nicht der direkte Weg nach vorn gesucht wird, zum Teil weil die Anspielstationen vor sich hindösen.

Auch im Defensivverhalten sind Veränderungen zu erwarten. Der FC ist an guten Tagen ein ungemein diszipliniert agierender, schwer zu überwindender Defensivblock, neigt aber zu einer gewissen Passivität, die sich kaum mit Solbakkens Vorstellungen decken wird.

Anders gesagt: Von der Spielanlage passt Solbakken zum 1. FC Köln, in der Spielumsetzung aber wird er der Mannschaft einiges beibringen müssen. Aber genau dafür ist er geholt worden.

Die Summe richtiger Entscheidungen

Glaubt man vielen Stimmen im Umfeld des 1. FC Köln, hat der Verein eine extrem chaotische Spielzeit hinter sich gebracht und alles, aber auch wirklich alles falsch gemacht. Die Fakten sprechen allerdings eine bemerkenswert andere Sprache.

44 Punkte sind das beste Ergebnis seit dem Wiederaufstieg. So viele Punkte hat der FC seit 10 Jahren nicht mehr eingefahren.

Mit Volker Finke wurde im Winter ein Sportdirektor verpflichtet, der eine lange kritisierte Kompetenzlücke im Verein schließen soll und der in Freiburg gezeigt hat, dass er langfristig konzeptionell arbeiten kann. Also genau das beherrscht, was der FC sich von einem Sportdirektor erhofft.

Gegen den Trend, dass Wintertransfers floppen, gelangen dem 1. FC Köln mit den Verpflichtungen von Slavomir Pezko, Christian Eichner und Michael Rensing drei Volltreffer. Vor allem Torhüter Rensing hatte in der Rückrunde maßgeblichen Anteil am gelungenen Klassenerhalt.

Die Beförderung Frank Schaefers zum Cheftrainer zeigte den Kölnern über Wochen, was für ein Fußball mit dieser Mannschaft möglich ist. Schaefer hat sicherlich den größten Anteil am Klassenerhalt. Drei deftige Niederlagen vor seinem Rücktritt erklären vielleicht aber auch, warum Schaefer nicht länger Trainer im Profi-Fußball sein wollte oder konnte.

Dass es gelang, Volker Finke zu überreden, für drei Spiele die Mannschaft zu übernehmen, war die letzte einiger kluger Entscheidungen. Finke sicherte mit einem kurzen Zwischenspurt und drei Siegen in drei Spielen endgültig den Klassenerhalt, so dass der 1. FC Köln das vierte Jahr in Folge erstklassig spielen wird. Dass das nicht selbstverständlich ist, zeigen Beispiel wie Hertha BSC Berlin und Eintracht Frankfurt und in Köln ist man gut beraten, auf die eigenen Leistungen auch einmal stolz zu sein. Ohne zu vergessen, dass auch für die kommende Spielzeit richtige Entscheidungen nötig sind.

Freitag, 29. April 2011

Die Sachlage (und was man damit machen kann)

Hätte ich Zeit, hätte ich gerne einen Artikel hier veröffentlicht, der die Fakten in all den Geschichten rund um den Trainer Schaefer und seinen Rücktritt zusammenstellt.

Das wäre im Grunde ein kurzer Artikel. Streicht man aus den einschlägigen Presseberichten alles, was nicht durch ein Fakt und eine genannte und damit seriöse Quelle genannt wird, bleibt wenig.

Schaefer tritt zurück, weil er zu der Erkenntnis gelangt ist, dass er der Mannschaft nicht mehr helfen kann. Punkt.

Finke übernimmt widerwillig. Punkt.

Für alles andere bitte ich um Quellenangaben.

Der Spielbeobachter hat sich mehr Zeit genommen, als ich das kann, und einen Artikel über die Mediengeschichte zu diesen Fakten geschrieben, den ich jedem, der irgendwie Interesse am 1. FC Köln hat, dringendst zum Lesen empfehle.

