Wer so alles mitspielt

Donnerstag, 19. Januar 2006

Lukas bleibt

und zwar bis 2009.

Mittwoch, 14. Dezember 2005

Der Musterschüler

Nicht wenige haben mit dem Kopf geschüttelt, als Werder Bremen im Sommer 2004 bekanntgab, den abwanderungswilligen Torschützenkönig Ailton durch Miroslav Klose ersetzen zu wollen. Mich eingeschlossen.

Miroslav Klose? Den faden Pfälzer Bub, der nichts anderes konnte, als an der Strafraumgrenze herumzulungern und auf hohe Bälle zu warten? Wie konnten Thomas Schaaf und Klaus Allofs glauben, einen Stürmer, der im Doublejahr 2003/2004 aus jeder Position Tore geschossen hatte, durch einen Spieler ersetzen zu können, der nur im Strafraum und nur mit dem Kopf treffen konnte?

Miroslav Klose belehrte uns eines besseren. Er ist heute vermutlich der flexibelste Stürmer der Liga. Im Strafraum sucht er die Nähe zum Tor und den direkten Abschluss, technische Kabinettstückchen wie sein 4:1 in Müngersdorf sind keine Show bei ihm, sondern Mittel zum Zweck.
Bereitwillig lässt sich der gebürtige Pole (ein Einstellungskriterium für deutsche Nationalmannschaftsstürmer?) auf die Flügel fallen, um Räume für seine Mitspieler zu schaffen und diese uneigennützig mit Flanken zu füttern.
Am beeindruckendsten aber ist es, wenn sich Klose zurückfallen lässt und im Kombinationsspiel des Mittelfelds förmlich aufgeht.
Klose vereint in seiner aktuellen Verfassung alle Qualitäten eines Goalgetters, eines Vorbereiters und eines Kombinationsfußballers. Mit dem Kopf trifft er kaum noch.

Jürgen Klinsmann fordert von seinen Nationalspielern gerne, sich im Hinblick auf die WM an sich zu arbeiten und beständig weiterzuentwickeln. Kaum jemand hat diese Vorgabe in den vergangenen anderthalb Jahren besser umgesetzt als Miroslav Klose, der Musterschüler.

Montag, 5. Dezember 2005

Tja, Alpay

Ich hatte gehofft, nicht auch noch darüber schreiben zu müssen. Aber wenn's alle anderen tun und offenbar alle ihr Urteil schon gesprochen haben...

Alpay Özalan könnte ein großartiger Abwehrspieler sein. Er ist nicht mehr der allerschnellste, aber mit einem guten Stellungsspiel gleicht er das meistens aus. Sein Zweikampfverhalten ist hart, aber in aller Regel fair und vor allem erfolgreich. Seine Einsatzbereitschaft für jede Mannschaft, in der er spielt, ist vorbildlich.

Das alles meine ich ohne jede Ironie. Als Defensivspieler ist Alpay für fast jede Bundesligamannschaft ein Gewinn.

Umso trauriger, dass es um sein Nervenkostüm nicht allzu gut bestellt ist. Die Szenen nach dem WM-Qualifikationsspiel in Istanbul hat wohl jeder noch vor Augen, die meisten werden sich auch an Alpays Rangeleien mit David Beckham erinnern. Den wenigsten dürfte bekannt sein, dass Alpay einmal den Fairplay-Preis der UEFA bekommen hat. Für eine unterlassene Notbremse bei der WM 1998. (Mehr zu Alpays Geschichte schreibt Michael Horeni in der FAZ - via allesaussersport)

Am Samstag hat er seinem Gegenspieler Guy Demel den Ellbogen ins Gesicht gerammt. Eine Tätlichkeit, unabhänig davon, ob er von Demel, der gerne auch außerhalb des Platzes für Scharmützel mit Gegenspielern zur Verfügung steht, provoziert wurde oder nicht.

Respekt in dem Zusammenhang übrigens für Demel, der auf theatralisches Zusammenbrechen verzichtet hat.

Die Frage aber ist: Was macht man mit einem Spieler wie Alpay? Verurteilt man ihn hier in Deutschland - in den Medien, beim DFB und beim Verein - für all seine negativen Auftritte im internationalen Fußball der letzten Jahre? Oder verurteilt man ihn für sein erstes grobes Foul in der Bundesliga?

Dienstag, 29. November 2005

Triumph des Artisten

Ronaldhino ist Europas Fußballer des Jahres. Gestern Abend erhielt der brasilianische Stürmerstar in Paris den "Goldenen Ball" der französischen Sportzeitung France Football überreicht.

