Brutaler Abnutzungskampf
Jürgen Klinsmann hat vor der WM angekündigt, die Spiele würden "brutale Abnutzungskämpfe". Er sollte recht behalten.
Betrachtet man den Fußball dieses Turniers schälen sich bisher zwei Tendenzen heraus.
1. Es wird verbissen um jeden Ball im Mittelfeld gerungen.
Exemplarisch die Spiele Deutschland-Polen und Deutschland-Argentinien. Aber auch Frankreich hat im Verlauf des Turniers diese Spielweise verinnerlicht.
Brasiliens Trainer Carlos Alberto Parreira hingegen zeigte sich zu Beginn der WM überrascht über die Intensität der Zweikämpfe. Seine Stars fanden dementsprechend kein Mittel gegen das dicht gestaffelte, aggressiv zu Werke gehende französische Mittelfeld.
Überraschend kommt diese aggressive Spielweise jedoch nicht. Wer in diesem Jahr Premier League oder Champions League gesehen hat, wusste, was ihn bei diesem Turnier erwartet.
Die Räume sind nicht mehr eng, sie sind zu. Das aggressive Spiel ist nicht nur auf das Stören des Gegners angelegt, sondern darauf den Ball umgehend zurückzuerobern. Es entsteht ein verbissenes Kleinklein im Mittelfeld. Nicht immer schön, aber fast immer intensiv.
Um sich in dieser Mittelfeldschlacht zu behaupten, opfern zahlreiche Teams einen Stürmer. Drei der vier Teams im Halbfinale spielen nur mit einer echten Spitze. Deshalb:
2. Es wird nur noch mit einem Stürmer gespielt.
Nicht nur Frankreich, Italien und Portugal laufen so auf. Auch England hat mit seinem Chelsea- bzw. Arsenalerprobten 4-1-4-1 auf nur eine Spitze gesetzt. Frankreich und Portugal setzen dabei auf ein 4-2-3-1. Italien, in der Gewissheit einen Stürmer nur drei- oder viermal im Spiel zu brauchen, gleich auf ein 4-2-2-1-1. Ziel: Überzahl im Mittelfeld.
Problem: Fehlende Anspielstationen in der Spitze. Nur wenn sich die drei offensiven im Mittelfeld, insbesondere die Außen bei Ballbesitz nach vorne bewegen, entsteht Torgefahr.
Aktuell ist das z.B. das Manko des französischen Spiels: Henry ist trotz seiner drei Tore außer Form. Der hochgelobte Ribery und Malouda bewegen sich meist nur in die Spitze, wenn sie selber den Ball am Fuß haben.
Kein Wunder, dass Frankreich gegen die schwache Defensive der Brasilianer einen Freistoß brauchte, um das Spiel zu entscheiden.
Nur Deutschland wird im Halbfinale mit zwei Stürmern ins Spiel gehen. Die Strategie der Klinsmanntruppe ist eine andere: Klose und Podolskis lassen sich gerne zurückfallen und unterstüzen das Mittelfeld. In meinen Augen die bessere und flexiblere Variante.
Insofern dürfte es interessant werden zu beobachten, ob sich die Tendenz zum Ein-Mann-Sturm nach der WM tatsächlich fortsetzt. Ich persönlich bin skeptisch und rechne eher damit, dass sich das Bild des Stürmers verändern wird. Weg vom bulligen Brecher in der Zentrale, weg auch von den wieselflinken und trickreichen Außenstürmern (im 4-3-3), hin zu flexiblen, zweikampf-, lauf-, spiel- und schussstarken Angreifern. Weniger Ronaldo, mehr Klose.
Betrachtet man den Fußball dieses Turniers schälen sich bisher zwei Tendenzen heraus.
1. Es wird verbissen um jeden Ball im Mittelfeld gerungen.
Exemplarisch die Spiele Deutschland-Polen und Deutschland-Argentinien. Aber auch Frankreich hat im Verlauf des Turniers diese Spielweise verinnerlicht.
Brasiliens Trainer Carlos Alberto Parreira hingegen zeigte sich zu Beginn der WM überrascht über die Intensität der Zweikämpfe. Seine Stars fanden dementsprechend kein Mittel gegen das dicht gestaffelte, aggressiv zu Werke gehende französische Mittelfeld.
Überraschend kommt diese aggressive Spielweise jedoch nicht. Wer in diesem Jahr Premier League oder Champions League gesehen hat, wusste, was ihn bei diesem Turnier erwartet.