Dienstag, 19. April 2011

Schaefers Nas' muss bleiben

FC-Trainer Frank Schaefer hat heute erklärt, zum Saisonende von seinem Amt als Cheftrainer des 1. FC Köln zurückzutreten. Das ist bedauerlich. Ich hätte es gerne gesehen, wenn Schaefer seinen sportlichen Weg fortgesetzt hätte.

Nun muss das jemand anderes machen. Was uns zu der ersten von zwei Aufgaben führt, die nun vor dem FC liegen.

Er muss einen Trainer finden, der den von Frank Schaefer eingeschlagenen fußballerischen Weg fortsetzen kann. Maßstab dafür ist das Auftreten in den letzten Heimspielen vor Stuttgart. Schaefer ist es in erstaunlich kurzer Zeit gelungen, der Mannschaft eine Spielidee zu vermitteln (auch wenn es - wie bei jeder Fußballmannschaft - nicht immer hingehauen hat). Der neue Trainer muss zu dieser Idee passen. Das ist das entscheidende Kriterium.

Die zweite Aufgabe könnte fast schwieriger werden. Der Verein muss - dringendst - seine Medienarbeit professionalisieren. Eine ganze Reihe unbedachter, zum Teil naiver Aussagen haben in den vergangenen Monaten einer um reißerische FC-Schlagzeilen bemühten Presse viel zu viel Stoff geboten.

Das begann mit einem Interview Frank Schaefers im Herbst, in dem er freimütig über seinen christlichen Glauben erzählte. Vor wenigen Tagen dann ließ sich Sportdirektor Volker Finke zu der eigentlich harmlosen Feststellung hinreißen, dass Schaefers Glaube bei seiner Entscheidung, ob er Trainer bleiben wolle oder nicht, durchaus eine Rolle spiele. Zwischendurch eierte Geschäftsführer Claus Horstmann bei der Frage nach einer Zusammenarbeit mit dem beliebten Trainer über das Saisonende hinaus herum und ein Maulwurf in der Mannschaft versorgte die Kölner Journalisten mit Interna aus den Mannschaftssitzungen.

All das (von den Interna abgesehen) sind Kleinigkeiten, unbedachte Worte. Allerdings mit verheerenden Folgen. Der Verein ist gut beraten, allen seinen Angehörigen sehr deutlich zu machen, welche Folgen solche Äußerungen haben können, und sich in seiner Außendarstellung klarer und eindeutiger zu positionieren.

Anders gesagt: er muss lernen, die Geschichten, die über den 1. FC Köln erzählt werden, selber zu bestimmen.

Genau so wie die Mannschaft lernen musste, auf dem Platz das Geschehen selber zu bestimmen. Gegen Wolfsburg und in den letzten drei Spielen danach kommt es darauf an, dass sie sich darauf wieder besinnt.

Dann wird sie den Klassenerhalt, der immer noch der wahrscheinlichere Fall ist, schaffen, und wie der Verein mit einem neuen Trainer, aber möglicherweise ein Stück klüger, in die vierte Bundesligasaison in Folge gehen.

Dienstag, 30. November 2010

Das Ende der Ära Overath

Als Michael Meier 2005 Geschäftsführer des 1. FC Köln wurde, gab es nicht wenige, die mit dem Kopf schüttelten. Ausgerechnet Meier, der Borussia Dortmund zum Weltpokalsieg ruiniert hatte, sollte den Verein, der die schlechteste Hinrunde seiner Bundesligageschichte gespielt hatte, in die Zukunft führen?

Ehrlicherweise muss man zugeben, dass Meier seine Arbeit nicht so schlecht erledigt hat. Der gerne kolportierte Schuldenberg von 20 bis 25 Millionen Euro ist für einen Bundesligaverein und ein mittelständisches Unternehmen mit circa 70 Millionen Jahresumsatz im Rahmen.
Mit diesem Geld schaffte es Meier den 1. FC Köln das erste Mal seit 1997/1998 drei Jahre in Folge in der 1. Liga zu halten, die Mannschaft belegte in den letzten beiden Jahren Tabellenplätze, die ziemlich genau ihrem Marktwert entsprachen.

