Wenn wir sie nicht schlagen können...
... dann machen wir ihnen wenigstens die Fahne kaputt.
Als ich eine halbe Stunde vor Spielende endlich in Müngerdorf angekommen war, dachte ich zuerst das Spiel sei schon vorbei. Kaum ein Geräusch war aus dem Stadioninneren zu hören, weder von Kölner noch von Gladbacher Seite.
Im Stadion selber wurde rasch klar warum: Köln mühte sich, brachte aber wenig Gescheites zu Stande. Gladbach tat zu wenig, um seine Fans trotz Führung bei Laune zu halten.
Stimmung kam erst auf, als auf den Stehrängen die erbeutete Zaunfahne der Gladbacher Ultras ausgerollt wurde. Der Gästeblock reagierte prompt und versuchte sich mit bengalischen Feuern selbst zu verbrennen (ist das auch so ein Ultra-Ding?). Da ihnen das nicht gelang, forderte die Südtribüne geschlossen das neuerliche Herzeigen der Fahne, aber die war bereits in Stücke gerissen (und wird jetzt vermutlich in handlichen Fetzen auf ebay versteigert, um die Finanzierung der Kölner Choreos in den nächsten zehn Jahren zu sichern) und so blieb dem Anhang der Geißböcke am Ende nichts übrig als den versteinerten Gästen zu zeigen, wie man Scooter richtig singt.
Sicherlich sind solche Aktionen albern und fahrlässig. Die pflichtschuldige Empörung der Medien mit dem üblichen Standardsatz "Solche Sachen haben mit Fußball nichts zu tun" allerdings sind noch viel größerer Unfug.
Natürlich haben "solche Sachen" mit Fußball zu tun, jede Menge sogar, und wer das nicht versteht, versteht Fußball nicht - ein Spiel, in dem sich zwei mehr oder wengier verfeindete Stämme gegenüber stehen und sich mit unerschiedlichsten Mitteln bekriegen, sei es beim Kampf um den Ball, sei es beim Kampf um die akkustische Vorherrschaft im Stadion.
Manchmal (und zu oft) läuft dieser Kampf aus dem Ruder, dann fliegen Fäuste oder eben Feuerwerkskörper (aus Kölner ebenso wie aus Gladbacher Fanblöcken oder sonstwoher).
Aber er ist ein Bestandteil des Spiels und deshalb gehören "solche Sachen" zum Fußball, selbst wenn man sie ablehnt. Es kommt darauf an sie zu eindämmen oder zu kanalisieren. Verhindern kann man sie nämlich nicht.
Zurück zum Spiel. Die letzte halbe Stunde zeigte eine bemühte, aber hilfose Kölner Mannschaft (wer sich zu der Stunde vorher äußern will - nur zu!) ohne taktisches Konzept (lange Bälle auf einen Innenverteidiger im Sturmzentrum sind kein taktisches Konzept).
Dass es am Ende dennoch zum Ausgleich reichte, zeigt immerhin, dass die Mannschaft trotzig genug ist, ihre Fehler zu ignorieren und auf die ein oder andere Art ihre durchaus vorhanden Fähigkeiten erfolgreich in die Waagschale zu werfen. Und sei es mt Hilfe des Schiedsrichters.
Ob das allerdings für den Aufstieg reicht? Gladbach als Tabellenführer zeigte sich gestern spielerisch nicht reifer als die Kölner. Dennoch genügte ihnen eine mäßige Leistung, um aus Müngersdorf einen Punkt mitzunehmen. Und man kann sich nicht immer damit trösten, dass man zwar nicht gewonnen, aber dem Gegner wenigstens seine Stammessymbole kaputt gemacht hat.
Als ich eine halbe Stunde vor Spielende endlich in Müngerdorf angekommen war, dachte ich zuerst das Spiel sei schon vorbei. Kaum ein Geräusch war aus dem Stadioninneren zu hören, weder von Kölner noch von Gladbacher Seite.
Im Stadion selber wurde rasch klar warum: Köln mühte sich, brachte aber wenig Gescheites zu Stande. Gladbach tat zu wenig, um seine Fans trotz Führung bei Laune zu halten.
