Montag, 1. September 2008

Der Zerstörer

Als Kölns damaliger Trainer Hanspeter Latour Aleksandar Mitreski im Sommer 2006 vorstellte, tat er das mit den Worten:

"Ich sag's, wie's ist: Der Aleks lebt von seiner Athletik."

Damit sollte er Recht behalten. Mit seiner Ballbehandlung trieb der mazedonische Nationalspieler die Fans auf der Tribüne nicht selten in den Wahnsinn.

Zu Unrecht wie Mannschaftskollege Kevin McKenna fand. Mitreskis Aufgabe wäre nicht die Spieleröffnung, so der letztjährige Kapitän, "der Aleks" solle viel laufen, dem Gegner auf den Füßen stehen und ihn in Zweikämpfe verwickeln.

Darin liegt denn auch die große Stärke Mitreskis. Er ist ein waschechter Zerstörer, konditionell stark, körperlich robust, der manchmal freilich auch das eigene Spiel kaputt macht.

Ein Spieler für Kampfspiele (wie seinerzeit im DFB-Pokal gegen Schalke, seinem vielleicht besten Spiel im FC-Dress) und für die 2. Liga. Das höhere Tempo in der 1. Liga, das schnelle Umschalten ist seine Sache nicht.

Folgerichtig wechselt Mitreski kurz vor Schluss der Transferperiode zum Zweitligisten Nürnberg. Falls es dem Club an Kämpfern gemangelt hat, haben sie mit ihm einen guten Fang gemacht.

Zurück in die 70er

Ist das Bösartigkeit oder sachlicher Journalismus, wenn Monica Lierhaus Bremens Klatsche in Gladbach als den üblichen Bremer Fehlstart bezeichnet?

Keine Ahnung, was sich die Sportschau-Sphinx dabei gedacht hat, vielleicht gar nichts. So wie Torsten Frings, als er mit einem erbärmlichen Drei-Meter-Fehlpass Gladbachs Marin die Vorarbeit zum 1:0 ermöglichte und später im Spiel Alexander Baumjohann nach einer lässig verrutschten verunglückten Grätsche ziehen ließ und auf allen vieren schaute, was der Gladbacher jetzt wohl anstellen würde.

Was er anstellte, verzückte den Anhang der Borussen, spazierte er nämlich unbehelligt über zwei Drittel des Platzes und schoß ein Tor. Wer alt genug ist und vor dreißig, fünfundreißíg Jahren schon Fußball gesehen hat, erinnert sich noch an ähnliche Szenen. So ungestört läuft normalerweise seit 1985 kein Spieler mehr über den Platz. Zumindest nicht im Profifußball.

Was die Frage aufwirft, welchen Sport Werder Bremen am Samstag ausgeübt hat. Gladbach allerdings spielte im Trend. Nicht nur der Sololauf ihres Nachwuchsspielers passte ins Bild des dritten Spieltags. Auch die Umstellung auf eine Dreierkette, die die Bayern, Hertha und Eintracht Frankfurt ebenfalls aufboten.

Demnächst also wieder mit Libero und zwei Vorstoppern. Sicher ist sicher. Tröstlich für die Anhänger des besseren Fußballs ist es dann schon, dass die ersten sechs Plätze der Tabelle von Mannschaften eingenommen werden, deren Trainer eine etwas andere Philosophie vertreten.

Samstag, 30. August 2008

Gute Besserung, Ümit Özat!

Weil mir zu Ümit Özats Zusammenbruch und damit zum gestrigen Spiel auch nicht mehr einfällt als Plattitüden (und weil das eine Situation ist, in der die Frage 'Was soll man auch sonst sagen?' irgendwie zwangsläufig ist), breite ich den Mantel des Schweigens über mein Schreiben und beschränke mich auf ein

Gute Besserung, Ümit Özat!

Freitag, 29. August 2008

Die Saison kann beginnen (das Trikot ist gewaschen)!

Als ich am Sonntagmittag in den Schrank griff, um mein geliebtes schlichtweißesTrikot für das Spiel gegen Frankfurt anzuziehen, musste ich leider einsehen, dass es mit dem Weiß des Trikots nicht allzu weit her war.

Ein paar häßliche gelbe Schmutzränder aus der 2. Liga waren übrig geblieben. Ich hatte schlicht und ergreifend vergessen, das Trikot in der Sommerpause zu waschen (ja, ich wasche mein Trikot).

Aus der Not heraus musste ich kurzfristig ein anderes Trikot reaktivieren, dass bei meinen Sitznachbarn als "Das Unglückstrikot" gefürchtet ist. Sie schwören, ich hätte in diesem Trikot noch nie einen Sieg des FC gesehen, allerdings meine ich mich zu erinnern, dieses (im übrigen rotweiß gestreifte) Trikot 2000 beim Heimsieg gegen die Eintracht getragen zu haben.

Das war auch das Argument dieses Trikot am Sonntag entgegen allen Aberglaubens zu tragen. Geholfen hat es freilich nicht, weswegen ich in dieser Woche das weiße Jersey in die Waschmaschine gepackt habe. Das strahlt jetzt wieder. Die Saison kann beginnen und 3 Punkten in Karlsruhe steht zumindest von meiner Seite aus nichts im Wege.

Donnerstag, 28. August 2008

Die Luftblasenmaschine

Schalke ist ein Phänomen. Immer wieder blasen sie Spiele (manchmal gar ganze Saisonphasen) zu Ereignissen enormer, historischer, monetärer Wichtigkeit auf. Gestern Abend war mal wieder so ein historisches Spiel und wie so oft platzte die königsblaue Luftblase auf erstaunlich belanglose Art.

Viermal hat es kurz Plopp gemacht und aus war der Gelsenkirchener Traum von der Champions League. Aber Schalke wäre nicht Schalke, wenn sie nicht spätestens heute Mittag die Meisterschaft 2009 zur neuen Luftblase aufpumpen würden.

Aus dem neuerlichen Scheitern werden sie ein weiteres Stück des Mythos Schalke basteln und damit nährt sich die Luftblasenmaschine Schalke 04 aus sich selbst und unterhält den Anhang bestens. Als Unterhaltungsprogramm taugt Königsblau wie kaum ein zweiter Bundesligaverein.

Dabei übernimmt der Verein die Rolle des Clowns auf dem Kindergeburtstag: Viele bunte Luftblasen durch den Raum schicken und ein bisschen traurig gucken, wenn sie platzen. Aber Hauptsache die Kinderaugen leuchten dann.

Dienstag, 26. August 2008

Spielen Fußballer lieber von Nord nach Süd als von Ost nach West?

Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen haben eine sensationelle Entdeckung gemacht. Dank Google Earth fanden sie heraus, dass Kühe (und Hirsche) sich auf ihrer Weide in Nord-Süd-Richtung ausrichten. Ursache, so vermuten die Forscher, ist das Magnetfeld der Erde.

Die entscheidende Frage aber können die Wissenschaftler noch nicht beantworten. Gilt das auch für Fußballspieler? Fallen in Stadien mit Nord-Süd-Ausrichtung des Spielfeldes mehr Tore und landen weniger Bälle im Seitenaus? Und hat das Magnetfeld der Erde auch Einfluss auf den Frosch im Ball?

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