Es gab, abgesehen vom aktuellen Tabellenstand und der Unruhe im Umfeld, keinen wirklichen Grund sich von Meier zu trennen. Interessanter sind aber ohnehin die Nebengeräusche der Entlassung.

Sowohl Teile der Mannschaft als auch Trainer Frank Schaefer lassen sich mit ausgesprochen Meierfreundlichen Aussagen zitieren. Bei denen, die mit ihm gearbeitet haben, genießt der Westfale also ausnehmend viel Anerkennung. Dennoch sind gerade die Aussagen der Mannschaft so untypisch-aufschlussreich wie unaufrichtig. Sie hätte mit engagierteren und konzentrierteren Leistungen Meiers Entlassung vermeiden können.

Allgemein heißt es jedoch, der Verwaltungsrat des Vereins habe sich in der Personalie Meier gegen das Präsidium um Wolfgang Overath durchgesetzt. Brisanter sind aber andere Aspekte des weiteren Vorgehens.

1. Nicht das Präsidium macht sich auf die Suche nach einem Nachfolger für Michael Meier. Damit wird Finanzgeschäftsführer Claus Horstmann beauftragt.

2. Geht es nach dem Willen des Verwaltungsrates soll Horstmann nach Meiers Entlassung auch alleiniger Geschäftsführer werden.Meiers Nachfolger soll als Sportdirektor dem Geschäftsführer unterstellt sein.

3. Nicht das Präsidium entscheidet über einen neuen Sportdirektor, sondern die Gesellschafterversammlung, bestehend aus den drei Mitgliedern des Präsidiums und zwei Mitgliedern des Verwaltungsrats.

4. Damit einher geht zwangsläufig eine Umstrukturierung des 1. FC Köln, dessen stärkste Person der Geschäftsführer sein wird. Hinzu kommt, dass mit der Position eines Sportdirektor sportliche Kompetenz abseits des Trainerteams in den Verein geholt wird. Das Präsidium soll aus dem Tagesgeschäft herausgehalten werden.

5. Für eine derartige Umstrukturierung braucht es nicht zwingend die sofortige Entlassung Meiers. Ein nahtlosere Übergabe der sportlichen Belange wäre für den Verein besser gewesen. Meiers Entlassung aber setzt das Präsidium unter Druck, muss nun doch ein Nachfolger präsentiert werden.


Gerade die letzten beiden Punkte sind von Interesse. Wolfgang Overath erklärt in weinerlichen Reden vor der Mitgliederversammlung gerne, an der Lage des 1. FC Köln keine Schuld zu haben, schließlich habe er mit dem Tagesgeschäft nichts zu tun.
Dennoch ist der Verein in fast allen Positionen geprägt vom System Overath. Sofern die leitenden Angestellten nicht bereits im Verein waren, als Overath 2004 Präsident des FC wurde, hat der Weltmeister von 74 entweder auf Freunde (Neukirch, Glowacz, Engels und weite Teile des Trainerstabes in den Jugendmannschaften) oder Namen (Stevens, Rapolder, Meier, Daum, Podolski, Petit) gesetzt. Das Vertrauen in diese altertümlich wirkenden Auswahlkriterien scheint im Verein nicht mehr allzu groß zu sein.
Fraglich ist, ob Overath unter diesen Bedingungen Präsident bleiben soll, würde es ihn doch auf die Rolle eines Vereinsrepräsentanten reduzieren. Vermutlich ist das zwar die Rolle, die er am besten ausfüllen kann. Seine Tragik (und damit die Tragik des Vereins, der sich an solche Gallionsfiguren nur zu gerne klammert) liegt darin, dass er das nicht weiß.

