Internationaler Fußball

Mittwoch, 29. Juli 2009

Die Mannschaft der Fußballromantiker

Mädchen himmeln Cristiano Ronaldo an, Fußballästheten begeistern sich für Lionel Messi, Taktikliebhaber schwärmen eher vom AC Mailand.

Fußballromantikern aber müsste in dieser Woche das Herz einmal kurz aufgegangen sein. Immerhin hat Francesco Totti seinen Vertrag bei der Roma um weitere fünf Jahre bis 2014 verlängert haben. In diesem Jahr kann der dann 38jährige sein 25. Jahr beim AS Rom feiern.

Ähnliche Treue kennt man noch von Alessandro del Piero, der Juventus Turin mit dem romantisch-kitschigen Satz "ein Kavalier verlässt seine Dame nicht" auch in der 2. Liga die Treue hielt und von Steven Gerrard.

Aber bekommt man im aktuellen Profi-Fußball ein Team solcher treuer Spieler zusammen?

Donnerstag, 28. Mai 2009

Der Fluch des Titelverteidigers

Auf dem Sieger der Champions League lastet ein Fluch. Das weiß man, wenn man auch nur gelegentlich deutsche Sportmedien liest, denn noch nie gelang es einem Verein seinen Titel in der Champions League zu verteidigen.

Nüchtern denkende Menschen sagen natürlich, dass das Quatsch sei. Dass Barcelona gestern in Rom triumphierte, weil sie das komplettere Team waren, weil sie auf jede Spielsituation eine Antwort wussten, während ManU zu wenig einfiel.

So etwas ist selbstverständlich taktisch und psuedowissenschaftlich verbrämter Unsinn. Manchester United hat gestern Abend verloren, weil sie verflucht waren und das kam so:

Als Mütterchen UEFA 1992 die Champions League in die Welt setzte, lud sie alle Feen zur Tauffeier ein: die Fee der Kommerzialiserung, die Fee der Sponsoren-Lounge, die Fernsehfee, die Fee der Hymne, die Geldfee, die Freundin von Sepp Blatter und alle kamen in Autos von Ford.

Nur eine Fee hatte die UEFA vergessen und das war die Fee des Fußballspiels. Weil diese aber eine ausgesprochene Drama-Queen ist, konnte sie eine derartige Unhöflichkeit nicht auf sich sitzen lassen. Uneingeladen erschien sie auf der Tauffeier und alle Feen und alle Vertreter der UEFA schauten pikiert auf diese aufgetakelte, laut dröhnende, mit einem Ball am Fuß jonglierende Fee.

Die Fee des Fußballspiels aber sprach: "Wer heute feiert, wird morgen weinen!" Dann donnerte sie ihren Ball einmal quer durch das Kristallgeschirr und verschwand.

So kam es, dass kein Verein seinen Titel in der Champions League verteidigen konnte.

Mittwoch, 15. April 2009

15. April 1989

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Herumlaufen wie ein Deutscher

Seitdem ich die Meldung das erste Mal gelesen habe, frage ich mich, wie ich eigentlich laufe. Als Deutscher.

Daniel Guijo-Velasco, belgischer Mittelfeldspieler in Diensten des niederländischen Zweitligisten Helmond Sport, ist jedenfalls für fünf Spiele gesperrt worden, weil er seinem Gegenspieler im Spiel gegen den RBC Roosendaal gleich zweimal den Hitler-Gruß gezeigt hat.

Das allein ist schon dumm genug. Noch besser ist seine Begründung, sein Gegner sei "wie ein Deutscher herumgelaufen".

Wenn ich so etwas höre, könnte ich vor Empörung die Hacken zusammenknallen.

Mittwoch, 5. November 2008

Amerika hat Obama...

... wir haben Horst Hrubesch.