Die Räume sind nicht mehr eng, sie sind zu. Das aggressive Spiel ist nicht nur auf das Stören des Gegners angelegt, sondern darauf den Ball umgehend zurückzuerobern. Es entsteht ein verbissenes Kleinklein im Mittelfeld. Nicht immer schön, aber fast immer intensiv.
Um sich in dieser Mittelfeldschlacht zu behaupten, opfern zahlreiche Teams einen Stürmer. Drei der vier Teams im Halbfinale spielen nur mit einer echten Spitze. Deshalb:
2. Es wird nur noch mit einem Stürmer gespielt.
Nicht nur Frankreich, Italien und Portugal laufen so auf. Auch England hat mit seinem Chelsea- bzw. Arsenalerprobten 4-1-4-1 auf nur eine Spitze gesetzt. Frankreich und Portugal setzen dabei auf ein 4-2-3-1. Italien, in der Gewissheit einen Stürmer nur drei- oder viermal im Spiel zu brauchen, gleich auf ein 4-2-2-1-1. Ziel: Überzahl im Mittelfeld.
Problem: Fehlende Anspielstationen in der Spitze. Nur wenn sich die drei offensiven im Mittelfeld, insbesondere die Außen bei Ballbesitz nach vorne bewegen, entsteht Torgefahr.
Aktuell ist das z.B. das Manko des französischen Spiels: Henry ist trotz seiner drei Tore außer Form. Der hochgelobte Ribery und Malouda bewegen sich meist nur in die Spitze, wenn sie selber den Ball am Fuß haben.
Kein Wunder, dass Frankreich gegen die schwache Defensive der Brasilianer einen Freistoß brauchte, um das Spiel zu entscheiden.
Nur Deutschland wird im Halbfinale mit zwei Stürmern ins Spiel gehen. Die Strategie der Klinsmanntruppe ist eine andere: Klose und Podolskis lassen sich gerne zurückfallen und unterstüzen das Mittelfeld. In meinen Augen die bessere und flexiblere Variante.
Insofern dürfte es interessant werden zu beobachten, ob sich die Tendenz zum Ein-Mann-Sturm nach der WM tatsächlich fortsetzt. Ich persönlich bin skeptisch und rechne eher damit, dass sich das Bild des Stürmers verändern wird. Weg vom bulligen Brecher in der Zentrale, weg auch von den wieselflinken und trickreichen Außenstürmern (im 4-3-3), hin zu flexiblen, zweikampf-, lauf-, spiel- und schussstarken Angreifern. Weniger Ronaldo, mehr Klose.
Suedtribuene - 3. Jul, 12:00
kurtspaeter - 3. Jul, 18:02
Was betreibt ihr denn hier Spaßiges? Na ja, muss meinen Kölner Kollegen mal uterstützen, wenn Barca im 4-2-2-2 der Brasilianer spielt, fress ich nen Besen. Im CL-Spiel in Bremen sah das ganz anders aus und am Fernseher auch.
Aber Italien spielt nicht immer nur mit einer Spitze. Wenn mich nicht alles täuscht, haben die das nur im Viertelfinale praktiziert, sonst immer mit Gilardino und Toni vorne sowie Totti bzw del Piero (im Achtelfinale) dahinter. Also relativ offensiv.
Und das England nur mit einer Spitze spielte, hat Herr Eriksson sich selbst, seinen Nominierungen und der Verletzung Michael Owens zu verdanken.
Aber Italien spielt nicht immer nur mit einer Spitze. Wenn mich nicht alles täuscht, haben die das nur im Viertelfinale praktiziert, sonst immer mit Gilardino und Toni vorne sowie Totti bzw del Piero (im Achtelfinale) dahinter. Also relativ offensiv.
Und das England nur mit einer Spitze spielte, hat Herr Eriksson sich selbst, seinen Nominierungen und der Verletzung Michael Owens zu verdanken.
Suedtribuene - 3. Jul, 18:41
Mit Italien ist das so eine Sache. Wenn ich mich recht erinnere, sind sie auch gegen Australien mit nur einer Spitze aufgelaufen (wenn nicht, sah es zumindest so aus).
Auf der anderen Seite hat Lippi gerade in der Vorbereitung auf die WM sehr offensiv spielen lassen. Aber ob Du offensiv oder defensiv spielst, entscheidet ja nicht allein die Anzahl der Stürmer, "offensiv ist, wie machen in Platz." :-)
Und England? Ja nun...
