Fallhöhe
Ursprünglich diente der Begriff der Fallhöhe den Dramatikern als Begründung, warum in ihren Stücken Fürsten und Adlige auftreten sollten, keine Bürger. Deren Leben und Schicksal fehlte es an Größe, so die Theorie, daher fehlte es ihrem Scheitern ebenfalls an Größe, ebenjener Fallhöhe.
Heute wird die Fallhöhe gerne in dramaturgischen Diskussionen genutzt, um darauf hinzuweisen, dass für den Helden einer Geschichte zu wenig auf dem Spiel steht.
Die Engländer formulieren es griffiger:
"The higher they rise, the deeper they fall."
Borussia Dortmund war ganz oben. Deutscher Meister, Champions-League-Sieger, Weltpokalgewinner.
Dann verpassten sie ein-, zweimal die Champions-League und der Aufstieg der Borussia endete in einem finanziellen Fiasko. Die Mannschaft verursachte Kosten auf Champions-League-Niveau, lieferte aber nur Leistungen für das gehobene Bundesligamittelmaß. Dumm und wider alle kaufmännische Vorsicht, dass der BVB mit Einnahmen aus der (noch nicht erreichten) Champions League geplant hatte. Damit treffen sich dann Sport, Ökonomie und Dramaturgie, denn der tragische Held scheitert am liebsten an sich selbst.
Ich erinnere mich noch an die versteinerten Mienen von Präsident Niebaum und Manager Meier nach dem Aus in der Champions-League-Qualifikation. Damals habe ich das nur als Reaktion auf die sportliche Blamage gewertet. Als ich ein paar Jahre später die Bilder wiedersah (im Wissen um die finanziellen Folgen dieses Spiels), bekamen diese Mienen eine ganz andere Bedeutung. Da wussten zwei, welche Abgründe sich gerade auftaten.
Inzwischen sind beide nicht mehr im Amt. Borussia Dortmund hat versucht, aus dem Fall des Vereins den Fall zweier Individueen zu machen. Der Fürst ist gescheitert, aber das Land lebt weiter. Klassische Dramaturgie mit künstlichem Happy End.
Jetzt dümpeln sie im Bundesligamittelmaß vor sich hin, träumen weiter von internationalen Spielen, scheitern aber - die Geschichte wiederholt sich, solange der Held nichts lernt, auch das ist Dramaturgie - wie immer in der Qualifikation bzw. dem UI-Cup.
Deswegen lohnt sich ein Blick auf die sportliche Seite dieses Vereins. Borussia Dortmund besaß in seiner erfolgreichen Zeit eine Mannschaft, in der sich Malocher (Ruhrpottklischee, ich weiß) und Künstler perfekt ergänzten. Aus einem schnöseligen Bayernjungprofi und hauptberuflichen Bruder wie Michael Rummenigge wurde ein Kämpfer fürs Mittelfeld, später holten sie einen Jürgen Kohler, einen Matthias Sammer und packten sie in eine Mannschaft mit einem wie Andy Möller oder Patrick Berger. Dann versuchten sie es ohne Kämpfer. Rummenige erwischte es als ersten, Sammer beendete seine Karriere verletzungsbedingt, jemand wie Paul Lambert galt rasch als nicht mehr gut genug. Doch ohne Kämpfer war die Mannschaft international nicht wettbewerbsfähig.
Heute versuchen die Tschechen Koller und Rosicky diese Lücken zu füllen. Nur zieht ein Koller die Mannschaft nicht mit und fehlt es einem Rosicky aufgrund seiner Verletzungsanfälligkeit an Konstanz. Auch am Sonntag wird er vorrausichtlich fehlen, wenn der FC im Westfalenstadion antritt.
Dafür laufen wir das erste Mal seit fast 15 Jahren in Dortmund mit zwei deutschen Nationalspielern auf. Und ich weise bei der Gelegenheit auch mal darauf hin, dass beide, Sinkiewicz wie Podolski, aus der Jugend des FC stammen.
Daraus einen fundamentalen Unterschied zwischen der Arbeit beider Vereine zu ziehen - hier die mit Geld um sich werfenden Dortmunder, da die kontinuierlich den Nachwuchs fördernden Kölner - ist natürlich Quatsch. Dennoch ist auch das Spiel am Sonntag wieder ein Spiel Wir gegen die, Gut gegen Böse.
Heute wird die Fallhöhe gerne in dramaturgischen Diskussionen genutzt, um darauf hinzuweisen, dass für den Helden einer Geschichte zu wenig auf dem Spiel steht.
Die Engländer formulieren es griffiger:
"The higher they rise, the deeper they fall."
Borussia Dortmund war ganz oben. Deutscher Meister, Champions-League-Sieger, Weltpokalgewinner.