Dienstag, 2. September 2008

Etwas mehr als ein halber Zidane

Der spektakulär Showdown im Wettbieten um Robinho und Dimitar Berbatov verdeckt die Tatsache, dass der Transfermarkt in diesem Sommer ein eher lahmes Geschäft war.

Denn sieht man von dem langen Tauziehen ManUs für Berbatov und Chelseas gescheitertem Werben um Robinho ab, gab es kaum spektakuläre Vereinswechsel in diesem Sommer. Milan leistete sich zwei Altstars, ansonsten blieben nicht wenige der umworbenen großen Namen bei ihren Vereinen. Am deutlichsten bekam das Real Madrid zu spüren, das für Europameister David Villa immerhin 47 Millionen Euro geboten hatte und sich bereits im Frühsommer vergeblich um Cristiano Ronaldo bemüht hat.

Das Beeindruckende an diesem letzten Tag der Transferperiode war denn auch eher die Vehemenz, mit der Manchester Citys neue Eigentümer versuchten, ihr Geld unter die Leute zu bringen. Am Sonntag erst besiegelten sie den Kauf des Vereins, am Montag gaben sie nach eigener Aussage Angebote für Robinho, Berbatov, Villa und Stuttgarts Mario Gomez ab.

Die sportlichen Ziele der Abu Dhabi United Group mit/für City hören sich denn auch entsprechend an: In diesem Jahr möchte man in der Premier League unter die ersten vier. 2010 die Meisterschaft gewinnen und 2011 die Champions League.

Am Geld soll dieser Plan nicht scheitern. Möglicherweise tut er dies aber an einem fehlendem Konzept. Die Wahllosigkeit mit der ManCitys neuer Boss Sulaiman Al Fahim in den ersten Stunden agierte, lässt nur eine Strategie erkennen: Hautpsache teuer und Hauptsache jemand anders will den Spieler auch.

Dass teuer im übrigen nicht unbedingt teuer heißt, verdeutlicht ein Blick auf die kostspieligsten Transfers überhaupt. Da rangiert ein Zinedine Zidane noch immer an der Spitze und war 2001 mit 76 Millionen Euro fast doppelt so teuer wie Robinho 2008. Selbst Gaizko Mendieta hat Lazio Rom seinerzeit ein paar Millionen Euro mehr gekostet als Robinho heute.

Donnerstag, 7. August 2008

Die Einwohner von Nimmerland

Das Nimmerland ist Handlungsort von James Barries Peter Pan und wer dort lebt, braucht sich nur etwas zu wünschen und schon passiert's.

Michael Jackson hat seine Neverland-Ranch nach diesem Ort benannt und gilt allgemein als ein wenig verschroben, um nicht zu sagen komplett plemplem.

Fußball-Funktionäre, die - das nur am Rande erwähnt - dafür sorgen sollen, dass Fußball möglichst reibungslos funktioniert, gelten im Allgemeinen als eitel, machtbesessen und geltungssüchtig. Das sind keine guten Eigenschaften, aber man kann mit ihnen leben. So lange der Ball eben rollt.

Die Reaktionen aus der Bundesliga auf die Stellungnahme des Kartellamtes zur Zentralvermarktung vor zwei Wochen nähren aber ebenso einen bedenklichen Verdacht wie die Reaktionen auf das Urteil des Internationalen Sportgerichtshofes CAS zur Abstellung von Spielern für Olympia.

Die CAS hat den gegen die FIFA klagenden Vereinen nämlich schlicht und ergreifend Recht gegeben. Sepp Blatter findet das "sehr traurig" und vermutet, die Welt werde dieses Urteil nicht verstehen, IOC-Chef Rogge sieht gar den olypmischen Waffenstillstand in Gefahr. Dahinter steht die schmerzhafte Erkenntnis, dass der Wunsch der Herren Blatter und Rogge nicht per se Gesetzesrang besitzt und in Erfüllung zu gehen hat.

Eine Erkenntnis, die selbst Michael Jackson schon vor längerem gekommen sein dürfte und der gilt - wie gesagt - als plemplem.

