Der nächste schwarze Tag
Vielleicht ist das Erstaunen über das Münchener Debakel in Barcelona das Erstaunlichste an dieser Niederlage. Ähnliche Niederlagen, ob in Mailand oder Aachen, gab es mehrere in den vergangenen Jahren, ähnliche Krisen wie sie der Verein jetzt mit Klinsmann erlebt, machte er zuvor bereits mit Hitzfeld und Magath durch.
Auch wenn die Frage, ob Klinsmann ein guter Vereinstrainer ist, sicher berechtigt ist, liegen die Probleme des FC Bayern tiefer.
Der Verein, so wie ihn Uli Hoeneß in den vergangenen Jahrzehnten aufgebaut hat, ist durch und durch ein Kind der 80er. Sein Credo lautet "Erfolg" und Erfolg bedeutet in München Titel. Den fußballerischen Glanz, den die Mannschaft in den 70ern durchaus zu verbreiten wusste, sah man in der Ära Hoeneß eigentlich nie.
Im Grunde genommen ist Erfolg für einen Sportverein eine durchaus akzeptable Philosophie. Nur führte der Münchener Weg zum Erfolg (und auch darin ist Bayern München ein Kind der 80er) über finanzielle Potenz, weniger über ein sportliches Konzept. Das reichte für sportliche Dominanz in der Liga und zum Mithalten im internationalen Fußball. Für den sportlichen Glanz hielt man sich ein paar Künstler - aktuell z.B. einen Ribery.
Denn auch in München gibt es seit Jahren durchaus den Wunsch nicht nur erfolgreich, sondern auch schön zu spielen. Sei es mit einem "Dream Team" wie unter Otto Rehagel oder mit einem "weißen Ballett" wie in den Anfangstagen eines Felix Magath.
Am Ende aber blieb das nur Schönspielerei, blieb der Erfolg aus, besann man sich in München auf das Wesentliche: Ergebnisse.
Damit aber treten Fragen nach dem Sportlichen in den Hintergrund. Fragen nach dem Fußball, den Bayern München spielen will, und nein, schön und erfolgreich ist darauf keine Antwort. Denn schön und erfolgreich wollen alle spielen, selbst Cottbus, wenn es die Wahl hätte.
Das aber sind die Fragen, die heute über den Erfolg entscheiden. In Barcelona, aber auch in Wolfsburg, Hoffenheim, London oder Liverpool.
Dabei geht es nicht um Schönheit, sondern darum, welchen sportlichen Weg zum Erfolg ein Verein einschlagen will. Das kann Arsenals One-Touch-Football sein, Barcas Hochgeschwindigkeitsoffensive (die, was gerne vergessen wird, eine exzellente Defensive hinter sich weiß), aber auch Chelseas im Grunde plumper Kraftfußball.
Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich im Grunde dasselbe geschrieben:
Von den Verantwortlichen des FC Bayern weiß niemand, wie man so etwas macht: einem Starensemble eine Fußballphilosophie einimpfen, geschweige denn einen Verein so zu führen, dass er eine Vorstellung vom Fußball lebt, die auch jenseits des Erfolges Freude bereitet.
Eine Antwort hat der Verein bisher nicht gefunden und solange er sie nicht findet, ist es nur eine Frage der Zeit bis zum nächsten schwarzen Tag. Egal wie der Trainer, egal wie die Spieler heißen.
Auch wenn die Frage, ob Klinsmann ein guter Vereinstrainer ist, sicher berechtigt ist, liegen die Probleme des FC Bayern tiefer.
Der Verein, so wie ihn Uli Hoeneß in den vergangenen Jahrzehnten aufgebaut hat, ist durch und durch ein Kind der 80er. Sein Credo lautet "Erfolg" und Erfolg bedeutet in München Titel. Den fußballerischen Glanz, den die Mannschaft in den 70ern durchaus zu verbreiten wusste, sah man in der Ära Hoeneß eigentlich nie.
Im Grunde genommen ist Erfolg für einen Sportverein eine durchaus akzeptable Philosophie. Nur führte der Münchener Weg zum Erfolg (und auch darin ist Bayern München ein Kind der 80er) über finanzielle Potenz, weniger über ein sportliches Konzept. Das reichte für sportliche Dominanz in der Liga und zum Mithalten im internationalen Fußball. Für den sportlichen Glanz hielt man sich ein paar Künstler - aktuell z.B. einen Ribery.