Insbesondere nach seinen letzten spektakulären Auftritten wie beim 3:0 seines FC Barcelona in Madrid kommt die Wahl nicht überraschend. "Das Mäuschen" ist in diesen Tagen das Spektakulärste, was in den europäischen Stadien zaubert.

Schade für einen wie Frank Lampard, der zweiter wurde. Ihm hätte ich persönlich die Auszeichnung mindestens genauso sehr gegönnt. Lampards Spiel ist zwar weit weniger aufsehenerregend als das Ronaldhinos. Aber für das Millionenensemble FC Chelsea ist Lampard noch unverzichtbarer als Ronaldhino für Barca. Nicht zuletzt ihm ist es zu verdanken, dass aus der zusammengekauften Startruppe binnen kurzer Zeit eine funktionierende Mannschaft wurde.

Insofern ist die Entscheidung der europäischen Sportjournalisten auch eine Entscheidung für den Künstler und den Individualisten. Nach Ronaldhinos herausragenden Leistungen sicher auch eine unvermeidliche Entscheidung. Aber ein Stück weit auch eine Entscheidung gegen den Mannschaftsspieler.

Mittwoch, 26. Oktober 2005

Ein Wunder im Kristallpalast

Noch Jahre nach seinem Weggang geraten nicht wenige Fußballfans in Köln bei Erwähnung des Namens Marco Reich in Rage. Zu erbärmlich war das, was der Pfälzer Ex-Nationalspieler auf dem Platz bot. Dabei war er der teuerste Transfer, den sich der 1.FC Köln je geleistet hat. Teurer als Tony Woodcock, Bernd Schuster, Thomas Häßler oder Morten Olsen. Auf dem Platz bot Reich jedoch wenig. Mit hängenden Schultern stand er irgendwo an der rechten Außenlinie und ließ das Spiel an sich vorbeilaufen. Nichts gelang ihm und Schuld waren wahlweise der Ball, sein Leben im Hotelzimmer oder das Wetter. In jedem Fall nicht er.
Nicht besser erging es den Bremern mit ihm, nachdem Reich vom Rhein an die Weser wechselte. Obwohl er sich sonst selten negativ über Spieler auslässt, ließ Werders Manager Klaus Allofs kaum ein gutes Haar an Reich, der daraufhin auf die Insel wechselte. In die zweite englische Liga zu Derby County. Jeder erwartete, dass er dort in Vergessenheit geraten würde, wie so mancher talentierte Jungspieler vor ihm. Doch seit dieser Saison spielt Reich beim Londoner Club Crystal Palace zwar immer noch in der englischen First Division, wie die zweite Liga dort heißt. Aber mit seinen Toren sorgt er für Furore. Gestern Abend hat er mit seinem Treffer zum 2:1-Endstand den großen FC Liverpool aus dem Ligapokal geschossen.

Mittwoch, 12. Oktober 2005

Das Pech des einen, das Glück des anderen

In der Winterpause 2003/2004 wechselte Markus Feulner mit den Vorschusslorbereeren, mit denen Bayern München die Jugendspieler, die sie zum Verkauf anbieten, immer anpreisen, zum 1.FC Köln. Er galt als eine der großen deutschen Hoffnungen im Mittelfeld. Erste Irritationen kamen unter den Fans auf, weil der Verein ihn als Offensivspieler angekündigt hatte, er seine Rolle aber eher im defensiven Mittelfeld sah.

In den ersten Spielen kam er mit beidem nicht zurecht und im Stadion machte der Verdacht die Runde, mal wieder eines dieser verkorksten deutschen Talente gekauft zu haben - einen Spieler wie Markus Kreuz oder den legendären Marco Reich oder auch die (ex)-Frankfurter Nico Frommer und Jermaine Jones.

Dann kam Huub Stevens und alles wurde noch viel schlimmer für Markus Feulner. Mit der Brachialpsychologie des Niederländers kam Feulner (ebenso wie Christian Lell) überhaupt nicht zurecht und fand sich rasch im Regionalligateam des FC wieder.

In der Vorbereitung unter Uwe Rapolder tat sich Feulner ebenfalls schwer. Seinem Traum, im defensiven Mittelfeld eine tragende Rolle zu spielen, schob Rapolder rasch einen Riegel vor. Zu schwach in der Balleroberung, urteilte der Trainer.

Die offensive Position hinter den Spitzen aber war für Lukas Podolski reserviert, der zu der Zeit noch im wohlverdienten Post-Confed-Cup-Urlaub weilte.
Auch wenn es keine Schande ist, Ersatzmann hinter Podolski zu sein, für Feulner war das zu wenig.