Er hätte auch Crouch oder Walcott bringen können. Aber ich fürchte, Eriksson hatte tatsächlich keinen Plan.
Auf der anderen Seite hat Lippi gerade in der Vorbereitung auf die WM sehr offensiv spielen lassen. Aber ob Du offensiv oder defensiv spielst, entscheidet ja nicht allein die Anzahl der Stürmer, "offensiv ist, wie machen in Platz." :-)
Und England? Ja nun...
Er hätte auch Crouch oder Walcott bringen können. Aber ich fürchte, Eriksson hatte tatsächlich keinen Plan.
kurtspaeter - 3. Jul, 19:22
Negativ, Australien habe ich ja oben geschrieben. Gilardino, Toni UND del Piero dahinter
Suedtribuene - 3. Jul, 20:11
Oben hast Du vom Viertelfinale geschrieben (Ukraine). Ich frage mich aber, ob ich Gilardino als Stürmer ansehen soll. Für mich ist das eher offensives Mittelfeld. Aber da sind wir dann schon wieder beim System und seiner Interpretation.
kurtspaeter - 3. Jul, 20:15
Hm, Gilardino im offensiven Mittelfeld?
Der Gedanke ist mir ehrlich gesagt noch ar nicht gekommen. Der hat doch sowohl bei Milan als auch bei Parma zweite Spitze gespielt.
Und geschrieben habe ich auch wenn in Klammern auch vom Achtelfinale. Das war ja Australien.
Seis drum, interpretieren kann man das System der Italiener bislang sowieso nur in eine Richtung. Defensiv, defensiv, desfensiv.
Der Gedanke ist mir ehrlich gesagt noch ar nicht gekommen. Der hat doch sowohl bei Milan als auch bei Parma zweite Spitze gespielt.
Und geschrieben habe ich auch wenn in Klammern auch vom Achtelfinale. Das war ja Australien.
Seis drum, interpretieren kann man das System der Italiener bislang sowieso nur in eine Richtung. Defensiv, defensiv, desfensiv.
Suedtribuene - 3. Jul, 20:20
Stimmt,
war mein Lesefehler, sorry. Zu warm.
Ich glaube, wir schauen beide morgen ziemlich genau, was, wie und wo Gilardino sich auf dem Platz rumtreibt.
Dass Italien aktuell nur defensiv spielt, finde ich nach den Auftritten in der Vorbereitung fast schon tragisch. Allein weil sich Lippi (der ähnlich wie Klinsmann mit einer neuen Philosophie angetreten ist) davon abgewandt hat, offensiv spielen zu lassen, reicht für ein gerechtfertigtes Aus.
Ich glaube, wir schauen beide morgen ziemlich genau, was, wie und wo Gilardino sich auf dem Platz rumtreibt.
Dass Italien aktuell nur defensiv spielt, finde ich nach den Auftritten in der Vorbereitung fast schon tragisch. Allein weil sich Lippi (der ähnlich wie Klinsmann mit einer neuen Philosophie angetreten ist) davon abgewandt hat, offensiv spielen zu lassen, reicht für ein gerechtfertigtes Aus.
kurtspaeter - 3. Jul, 20:38
Ich hätte da noch einige andere Ideen warum die ausscheiden sollen.
Als erstes, weil es Italiener sind und zweitens weil sie gegen Deutschland spielen. Das reicht mir.
Als erstes, weil es Italiener sind und zweitens weil sie gegen Deutschland spielen. Das reicht mir.





Die Praxis
Allerdings
Aber - und das ist dann so ein bißchen das Ende der reinen Systemfrage - sie interpretieren das flexibel, so dass aus einem 4-2-3-1 flugs mal ein 4-2-1-3 wird.
Ok
Und um Öl auf deine Wunden zu gießen und die Diskusion mit mehr FC Fans anzuheizen: Beim FC hat der Ein-Mann-Sturm auch nicht funktioniert. Nix für ungut ;-))
Jetzt
Also
Raute
Etwa so:
Kahn
Sagnol Lucio Ismael Lahm
Hargreaves
Deisler Schweinsteiger
Ballack
Makaay Pizarro
Aber vermutlich guckst Du nie Spiele dieser Mannschaft.
Also,
Stimmt
Aua
Steht doch alles oben:
Na dann
Oder
ich glaub ich steh im Wald
Schräg!
Eigentlich haste ja schon Rot
ach ja und das mit dem Jobangebot als PK-Chef nehme ich zurück, denn Selbstbeweihräucherer wolln wir net.