Denn auch in München gibt es seit Jahren durchaus den Wunsch nicht nur erfolgreich, sondern auch schön zu spielen. Sei es mit einem "Dream Team" wie unter Otto Rehagel oder mit einem "weißen Ballett" wie in den Anfangstagen eines Felix Magath.
Am Ende aber blieb das nur Schönspielerei, blieb der Erfolg aus, besann man sich in München auf das Wesentliche: Ergebnisse.
Damit aber treten Fragen nach dem Sportlichen in den Hintergrund. Fragen nach dem Fußball, den Bayern München spielen will, und nein, schön und erfolgreich ist darauf keine Antwort. Denn schön und erfolgreich wollen alle spielen, selbst Cottbus, wenn es die Wahl hätte.
Das aber sind die Fragen, die heute über den Erfolg entscheiden. In Barcelona, aber auch in Wolfsburg, Hoffenheim, London oder Liverpool.
Dabei geht es nicht um Schönheit, sondern darum, welchen sportlichen Weg zum Erfolg ein Verein einschlagen will. Das kann Arsenals One-Touch-Football sein, Barcas Hochgeschwindigkeitsoffensive (die, was gerne vergessen wird, eine exzellente Defensive hinter sich weiß), aber auch Chelseas im Grunde plumper Kraftfußball.
Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich im Grunde dasselbe geschrieben:
Von den Verantwortlichen des FC Bayern weiß niemand, wie man so etwas macht: einem Starensemble eine Fußballphilosophie einimpfen, geschweige denn einen Verein so zu führen, dass er eine Vorstellung vom Fußball lebt, die auch jenseits des Erfolges Freude bereitet.
Eine Antwort hat der Verein bisher nicht gefunden und solange er sie nicht findet, ist es nur eine Frage der Zeit bis zum nächsten schwarzen Tag. Egal wie der Trainer, egal wie die Spieler heißen.
Suedtribuene - 9. Apr, 14:48
Juergen (Gast) - 10. Apr, 08:00
Ich kann mich noch gut daran erinnern wie ein Uli Hoeness vor ein paar Jahren um Geduld bat, weil die Bayern mit einer jungen Mannschaft ganz von vorne anfangen wollten. Der Trainer hiess damals Felix Magath und ich grinste mir einen.
Es dauerte nicht lange und alles war passe, weil die Ergebnisse nicht die waren, die man sich erwartete. Die jungen Spieler kamen nicht und ein Felix Magath musste gehen. Anschliessend business as usual.
Wenn man die Zeiten eines Müller, Beckenbauer ausser Acht lässt, haben die Bayern nie gute Jugendspieler hervor gebracht, alle wurden sie woanders ausgebildet und dann gekauft. Schweinsteiger ist eine Ausnahme, der stagniert aber in seiner Leistung und der Kroos ist jetzt in Leverkusen.
Das die Bayern keine dauerhafte Beziehung mit Klinsmann eingehen, war mir von vorne rein klar. Denn eins haben die bei den Bayern nicht und das ist Zeit. Und genau Zeit ist es die man braucht einen Wechsel zu vollziehen. Bei der Nationalmannschaft haben wir auch durch ein paar dunkle Jahre gehen müssen. Ich bin da ganz ehrlich, gegen Ende der Hinrunde hat es Spass gemacht den Bayern zu zuschauen. Erfrischender Offensivfussball und welch' ein Duell mit Hoffenheim.
Ändern wird sich bei den Bayern nichts, solange ein Hoeness und vor allem ein Beckenbauer noch irgendwas zu sagen haben. Daher kann ich deinen Worten nur zustimmen.
P.S. Sie haben am Dienstag gegen eine grandiose Mannschaft verloren, eine Mannschaft die seid einigen Jahren den schönsten Fussball der Welt spielt.
Die ist vorne bis hinten mit tollen Fussballern gespickt, technisch hervorragend ausgebildet. Deswegen liebe ich den FC Barcelona, immer schon. Weil sie ihr Spiel einfach durchziehen.
Es dauerte nicht lange und alles war passe, weil die Ergebnisse nicht die waren, die man sich erwartete. Die jungen Spieler kamen nicht und ein Felix Magath musste gehen. Anschliessend business as usual.
Wenn man die Zeiten eines Müller, Beckenbauer ausser Acht lässt, haben die Bayern nie gute Jugendspieler hervor gebracht, alle wurden sie woanders ausgebildet und dann gekauft. Schweinsteiger ist eine Ausnahme, der stagniert aber in seiner Leistung und der Kroos ist jetzt in Leverkusen.