Stimmung kam erst auf, als auf den Stehrängen die erbeutete Zaunfahne der Gladbacher Ultras ausgerollt wurde. Der Gästeblock reagierte prompt und versuchte sich mit bengalischen Feuern selbst zu verbrennen (ist das auch so ein Ultra-Ding?). Da ihnen das nicht gelang, forderte die Südtribüne geschlossen das neuerliche Herzeigen der Fahne, aber die war bereits in Stücke gerissen (und wird jetzt vermutlich in handlichen Fetzen auf ebay versteigert, um die Finanzierung der Kölner Choreos in den nächsten zehn Jahren zu sichern) und so blieb dem Anhang der Geißböcke am Ende nichts übrig als den versteinerten Gästen zu zeigen, wie man Scooter richtig singt.
Sicherlich sind solche Aktionen albern und fahrlässig. Die pflichtschuldige Empörung der Medien mit dem üblichen Standardsatz "Solche Sachen haben mit Fußball nichts zu tun" allerdings sind noch viel größerer Unfug.
Natürlich haben "solche Sachen" mit Fußball zu tun, jede Menge sogar, und wer das nicht versteht, versteht Fußball nicht - ein Spiel, in dem sich zwei mehr oder wengier verfeindete Stämme gegenüber stehen und sich mit unerschiedlichsten Mitteln bekriegen, sei es beim Kampf um den Ball, sei es beim Kampf um die akkustische Vorherrschaft im Stadion.
Manchmal (und zu oft) läuft dieser Kampf aus dem Ruder, dann fliegen Fäuste oder eben Feuerwerkskörper (aus Kölner ebenso wie aus Gladbacher Fanblöcken oder sonstwoher).
Aber er ist ein Bestandteil des Spiels und deshalb gehören "solche Sachen" zum Fußball, selbst wenn man sie ablehnt. Es kommt darauf an sie zu eindämmen oder zu kanalisieren. Verhindern kann man sie nämlich nicht.
Zurück zum Spiel. Die letzte halbe Stunde zeigte eine bemühte, aber hilfose Kölner Mannschaft (wer sich zu der Stunde vorher äußern will - nur zu!) ohne taktisches Konzept (lange Bälle auf einen Innenverteidiger im Sturmzentrum sind kein taktisches Konzept).
Dass es am Ende dennoch zum Ausgleich reichte, zeigt immerhin, dass die Mannschaft trotzig genug ist, ihre Fehler zu ignorieren und auf die ein oder andere Art ihre durchaus vorhanden Fähigkeiten erfolgreich in die Waagschale zu werfen. Und sei es mt Hilfe des Schiedsrichters.
Ob das allerdings für den Aufstieg reicht? Gladbach als Tabellenführer zeigte sich gestern spielerisch nicht reifer als die Kölner. Dennoch genügte ihnen eine mäßige Leistung, um aus Müngersdorf einen Punkt mitzunehmen. Und man kann sich nicht immer damit trösten, dass man zwar nicht gewonnen, aber dem Gegner wenigstens seine Stammessymbole kaputt gemacht hat.
Suedtribuene - 8. Apr, 15:15
steckschuss (anonym) - 9. Apr, 00:41
Nein, solche Sachen wie Diebstahl oder Pyro gehören für mich so wenig zum Fußball wie Trommelstöckchen-Weitwurf aus dem Gästesektor, Fressepolieren auf der Aachener oder Urwald-Geräusche gegen Farbige.
Wer das nicht versteht, versteht die Gesellschaft nicht oder ist in Bickendorf aufgewachsen.
Man kann diese Aktionen nicht verhindern, nichteinmal kanalisieren, aber man kann und muss sie sanktionieren. Wir leben glücklicherweise immer noch in Mitteleuropa.
Und noch ein letzter Satz meinerseits im Derby-Mode:
Wer "Dennoch genügte ihnen eine mäßige Leistung" schreibt und das Gladbacher Spiel von gestern meint - der versteht wirklich nichts von Fußball.