Aber manchmal ist das Pech des einen das Glück des anderen. Auf der linken offensiven Seite spielte der junge Patrick Helmes, Rückkehrer von den Sportfreunden Siegen, eine überragende Vorbereitung und galt als der kommende Nachwuchsstar im Team. Dann brach Helmes körperlich ein, wie das manchen Spielern geht, wenn sie den Sprung von der Regionalliga in die Bundesliga machen sollen. Die Vorbereitung war zu hart für den ohne Frage talentierten Jungen. Als ihm dann noch die 35.000-Zuschauer-Kulisse beim Testpiel gegen Fenerbahce Istanbul die Fassung raubte, war Helmes aus der Mannschaft raus und Feulner auf der ungewohnten linken Offensivseite wieder drin.

Der Ex-Münchner nutzte seine Chance. Gerade zu Beginn der Saison lieferte er hervorragende Leistungen. Nur schwer vom Ball zu trennen, durchsetzungsstark, mit Zug zum Tor erarbeitete er sich Chancen und hatte obendrein ein Auge für den Mitspieler. Endlich, endlich war Markus Feulner in der Mannschaft des 1.FC Köln angekommen.

Gestern hat er sich im Training das vordere Kreuzband gerissen und fällt vermutlich 6 Monate aus.

Donnerstag, 8. September 2005

Lukas Podolski

Ich wage mal eine Prognose: In einigen Jahren werden wir in Wehmut nach der guten, alten Zeit und mit ein wenig Stolz in der Stimme erzählen, dass wir diesen Lukas Podolski damals live im Stadion haben spielen sehen.
Faszinierend ist heute schon zu beobachten, wie ein Stadion darauf reagiert, bekommt Podolski in guter Schussposition den Ball. Für ihn ist übrigens alles in Reichweite des Tores eine gute Schussposition.
50.000 Zuschauer verstummen in diesem Augenblick, recken den Hals und schauen gebannt auf den Jungen mit dem Ball. Um Himmels Willen nichts verpassen! Denn jeden Moment kann etwas außergewöhnliches passieren. Etwas außergewöhnliches für die Zuschauer oder für andere Spieler. Etwas normales für Lukas Podolski: Er wird ein Tor schießen. Wahrscheinlich ein außergewöhnliches. Normal, halt.
In seiner Außergewöhnlichkeit ist Podolski berechenbar wie eine romantische Komödie. Am Ende kriegt er sein Tor, wie sich Junge und Mädchen in der Liebesgeschichte kriegen. Das "Wie" macht den Unterschied und dieses "Wie" ist bei Podolski mit seinen gerade mal 20 Jahren oft genug große Kunst.

Montag, 5. September 2005

Die Hennes-Webcam

Wo ich doch gestern mit meinen Neffen auf einem Bauernhof war und heute so gar nichts interessantes zu erzählen ist (zur Nationalmannschaft schreibe ich erst was nach dem Südafrika-Spiel), könnte ich eigentlich mal auf die aufsehenerregendste Webcam verweisen, die das Internet zu bieten hat, die Hennes-Webcam nämlich.
Wer also immer schon einmal wissen wollte, wie Hennes VII. lebt, nur zu.
Für diejenigen, die nur mit dem Modem oder ISDN unterwegs sind, gibt es auch einen Link.
Das im zweiten Stall ist übrigens der auserkorene Nachfolger Hennes VIII. Wie man sieht, sorgt der 1.FC Köln allen Eventualitäten vor.

Donnerstag, 1. September 2005

Gerd Strack wird heute 50

und die Südtribüne schwelgt in Erinnerungen an bessere Tage und singt "Happy Birthday"!

Attila stürmt Zypern

Unser ungarischer Nationalspieler Attila Tököli hat den FC kurz vor Ende der Wechselfrist verlassen und schließt sich dem zypriotischen Erstligisten Anorthosis Famagusta FC an (toller Name für einen Fußballverein!).
Ich müsste jetzt irgendwas tolles über diesen Spieler schreiben, nur was? In den gut 12 Monaten, die er bei uns war, hat er exakt 58 Minuten gespielt. Grundsätzlich unrasiert und immer ein wenig abwesend wirkend. Nicht ganz so schlimm wie seinerzeit Marco Reich, der mit hängendem Schultern auf dem Platz stand (stand!) und beim Anspiel aufgeschreckt aus irgendwelchen hübschen Träumereien mit schöner Regelmäßigkeit den Ball verstolperte. Die einzige Szene, die mir von Attila Tököli im Gedächtnis bleiben wird, ist sein Fall im Mainz-Spiel. Ich werde den Verdacht nicht los, dass sich der Verein mit diesem Transfer für den geplatzten Werbe-Deal mit Zypern rächt.

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