Die bunte Medienwelt

Sonntag, 24. Februar 2008

Anarchische Pfeffersäcke

Dass Deutsche es gerne ordentlich und in Reih und Glied mögen und Unsicherheit und Führerungslosigkeit unerträglich finden, ist ein gern aufgegriffenes Klischee und wer Klischees über seine Landsleute bestätigt sehen möchte, ist beim Spiegel gut aufgehoben.

Peter Ahrens erklärt in seinem Bundesliga-Kommentar denn auch flugs den HSV zum Chaosclub, denn die Hamburger haben bisher weder einen neuen Trainer noch einen neuen Spielmacher verpflichtet - für die in sechs (!) Monaten beginnende neue Saison wohlgemerkt!

Nicht nur das! Sie informieren sich offenkundig auch noch über die unterschiedlichsten Kandidaten! Anstelle den erstbesten Feuerwehrmann zu verpflichten. Ja, spinnen die etwa?

Oder trifft bei Spiegel Online einfach nur schlechter Journalismus auf deutsche Ordnungsliebe?

Samstag, 11. August 2007

Sagen Sie mal, Herr Stevens...

... das nervt doch tierisch, wenn man einen Spruch, den man einmal im UEFA-Pokal gebracht hat, bei jedem Spielbericht wieder hören muss, oder?

Donnerstag, 7. Juni 2007

Ehrenrettung für Reinhold Beckmann

Reinhold Beckmann gilt jedem, der sich ernsthaft für Fußball interessiert, als eine Geißel der Sportberichterstattung, vergleichbar allein mit den Stürmerqualitäten eins Marco Reichs.

Als Kommentator eines Spiels wünschen ihn sich die meisten Fußballfans ungefähr so sehr wie sie sich Peter Neururer als Trainer ihres Vereins wünschen.

Zu Unrecht. Völlig zu Unrecht. Die ARD klärt uns auf:

"Sportmoderation", so die Homepage des Senders, "ist durch Beckmann unmittelbarer (Lies: erst reden, dann denken), schnörkelloser (Lies: Fachwissen und Recherche? Braucht der Mann nicht) und fesselnder (Lies: Ihr werdet ihn sowieso nicht los) geworden."

Anders gesagt: Der Mann hat allen Ballast von sich geworfen. Anerkennenswert.

Wenn er jetzt noch die Klappe halten würde, wäre er perfekt.

Montag, 18. Dezember 2006

Bin ich jetzt lieber eitel oder rechtsversessen?

Eigentlich ist es ja schön für einen Fußball-Blogger wie mich (der als Laie über diesen Sport schreibt), wenn eine professionelle Fußballschule einen Text von mir über das moderne Torhüterspiel eins zu eins als Einführungstext auf ihre Homepage setzt.

Andererseits wäre ich schon gerne vorher gefragt worden.

Freitag, 15. Dezember 2006

Dreckspresse Teil 10.235

Wenn ich richtig viel Zeit hätte, würde ich ja analog zum Bildblog ein Sport-Boulevard-Blog betreiben. Aber kein Mensch hat soviel Zeit, den Müll zusammenzutragen, den deutsche Sportjournalisten verzapfen. Deshalb nur der Link zum Bolzplatz, wo Dülp die Hintergründe der Suspendierung Marvin Comppers erläutert. Ergänzt mit der folgenlos verhallenden Forderung an die Vereinsverantwortlichen (egal ob in Hamburg, Köln, Gladbach oder sonstwo), sich nicht beständig von der Presse die Entscheidungen aufzwingen zu lassen.

Mittwoch, 13. Dezember 2006

Einfach mal die Klappe halten

Eigentlich wollte ich mich heute noch einmal zum Ausschluss der Presse bei der Mitgliederversammlung des HSV und dem anschließenden Medienecho äußern.

Aber Kai hat dazu alles notwendige gesagt.

Montag, 30. Oktober 2006

Drogen! Spielsucht! Porno-Exzesse!

Weil ich das FC-Spiel von gestern nicht gesehen habe und mich nicht über die Berichterstattung im DSF und den Kommentar von Jörg Dahlmann auslassen möchte, widme ich mich heute dem drohenden sozialen Untergang unserer Nachwuchsfußballer.

Der Kölner Express, ebenso investigativ hochwertige Zeitung wie kölschkatholischer kreuzbraver Sittenwächter, schlägt Alarm: Unseren Nachwuchsspielern droht der soziale Absturz. Vollgepumpt mit Drogen verzocken Sie Unsummen im Internet und geben sich danach willenlos schamlosen Pornoludern hin!

Schade nur, dass der Express generös auf die Nennung von Namen verzichtet und stattdessen auf die eingestandene Alkoholsucht des englischen Ex-Profis Tony Adams verweist.

Vielleicht hätte er mal bei Jörg Dahlmann nachfragen sollen. Der klingt zumindest manchmal so, als würde er sich mit Drogen auskennen (und wo Drogen sind, das weiß der schlaue Express-Leser, sind Zocker und Pornoluder nicht weit). Mit Fußball kennt sich Jörg Dahlmann jedenfalls nicht aus.

Freitag, 14. Juli 2006

Blogs lesen statt Boulevard

Ich selber vermeide es in diesen Tag Sport- oder Boulevardpresse zu lesen.

Mich interessiert es nämlich nicht, was Materazzi zu Zidane gesagt hat oder warum Zidane so dämlich war sich provozieren zu lassen.