Oder hat über Jahre zu viel ÄffZeh gesehen.
Wer das nicht versteht, versteht die Gesellschaft nicht oder ist in Bickendorf aufgewachsen.
Man kann diese Aktionen nicht verhindern, nichteinmal kanalisieren, aber man kann und muss sie sanktionieren. Wir leben glücklicherweise immer noch in Mitteleuropa.
Und noch ein letzter Satz meinerseits im Derby-Mode:
Wer "Dennoch genügte ihnen eine mäßige Leistung" schreibt und das Gladbacher Spiel von gestern meint - der versteht wirklich nichts von Fußball.
Oder hat über Jahre zu viel ÄffZeh gesehen.
DonParrot - 9. Apr, 09:35
Da muss ich mich aber Stefans Meinung anschließen und Dir energisch widersprechen. Natürlich gehören solche Sachen wie eine Flagge klauen zum Fußball dazu. Und sind keinesfalls mit den von Dir erwähnten Unarten zu vergleichen.
Sonst sitzen wir nämlich irgendwann alle im Stadion wie im Kino und werden von unseren Nachbarn beschimpft, wenn wir mit der Chips-Tüte rascheln. Soweit kommt es noch.
Wobei ich mich übrigens auch immer noch frage, warum "Schwarze Sau" eine schlimmere Beleidigung ist als "Schwule Sau"? Und warum Spieler mit gelb bestraft werden, wenn sie sich beim Jubeln das Trikot ausziehen. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte.
Sonst sitzen wir nämlich irgendwann alle im Stadion wie im Kino und werden von unseren Nachbarn beschimpft, wenn wir mit der Chips-Tüte rascheln. Soweit kommt es noch.
Wobei ich mich übrigens auch immer noch frage, warum "Schwarze Sau" eine schlimmere Beleidigung ist als "Schwule Sau"? Und warum Spieler mit gelb bestraft werden, wenn sie sich beim Jubeln das Trikot ausziehen. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte.
Suedtribuene - 9. Apr, 10:58
Also gut, Steckschuss,
um des lieben friedens Willen:
Gladbach benötigte eine seiner besten Saisonleistungen, um gegen einen 1. FC Köln, der über weite Strecken engagiert, aber planlos und überhastet agierte, einen Punkt mitzunehmen.
Besser?
(Zum Fanverhalten klinke ich mich unten wieder ein.)
Gladbach benötigte eine seiner besten Saisonleistungen, um gegen einen 1. FC Köln, der über weite Strecken engagiert, aber planlos und überhastet agierte, einen Punkt mitzunehmen.
Besser?
(Zum Fanverhalten klinke ich mich unten wieder ein.)
Immerkicken (anonym) - 9. Apr, 08:03
Einspruch, Euer Ehren!
Emotionen und auch Aggressionen gehören natürlich zum Fussball, aber alles andere darüber hinaus, also Gewalt, Diebstahl, Körperverletzung, sind gesellschaftliche Phänomene, die originär damit nun überhaupt gar nichts zu tun haben.
Bevor ich falsch verstanden werden: Ich hasse diese Blümchen-Philosophie, nach der große Familien glücklich im Erlebnispark "Stadion" die Produkte der Gastronomie-Partner verzehren sollen, um sich gut aussehende, rasierte junge Männer bei normierter Leibesertüchtigung anzuschauen. Ich vertrete da eher die alte englische Schule und beschimpfe lieber lauthals gegnerische Spieler, Fans und Schiedsrichter. Manchmal auch die eigenen, dafür werden die bezahlt, das müssen die vertragen können.
Der strafrechtlich relevante Diebstahl der Grashoff-Fahne (und ihre öffentliche Vernichtung), von Dir folkloristisch als "Zerstörung der Stammessymbole" getarnt, ist im besten Falle albern und wer Pyros schmeißt macht auch gerne mal Affengeräusche. Ich finde das jämmerlich. Da wäre auch Michael Trippel, diese Karikatur eines Stadionsprechers, gut beraten gewesen, mal die eigenen Jungs in die Pflicht zu nehmen und aufzufordern, diesen provozierenden Quatsch zu unterlassen. Aber Trippel bildet ja mit Rainer "Wenn die Fahne im Stadion ist, erfahre ich davon" Mendel sowieso das Dumm-Dumm-Geschoss des 1. FC Köln.