Donnerstag, 18. November 2010

Macht weiter, aber macht es besser

Vorweg: Ich war gestern nicht bei der Mitgliederversammlung des 1. FC Köln dabei. Mein Kommentar basiert also auf Pressestudium und Hörensagen. Deswegen (und wegen allgemeinen Zeitmangels) fällt er auch knapp aus.

Die Veranstaltung muss recht ... lebendig ... gewesen sein, der Präsident allerdings soll recht gut weggekommen sein. Zumindest als er von seinen Rücktrittsgedanken sprach.

Die Entlastung wurde dem Vorstand am Ende jedoch verweigert. Und zwar deutlich. Man könnte dieses Verhalten als inkonsequent bezeichnen. Für jemanden, der nicht dabei war, hat es aber auch etwas erfreulich Differenziertes:

Wir wollen, dass Ihr weiter macht. Aber macht es besser als bisher.

Wie genau dieses "besser" aussehen soll, konnte aber niemand vom FC gestern vermitteln.

Montag, 15. November 2010

Im Auge des Taifuns

Im Auge des Taifuns, so heißt es, herrschen absolute Ruhe und totale Windstille. Im Auge des Taifuns befindet sich die Mannschaft des 1. FC Köln - ruhig, lethargisch und phlegmatisch - während um sie herum scheinbar alles in Trümmer geht nach diesem erschreckenden 0:4 im Derby gegen Borussia Mönchengladbach.

So schwach die Leistung beider Mannschaften vor der Pause und die des FC nach der Pause war, die Ursache in der Transferpolitik, der Vereinsführung, dem Verein als solchen zu suchen, verspricht zwar größtmögliche Hektik, aber auch wenig Ertrag.

Natürlich hat der Verein Fehler gemacht, natürlich wird er mal wieder dafür bestraft, immer noch kein tragfähiges sportliches Konzept zu besitzen. Oder, was der Wahrheit näher käme: sich zu seinem sportlichen Konzept zu bekennen.

Diese Mannschaft ist bundesligatauglich. Im Stamm standen gegen Gladbach die gleichen Spieler auf dem Platz, die in den vergangenen beiden Jahren die Klasse gehalten haben. Eine Mannschaft mit der Achse Varvodic (der nicht so schlecht ist, wie er sich am Samstag präsentierte) - Mohamad, Geromel - Petit, Lanig - Podolski, Novakovich taugt für einen Platz zumindest im unteren Mittelfeld der Liga.
Es ist zu leicht zu behaupten, der Kader sei falsch zusammengestellt. Das ist er. Aber das war er in den letzten beiden Jahren auch schon. Die defensiven Außen sind zu schwach, im Mittelfeld fehlt vor Petit ein ordnender Faktor. Die eigene Nachwuchsabteilung bringt zwar durchaus talentierte, aber taktisch schwach geschulte Spieler hervor, egal ob sie Salger oder Podolski heißen.
Letzterer immerhin nimmt in dieser Saison die Herausforderung, beim 1. FC Köln zu spielen (oder auch spielen zu müssen) an. Das war im vergangenen Jahr noch anders.
Damit aber steht er weitgehend allein. Auch das ist kein neues Phänomen. Lethargie und Phlegma hat die Mannschaft auch unter Christoph Daum schon gezeigt. Im Unterschied zu diesem Jahr allerdings konnte sie sich in den letzten beiden Jahren in wichtigen Spielen immer zu einer erfolgreichen Leistung aufraffen.
Das hat, gemeinsam mit einer sehr defensiven, destruktiven Spielweise und taktischer Disziplin, vor allem auswärts hervorragend funktioniert.

In diesem Jahr funktioniert das nicht. Einen Auswärtspunkt hat der 1. FC Köln bisher geholt, aber viele Spiele durch taktische Fehler verloren.

Warum das so ist und - mehr noch - wie man das abstellen kann, ist die entscheidende Frage, die über den Erfolg des 1. FC Köln entscheidet. Und diese Frage muss letztlich die Mannschaft beantworten. Nicht der Trainer, nicht der Manager, nicht der Präsident.

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