Diskussionen über Italiens angeblich unverdienten WM-Titel halte ich ebenfalls für absurd. Lippis Squadra Azzura war in den vergangenen Monaten das beste Team Europas (remember Florenz), sie haben die attraktivste und die defensiv zweitbeste Mannschaft im Turnier geschlagen. Das heißt schon was.

Am allerwenigsten interessiert mich aber irgendwelches neiderfülltes Nachkarten gegen den ehemaligen Bundestrainer. Andreas Rodenheber hat sich das alles jedoch angetan und einen schönen Kommentar im WM-Blog geschrieben: Aus Grinsi-Klinsi wird Florida-Rolf.

Sonntag, 25. Juni 2006

Was erlauben Wark?

Es gibt im Moment in diese Fernsehlandschaft, oh, einige Sprecher vergessen ihren Profi, was sie sind. Ich sehe sehr viele Fernsehen, und ich habe gehört viele Situationen: 1. Argentinien habe gespielt einstudiert e im Raum. Es gibt keine Mannschaft spielt nicht einstudiert und in Raum wie Argentinien.

ZDF hatte in Platz drei Sprecher: Poschmann, Rethy und dann Wark. Wir mussen nicht vergessen Wark. Wark ist eine Schwätzer mehr Poschmann e mehr Rethy. Ist klar diese Wörter, ist möglich verstehen, was ich hab gesagt? Danke. Einstudiert, einstudiert ist wie alle machen in Platz.

2. Ich habe erklärt mir diese Sprecher: Nach Studium brauchen vielleicht lange Pause. Ich habe auch andere Spiele gesehen in Weltmeisterschaft. Ich habe gesehen auch alle Tage die Experten! Ein Zuschauer ist nicht ein Idiot! Ein Zuschauer sehen, was passieren in Platz. In diese Spiel, es waren Kommentare, die waren hohl wie eine Flasche leer!

Haben Sie gesehen Samstag, welche Mannschaft hat gespielt Samstag? Hat gespielt Deutschland, oder gespielt Schweden, oder gespielt Rethy? Diese Sprecher brauchen fünf Minuten, eh sehen was geschehen in Platz!

Wissen Sie, warum die Zuschauer wollen nicht diese Sprecher? Weil wir haben gehört viele Male solche Spiel. Haben gesagt, sind nicht Sprecher für die Fußball-Meisters. Waaark! Wark ist zu lange hier, hat kommentiert mehr als zehn Spiele, redet immer dumme Zeug. Was erlauben Wark? Ist immer dumm! Muss respektieren die Zuschauer!

Haben viele nette Kollegen, stellen sie die Kollegen in Frage! Haben keine Mut an Worten, aber ich weiß, was denken über diese Sprecher. Mussen zeigen jetzt, ich will, Freitag, diese Sprecher mussen zeigen mich, eh..., seine Zuschauer, mussen alleine die Spiel besprechen. Muss allein die Spiel besprechen! Ich bin müde jetzt Hörer diese Sprecher, eh..., verteidige nicht mehr diese Sprecher. Haben allein die Schulde... diese Sprecher. Einer ist Poschmann, einer, ein anderer ist Rethy. Wark dagegen, egal, hoffe spricht keine Wort mehr diese Spiel!

ICH HABE FERTIG!

Montag, 13. Februar 2006

"Die Leute müssen sich doch erst einmal informieren!"

Kölns Trainer Hanspeter Latour hat am gestrigen Abend das erste Mal Bekanntschaft mit der Kompetenz deutscher Sportberichterstattung machen dürfen.

Sein Wechsel in der 87. Minute, als er beim Stand von 0:0 den defensiven Sinkiewicz für den defensiven Lell brachte, wurde im Fernsehen live (und auch im späteren DSF-Beitrag) als "unverständlich" kritisiert.

Latour tobte, als er das hörte. Den Wechsel begründete er mit Krämpfen Lells. Dass es gegen Dortmunds am Ende immer noch gefährlichen Dreier-Sturm gemeingefährlich hätte sein können, die Abwehr umzustellen, ließ er unerwähnt.

Stattdessen entschlüpfte ihm ein Kommentar, der das Dilemma deutschen Sportjournalismus auf den Punkt bringt:

"Die Leute müssen sich doch erstmal informieren, warum ich so wechsele, die informieren übers TV ganz Deutschland."

Nein, Her Latour, so traurig wir das alle hier finden. Informieren müssen sich deutsche Sportjournalisten überhaupt gar nicht. Das wäre nicht authentisch.

Mit wie wenig Ahnung jemand z.B. Sportschau-Moderator werden kann, bewies Reinhold Beckmann am Tag zuvor eindrucksvoll. Genüßlich zählte er auf, was unter Veh beim VfB Stuttgart alles schief gegangen war, was bei Trappatoni noch geklappt hatte.

Nun muss niemand den Wechsel von Trappatoni zu Veh gut finden. Ehrlich gesagt: Man muss ihn noch nicht einmal verstehen.

Aber dass ein Trainer in knapp 30 Stunden und einer (!) Trainingseinheit weder zum Guten noch zum Schlechten Einfluss nehmen kann (es sei denn, er schmeißt die halbe Mannschaft raus), sollte selbst einer Nonsense-Maschine wie Beckmann geläufig sein.

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