Fussball ist Sport und Sport hat auch etwas mit Respekt zu tun - auch und gerade zwischen verfeindeten Traditionsvereinen.
Bevor ich falsch verstanden werden: Ich hasse diese Blümchen-Philosophie, nach der große Familien glücklich im Erlebnispark "Stadion" die Produkte der Gastronomie-Partner verzehren sollen, um sich gut aussehende, rasierte junge Männer bei normierter Leibesertüchtigung anzuschauen. Ich vertrete da eher die alte englische Schule und beschimpfe lieber lauthals gegnerische Spieler, Fans und Schiedsrichter. Manchmal auch die eigenen, dafür werden die bezahlt, das müssen die vertragen können.
Der strafrechtlich relevante Diebstahl der Grashoff-Fahne (und ihre öffentliche Vernichtung), von Dir folkloristisch als "Zerstörung der Stammessymbole" getarnt, ist im besten Falle albern und wer Pyros schmeißt macht auch gerne mal Affengeräusche. Ich finde das jämmerlich. Da wäre auch Michael Trippel, diese Karikatur eines Stadionsprechers, gut beraten gewesen, mal die eigenen Jungs in die Pflicht zu nehmen und aufzufordern, diesen provozierenden Quatsch zu unterlassen. Aber Trippel bildet ja mit Rainer "Wenn die Fahne im Stadion ist, erfahre ich davon" Mendel sowieso das Dumm-Dumm-Geschoss des 1. FC Köln.
Fussball ist Sport und Sport hat auch etwas mit Respekt zu tun - auch und gerade zwischen verfeindeten Traditionsvereinen.
Suedtribuene - 9. Apr, 11:16
Grenzziehungen
Noch einmal vorweg: Ich halte gar nichts, aber auch rein gar nichts von Gewalt im Umfeld des Fußballs.
Aber zu behaupten, Gewalt habe mit Fußball nichts zu tun, ist naiv, dumm und kontraproduktiv.
Fußball als emotional aufgeladener Wettkampf forciert mit seinem Schwarzweiß-Denken gewalttätige Auswüchse und bietet solchen Aktionen einen idealen emotionalen Nährboden.
Das ist scheiße, aber es ist so und es bedeutet, dass diejenigen, die im Umfeld des Fußballs diese Grenzen überschreiten uns "friedlichen Fans" emotinal näherstehen als uns lieb ist.
Die Gladbacher, die am Montagabend Pyros gezündet haben, waren - davon bin ich überzeugt - keine "Chaoten, die den Fußball kaputt machen wollen" (einer dieser grauslich-falschen Sätze zum Thema). Ganz im Gegenteil, es waren mit aller Wahrscheinlichkeit Fans, die die gleiche Leidenschaft für den Verein, die gleiche Wut über das Herzeigen der geraubten Fahne empfunden haben wie die meisten anderen Gladbacher im Gästeblock.
Im Unterschied zur Mehrheit hatten sie aber ihre Gefühle nicht im Griff.
Weiter zu fordern, dass die Umstehenden, ähnlich empfindenden "aufrechten" Fans solche Aktionen unterbinden sollen, ist aus dem Denken, dass "so etwas" nicht zum Fußball gehört folgerichtig und falsch.
Erst wenn bis zum letzten Deppen durchgesickert ist, dass Gewalt im Fußball der eigenen Sache, dem eigenen Verein schadet, kann sie tatsächlich wirksam unterbunden werden - eben weil sie falsch verstandene Unterstützung des eigenen Vereins (und ja, des eigenen Stammes, Fußball spricht extrem archaische Instinkte an) darstellt.
Um jetzt nicht den Eindruck zu erwecken, hier nur auf Gladbacher Fans einzudreschen: Gleiches gitl für Kölner, die in Hambrug Trommelstöcke werfen und in Gladbach den Heimblock mit Pyros beschießen.