Das die Bayern keine dauerhafte Beziehung mit Klinsmann eingehen, war mir von vorne rein klar. Denn eins haben die bei den Bayern nicht und das ist Zeit. Und genau Zeit ist es die man braucht einen Wechsel zu vollziehen. Bei der Nationalmannschaft haben wir auch durch ein paar dunkle Jahre gehen müssen. Ich bin da ganz ehrlich, gegen Ende der Hinrunde hat es Spass gemacht den Bayern zu zuschauen. Erfrischender Offensivfussball und welch' ein Duell mit Hoffenheim.
Ändern wird sich bei den Bayern nichts, solange ein Hoeness und vor allem ein Beckenbauer noch irgendwas zu sagen haben. Daher kann ich deinen Worten nur zustimmen.
P.S. Sie haben am Dienstag gegen eine grandiose Mannschaft verloren, eine Mannschaft die seid einigen Jahren den schönsten Fussball der Welt spielt.
Die ist vorne bis hinten mit tollen Fussballern gespickt, technisch hervorragend ausgebildet. Deswegen liebe ich den FC Barcelona, immer schon. Weil sie ihr Spiel einfach durchziehen.
zechbauer (Gast) - 10. Apr, 10:02
Jugendarbeit
Die Jugendarbeit beim FCB ist gut - um nicht zu sagen, sehr gut! Über 60% der dort ausgebildeten Spieler ist für eine Profi-Mannschaft in der ersten oder zweiten Liga aktiv (ein überdurchschnittlicher Wert). Das Problem ist eher, dass sie nicht in der Profi-Mannschaft der Bayern die Chancen und Spielpraxis bekommen. In der Süddeutschen gab es da gestern einen ganz guten Artikel zu.
Stefan (Weltsicht Südtribüne) (Gast) - 10. Apr, 11:16
Barcelona
habe ich früher allein schon wegen Cruyff und Schuster geliebt. Auch wenn man das mit Cruyff in Deutschland nie sagen darf.
Was die Jugendarbeit angeht, stand in der SZ aber auch, dass am Dienstagabend mehr als ein halbes Dutzend im Verein ausgebildete Jugendspieler bei Barca in der Mannschaft spielten.
Die Bayern klopfen sich zwar immer für ihre Jugendarbeit auf die Schulter, aber auch da sind Vereine wie Arsenal oder Barcelona fast schon Lichtjahre voraus. Denn was hilft es, den Bayern gute Zweitligaspieler auszubilden oder die echten Talente an andere Verein zu verlieren?
Wir haben auf sicherlich niedrigerem Niveau eine ähnliche Situation beim FC. Der FC bringt immer wieder Spieler hervor, die sich irgendwo in der ersten, meistens aber eher in der zweiten Liga durchsetzen können. Wenn Du dann Spieler wie Schöneberg zwei-, dreimal im Stadion gesehen hast, weißt Du, dass es für mehr als Zweitligamittelmaß wahrscheinlich nicht reichen wird.
Nur muss es doch der Anspruch eines Profi-Vereins sein, Spieler für die eigene erste Mannschaft auszubilden, oder? Also Spieler, die die mittel- und langfristigen Ziele des Vereins verwirklichen können.
Wenn Du nur das Ziel hast, Jugendspieler zu Profis zu machen, erreichst Du das nicht. Dann bleiben die wirklichen guten Spieler (Podolski, Helmes in Köln, Schweinsteiger, Lahm in München) die zufällige Ausnahme, getreu dem Motto: der Gaul springt nicht höher als er muss.
Was die Jugendarbeit angeht, stand in der SZ aber auch, dass am Dienstagabend mehr als ein halbes Dutzend im Verein ausgebildete Jugendspieler bei Barca in der Mannschaft spielten.
Die Bayern klopfen sich zwar immer für ihre Jugendarbeit auf die Schulter, aber auch da sind Vereine wie Arsenal oder Barcelona fast schon Lichtjahre voraus. Denn was hilft es, den Bayern gute Zweitligaspieler auszubilden oder die echten Talente an andere Verein zu verlieren?