Mittwoch, 23. Juli 2008

Sepp Blatter, die Fußballfamilie und das Rheinische Grundgesetz

Eigentlich ist das Thema mit dem Abflug der Herren Rafinha und Diego schon durch, aber weil sich Sepp Blatter aufs Lustigste zu Wort meldet und der FC in dieser Sommerpause zu einem angenehm langweiligen Club mutiert (auf dem Weg zur grauen Maus des Bundesligamittelmaßes?), gibt es doch noch meinen Senf zur Diskussion um die Abstellung der Spieler für Olympia.

Sepp Blatter, Vater der von ihm gerne so genannten Fußballfamilie, hat nämlich jetzt unmissverständlich klar gemacht, dass Spieler nicht für das olympische Fußballturnier abgestellt werden müssen:

Im Zirkular Nr. 1153 vom 23. Juli 2008 (ich liebe solche Begrifflichkeiten, da weiß man doch, das Ordnung herrscht) teilt seine Allmacht mit:

"Gemäß Art. 1 Abs. 2 von Anhang 1 des Reglements bezüglich Status und Transfer von Spielern ist die Abstellung von Spielern für internationale Spiele zwingend, die an im koordinierten internationalen Spielkalender vermerkten Daten stattfinden.

Das Olympische Fußballturnier der Männer Peking 2008 figuriert jedoch mit Absicht nicht im koordinierten internationalen Spielkalender, da das Turnier nicht in das Schema des genannten Kalenders passt."

Daraus folgt für Sepp Blatter zwingend, dass die Spieler für das Turnier abgestellt werden müssen "angesichts der Bedeutung des Olympischen Fußballturniers der Männer für die gesamte Sportbewegung im Allgemeinen und den Fußball im Besonderen und auf der Grundlage des Gewohnheitsrechts".

Damit allerdings begibt sich Blatter auf juristisch dünnes Eis, denn nicht einmal das rheinische Grundgesetz unterstützt ihn in dieser Position eindeutig und wenn dieses Gummiband der Unverbindlichkeit es nicht schafft, dann sieht es düster aus.

Zwar kann Sepp Blatter die Vereine in Bezug auf ihre abgereisten Spieler nun auf §4 des RhGG verweisen: "Wat fott is, is fott". Die ersten Clubs allerdings haben Gerüchten zufolge schon mit § 5 RhGG geantwortet: "Et bliev nix, wie et wor!"

Freitag, 14. Dezember 2007

England to the English

Fabio Capellos Verpflichtung als Team-Manager der englischen Nationalmannschaft stößt auf der Insel nicht nur auf Begeisterung.

Vorgeworfen wird ihm vor allem, dass er kein Engländer ist wie sein Vorgänger Steve McClaren, mit dem sich England gerade in der EM-Qualifikation blamierte.

(Wer dabei an den 1. FC Kaiserslautern denkt und dessen wenig glückliche Neigung, pfälzische Wurzeln als Einstellungskriterium für ziemlich jeden denkbaren Posten zu nehmen, kann sich ungefähr denken, wie weite Teile des englischen Fußballs ticken)

Donnerstag, 20. September 2007

Gott ist tot!

Gottesbeweise sind schon eine knifflige Angelegenheit. Noch vertrackter wird es, will man die Nichtexistenz Gottes beweisen.

Denn die Nichtexistenz von irgendetwas ist schlechterdings nicht beweisbar (weswegen von vorneherein klar war, dass die Amerikaner in den Irak einmarschieren werden, weil es Saddam Hussein unmöglich war, die Nichtexistenz von ABC-Waffen in seinem Land zu beweisen).

Im Fußball, wo bekanntlich andere Gesetze gelten, hat sich Gott (in seiner Gestalt als Chelsea-Trainer Jose Mourinho) nun selber abgeschafft und damit seine eigene Nichtexistenz qua Rücktritt bewiesen.

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