Aber wie schmal der Grad zwischen "Chaoten" und Fans ist, eine andere Geschichte vom Montagabend, von der anderen Seite des Stadions:
Nachdem die Wilde Horde die Fahne gezeigt hatte, forderte die Südtribüne geschlossen das neuerliche Herzeigen mit "Wir wollen die Fahne sehen"-Gesängen. Jede andere Fantribüne in jedem anderen Stadion hätte in dieser Situation genauso reagiert. Sind wir (Ja, ich habe mitgesungen) deswegen allesamt Chaoten, oder zumindest Sympathisanten von Kriminellen? Wenn ja, dann ist gut ein Viertel der Stadiongänger ein solcher Sympathisant.
Aber zu behaupten, Gewalt habe mit Fußball nichts zu tun, ist naiv, dumm und kontraproduktiv.
Fußball als emotional aufgeladener Wettkampf forciert mit seinem Schwarzweiß-Denken gewalttätige Auswüchse und bietet solchen Aktionen einen idealen emotionalen Nährboden.
Das ist scheiße, aber es ist so und es bedeutet, dass diejenigen, die im Umfeld des Fußballs diese Grenzen überschreiten uns "friedlichen Fans" emotinal näherstehen als uns lieb ist.
Die Gladbacher, die am Montagabend Pyros gezündet haben, waren - davon bin ich überzeugt - keine "Chaoten, die den Fußball kaputt machen wollen" (einer dieser grauslich-falschen Sätze zum Thema). Ganz im Gegenteil, es waren mit aller Wahrscheinlichkeit Fans, die die gleiche Leidenschaft für den Verein, die gleiche Wut über das Herzeigen der geraubten Fahne empfunden haben wie die meisten anderen Gladbacher im Gästeblock.
Im Unterschied zur Mehrheit hatten sie aber ihre Gefühle nicht im Griff.
Weiter zu fordern, dass die Umstehenden, ähnlich empfindenden "aufrechten" Fans solche Aktionen unterbinden sollen, ist aus dem Denken, dass "so etwas" nicht zum Fußball gehört folgerichtig und falsch.
Erst wenn bis zum letzten Deppen durchgesickert ist, dass Gewalt im Fußball der eigenen Sache, dem eigenen Verein schadet, kann sie tatsächlich wirksam unterbunden werden - eben weil sie falsch verstandene Unterstützung des eigenen Vereins (und ja, des eigenen Stammes, Fußball spricht extrem archaische Instinkte an) darstellt.
Um jetzt nicht den Eindruck zu erwecken, hier nur auf Gladbacher Fans einzudreschen: Gleiches gitl für Kölner, die in Hambrug Trommelstöcke werfen und in Gladbach den Heimblock mit Pyros beschießen.
Aber wie schmal der Grad zwischen "Chaoten" und Fans ist, eine andere Geschichte vom Montagabend, von der anderen Seite des Stadions:
Nachdem die Wilde Horde die Fahne gezeigt hatte, forderte die Südtribüne geschlossen das neuerliche Herzeigen mit "Wir wollen die Fahne sehen"-Gesängen. Jede andere Fantribüne in jedem anderen Stadion hätte in dieser Situation genauso reagiert. Sind wir (Ja, ich habe mitgesungen) deswegen allesamt Chaoten, oder zumindest Sympathisanten von Kriminellen? Wenn ja, dann ist gut ein Viertel der Stadiongänger ein solcher Sympathisant.
steckschuss (anonym) - 10. Apr, 01:57
Absolut, Tribüne, die fußballerische Einschätzung unterschreibe ich. Wenn wir noch erwähnen, dass Köln einen unberechtigten Elfer brauchte, um zu Hause gegen einen angeblich nur dank Dusel an der Tabellenspitze gelandeten Verein wenigstens einen Punkt zu retten.