Wir haben auf sicherlich niedrigerem Niveau eine ähnliche Situation beim FC. Der FC bringt immer wieder Spieler hervor, die sich irgendwo in der ersten, meistens aber eher in der zweiten Liga durchsetzen können. Wenn Du dann Spieler wie Schöneberg zwei-, dreimal im Stadion gesehen hast, weißt Du, dass es für mehr als Zweitligamittelmaß wahrscheinlich nicht reichen wird.
Nur muss es doch der Anspruch eines Profi-Vereins sein, Spieler für die eigene erste Mannschaft auszubilden, oder? Also Spieler, die die mittel- und langfristigen Ziele des Vereins verwirklichen können.
Wenn Du nur das Ziel hast, Jugendspieler zu Profis zu machen, erreichst Du das nicht. Dann bleiben die wirklichen guten Spieler (Podolski, Helmes in Köln, Schweinsteiger, Lahm in München) die zufällige Ausnahme, getreu dem Motto: der Gaul springt nicht höher als er muss.
zechbauer (Gast) - 10. Apr, 09:59
Auszeit
Eine Auszeit vom Titelsammeln und ein damit einhergehender Umbruch (den man immer wieder propagiert, aber nie wirklich umsetzt) wäre notwendig.
Ich glaube, man unterschätzt beim FCB die Fans - die sicher bereit wären und damit leben könnten mal zwei oder drei Jahre nichts abzuräumen. Man hat vermutlich die Befürchtung mit so einem Schritt die Dominanz (auch finanziell) zu verlieren. Dies wird aber früher oder später ohnehin passieren - denn heute verdient man das Geld im internationalen Vergleich. Und in dem kann Bayern nicht mithalten.
Ich glaube, man unterschätzt beim FCB die Fans - die sicher bereit wären und damit leben könnten mal zwei oder drei Jahre nichts abzuräumen. Man hat vermutlich die Befürchtung mit so einem Schritt die Dominanz (auch finanziell) zu verlieren. Dies wird aber früher oder später ohnehin passieren - denn heute verdient man das Geld im internationalen Vergleich. Und in dem kann Bayern nicht mithalten.
Juergen (Gast) - 10. Apr, 12:01
Jugend bei den Bayern + FC
Wir hatten beim FC auch schon das Vergnügen mit 2 Bayern Talenten und zwar Wessels und Feulner, keine üblen Spieler. Aber keine Spitzenspieler in dem Sinne.
Wie man einen Spieler wie den Kroos einfach so weggehen lässt, ist mir völlig unbegreiflich.
Barcelona beisst sich heute noch sonstwo hin, das ein Fabregas bei Arsenal spielt.
Wie Stefan schon erwähnte haben absolute Topklubs wie Barca, Arsenal oder ManU keine Probleme die Burschen einfach mal in's kalte Wasser zu werfen. Und erzähle mir keiner das die keine Konkurrenz in der Liga haben.
Auch solche Vereine sind schon durch tiefe Täler gegangen, jahrelang, ohne irgendwelche Titel. Bei der Bayernführung scheint das kein Thema zu sein.
Und wir ? Wir haben über die Jahre schon einige Talente abgeben müssen, einfach weil wir zu dämlich waren einfach mal die Klasse zu halten. Aber wir haben Trainern auch nie die Zeit gegeben die sie brauchten.
Es waren welche dabei wie Marcel Koller der es einfach mal wagte einen Lukas Podolski in die 1.Mannschaft zu stellen. Dazu gehört auch Mut.
Wie man einen Spieler wie den Kroos einfach so weggehen lässt, ist mir völlig unbegreiflich.
Barcelona beisst sich heute noch sonstwo hin, das ein Fabregas bei Arsenal spielt.
Wie Stefan schon erwähnte haben absolute Topklubs wie Barca, Arsenal oder ManU keine Probleme die Burschen einfach mal in's kalte Wasser zu werfen. Und erzähle mir keiner das die keine Konkurrenz in der Liga haben.
Auch solche Vereine sind schon durch tiefe Täler gegangen, jahrelang, ohne irgendwelche Titel. Bei der Bayernführung scheint das kein Thema zu sein.
Und wir ? Wir haben über die Jahre schon einige Talente abgeben müssen, einfach weil wir zu dämlich waren einfach mal die Klasse zu halten. Aber wir haben Trainern auch nie die Zeit gegeben die sie brauchten.
Es waren welche dabei wie Marcel Koller der es einfach mal wagte einen Lukas Podolski in die 1.Mannschaft zu stellen. Dazu gehört auch Mut.





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