Dann verpassten sie ein-, zweimal die Champions-League und der Aufstieg der Borussia endete in einem finanziellen Fiasko. Die Mannschaft verursachte Kosten auf Champions-League-Niveau, lieferte aber nur Leistungen für das gehobene Bundesligamittelmaß. Dumm und wider alle kaufmännische Vorsicht, dass der BVB mit Einnahmen aus der (noch nicht erreichten) Champions League geplant hatte. Damit treffen sich dann Sport, Ökonomie und Dramaturgie, denn der tragische Held scheitert am liebsten an sich selbst.
Ich erinnere mich noch an die versteinerten Mienen von Präsident Niebaum und Manager Meier nach dem Aus in der Champions-League-Qualifikation. Damals habe ich das nur als Reaktion auf die sportliche Blamage gewertet. Als ich ein paar Jahre später die Bilder wiedersah (im Wissen um die finanziellen Folgen dieses Spiels), bekamen diese Mienen eine ganz andere Bedeutung. Da wussten zwei, welche Abgründe sich gerade auftaten.
Inzwischen sind beide nicht mehr im Amt. Borussia Dortmund hat versucht, aus dem Fall des Vereins den Fall zweier Individueen zu machen. Der Fürst ist gescheitert, aber das Land lebt weiter. Klassische Dramaturgie mit künstlichem Happy End.
Jetzt dümpeln sie im Bundesligamittelmaß vor sich hin, träumen weiter von internationalen Spielen, scheitern aber - die Geschichte wiederholt sich, solange der Held nichts lernt, auch das ist Dramaturgie - wie immer in der Qualifikation bzw. dem UI-Cup.
Deswegen lohnt sich ein Blick auf die sportliche Seite dieses Vereins. Borussia Dortmund besaß in seiner erfolgreichen Zeit eine Mannschaft, in der sich Malocher (Ruhrpottklischee, ich weiß) und Künstler perfekt ergänzten. Aus einem schnöseligen Bayernjungprofi und hauptberuflichen Bruder wie Michael Rummenigge wurde ein Kämpfer fürs Mittelfeld, später holten sie einen Jürgen Kohler, einen Matthias Sammer und packten sie in eine Mannschaft mit einem wie Andy Möller oder Patrick Berger. Dann versuchten sie es ohne Kämpfer. Rummenige erwischte es als ersten, Sammer beendete seine Karriere verletzungsbedingt, jemand wie Paul Lambert galt rasch als nicht mehr gut genug. Doch ohne Kämpfer war die Mannschaft international nicht wettbewerbsfähig.
Heute versuchen die Tschechen Koller und Rosicky diese Lücken zu füllen. Nur zieht ein Koller die Mannschaft nicht mit und fehlt es einem Rosicky aufgrund seiner Verletzungsanfälligkeit an Konstanz. Auch am Sonntag wird er vorrausichtlich fehlen, wenn der FC im Westfalenstadion antritt.
Dafür laufen wir das erste Mal seit fast 15 Jahren in Dortmund mit zwei deutschen Nationalspielern auf. Und ich weise bei der Gelegenheit auch mal darauf hin, dass beide, Sinkiewicz wie Podolski, aus der Jugend des FC stammen.
Daraus einen fundamentalen Unterschied zwischen der Arbeit beider Vereine zu ziehen - hier die mit Geld um sich werfenden Dortmunder, da die kontinuierlich den Nachwuchs fördernden Kölner - ist natürlich Quatsch. Dennoch ist auch das Spiel am Sonntag wieder ein Spiel Wir gegen die, Gut gegen Böse.
Suedtribuene - 9. Sep, 12:15





Alte Recken - unvollständig
Was mich an Deinem Beitrag erschreckt, sind die vielen Namen, die ich tatsächlich nicht erwähnt habe. Das erinnert mich an uns Anfang der 90er. Damals konnten wir aus unseren abgegebenen Spielern gedanklich eine international taugliche Truppe zusammenstellen: Morten Olsen, Thomas Häßler, Jürgen Kohler, Flemming Poulsen, Arnim Görtz, Falko Götz, Henrik Andersen, Dieter Prestin, Thomas Allofs um nur ein paar zu nennen. Du weißt, wo das für uns endete?
Was Angst vor Kölle angeht: Wer Braunschweig und Olmütz putzt, muss Köln nicht fürchten.
Ups...
[edit] p.s. wenn du im Suedtribuene Profil eine Website einträgst [vorzugsweise suedtribuene.twoday.net], die mit deinem "Nick" gekoppelt wird, dann findet man schnell hierher, wenn du woanders einen Kommentar hinterlassen hast.
Ah, danke,
Ich war auch auf dem Platz nie ein brillianter Techniker. Für mich galt das, was Jürgen Klopp über sich als Spieler gesagt hat: "Der Fuß konnte nicht so, wie der Kopf wollte." Aber wenigstens schnell war ich.
Hm,