Zur Frage der Grenzziehung:
Keine Frage, Fußball spricht zuallererst niedrige Instinkte an und das Archaische macht zweifellos auch einen Großteil seines Reizes aus (obwohl ich mir auch ein Spiel ansehen kann, bei dem ich zu beiden Mannschaften keinerlei Bezug habe und einfach - um einen großen Mann zu zitieren - für einen grandiosen Spielzug dankbar sein kann).
Glaube auch, dass die, die im Umfeld des Fußballs diese Grenzen überschreiten, uns "friedlichen Fans" emotional näherstehen, als uns lieb ist. Und trotzdem (da sind wir wieder beim Archaischen) hätte ich den Gladbacher Pyromanen am liebsten höchstselbst die Fresse polieren - ja, von mir aus wegen ihrer Dummheit, oder weil sie ihre eigenen beschissenen kleinen Bedürfnisse über die des Vereins gestellt haben. In dem Moment, in dem sie das tun, stellen sie sich meinen Bedürfnissen und denen des "Kollektivs", das uns verbindet (ich nehme an, mehr als die Liebe zur Borussia verbindet mich mit den wenigstens Ultras), entgegen.
Der Unterschied: Fresse wird eben nicht poliert, und wenn der Wunsch danach noch so übermächtig is. Das ist der springende Punkt. Auch der hirntoteste Vollpfosten muss lernen, dass Gewalt am Rande des Fußballs immer nur Nachteile bringt - Geldstrafen, Platzsperren, noch mehr Bullerei, noch mehr Unannehmlichkeiten, noch weniger Freiraum.
Und diesen extrem geringen Anspruch an den Intellekt muss ich auch von den bescheuertsten Kurven-Maulhelden einfordern können - und am besten durchsetzen. Wer könnte das besser als das "Kollektiv"?
Okay, vielleicht ist es ein Privileg, dass ich gelernt habe, mich bei Provokationen zurückzuhalten. Womit ich ausdrücklich nicht sage, dass ich Rachegefühle unterdrücken kann. Das Gegenteil ist der Fall, nur kann ich sie kanalisieren. Das hilft, mich selbst vor Kurzschlussreaktionen und damit vor Schaden zu bewahren.
Archaisch - wie gesagt.
Als unten das erste Pyro brannte, haben sich oben in O11, wo ich stand, verdammt viele Gladbacher aufgeregt; im Umkreis von drei Metern - mehr hab ich nicht wahrgenommen - mit einer Ausnahme eigentlich alle. Und ja: Ich behaupte, ich hätte eingegriffen, trotz oder vielleicht auch wegen meiner Wut, als die Fahnen, mit denen ich persönlich nichts am Hut habe, gezeigt und zerrissen wurden.
Klar, ich entziehe mich dem Kollektivdruck nur selten. Warum auch? Ich gehöre zum Stamm und bin stolz drauf. Ich singe (wahrscheinlich mit echtem Hass in der Stimme) vom "schwulen Kölner Pack", ich singe vom blöden Kölner im Stadion vor mir, dem ich meine Flasche über den Kopf ziehe und den ich verrecken lasse, und ich habe mich mit Inbrunst am Wechselgesang "Hass und Tod dem FC Köln" beteiligt.
Wäre ich Kölner, hätte ich im Eifer des Gefechts wahrscheinlich auch die Fahne gefordert und mich danach gut amüsiert. Geklaut war sie ja nun mal...
Übrigens bin ich selbstverständlich kein Übermensch, weshalb ich durchaus die Meinung vertrete, dass durch die Fahnenaktion eine neue Derby-Stufe erreicht wurde.
Gewalt, die unmittelbat in den Fußball eingreift, lehne ich selbstverständlich auch in Zukunft ab.
Für eine gepfefferte Revanche, die wir zweifellos erleben werden, bin ich allerdings gerne zu haben.
Schöne Grüße an Witwe Schaefer in Widdersdorf...
Das war ein Witz!
Zur Frage der Grenzziehung:
Keine Frage, Fußball spricht zuallererst niedrige Instinkte an und das Archaische macht zweifellos auch einen Großteil seines Reizes aus (obwohl ich mir auch ein Spiel ansehen kann, bei dem ich zu beiden Mannschaften keinerlei Bezug habe und einfach - um einen großen Mann zu zitieren - für einen grandiosen Spielzug dankbar sein kann).
Glaube auch, dass die, die im Umfeld des Fußballs diese Grenzen überschreiten, uns "friedlichen Fans" emotional näherstehen, als uns lieb ist. Und trotzdem (da sind wir wieder beim Archaischen) hätte ich den Gladbacher Pyromanen am liebsten höchstselbst die Fresse polieren - ja, von mir aus wegen ihrer Dummheit, oder weil sie ihre eigenen beschissenen kleinen Bedürfnisse über die des Vereins gestellt haben. In dem Moment, in dem sie das tun, stellen sie sich meinen Bedürfnissen und denen des "Kollektivs", das uns verbindet (ich nehme an, mehr als die Liebe zur Borussia verbindet mich mit den wenigstens Ultras), entgegen.
Der Unterschied: Fresse wird eben nicht poliert, und wenn der Wunsch danach noch so übermächtig is. Das ist der springende Punkt. Auch der hirntoteste Vollpfosten muss lernen, dass Gewalt am Rande des Fußballs immer nur Nachteile bringt - Geldstrafen, Platzsperren, noch mehr Bullerei, noch mehr Unannehmlichkeiten, noch weniger Freiraum.
Und diesen extrem geringen Anspruch an den Intellekt muss ich auch von den bescheuertsten Kurven-Maulhelden einfordern können - und am besten durchsetzen. Wer könnte das besser als das "Kollektiv"?
Okay, vielleicht ist es ein Privileg, dass ich gelernt habe, mich bei Provokationen zurückzuhalten. Womit ich ausdrücklich nicht sage, dass ich Rachegefühle unterdrücken kann. Das Gegenteil ist der Fall, nur kann ich sie kanalisieren. Das hilft, mich selbst vor Kurzschlussreaktionen und damit vor Schaden zu bewahren.
Archaisch - wie gesagt.
Als unten das erste Pyro brannte, haben sich oben in O11, wo ich stand, verdammt viele Gladbacher aufgeregt; im Umkreis von drei Metern - mehr hab ich nicht wahrgenommen - mit einer Ausnahme eigentlich alle. Und ja: Ich behaupte, ich hätte eingegriffen, trotz oder vielleicht auch wegen meiner Wut, als die Fahnen, mit denen ich persönlich nichts am Hut habe, gezeigt und zerrissen wurden.
Klar, ich entziehe mich dem Kollektivdruck nur selten. Warum auch? Ich gehöre zum Stamm und bin stolz drauf. Ich singe (wahrscheinlich mit echtem Hass in der Stimme) vom "schwulen Kölner Pack", ich singe vom blöden Kölner im Stadion vor mir, dem ich meine Flasche über den Kopf ziehe und den ich verrecken lasse, und ich habe mich mit Inbrunst am Wechselgesang "Hass und Tod dem FC Köln" beteiligt.
Wäre ich Kölner, hätte ich im Eifer des Gefechts wahrscheinlich auch die Fahne gefordert und mich danach gut amüsiert. Geklaut war sie ja nun mal...
Übrigens bin ich selbstverständlich kein Übermensch, weshalb ich durchaus die Meinung vertrete, dass durch die Fahnenaktion eine neue Derby-Stufe erreicht wurde.
Gewalt, die unmittelbat in den Fußball eingreift, lehne ich selbstverständlich auch in Zukunft ab.
Für eine gepfefferte Revanche, die wir zweifellos erleben werden, bin ich allerdings gerne zu haben.
Schöne Grüße an Witwe Schaefer in Widdersdorf...
Das war ein Witz!
Stefan (Weltsicht Südtribüne) (anonym) - 10. Apr, 10:33
Zur Revanche: Wenn Ihr der Wilden Horde ihre Fahne klaut und die sich dann selbst auflöst, würdet Ihr uns einen großen Gefallen tun. Nur so am Rande.
Anders gesagt: Bitte nehmt sie, sie gehört Euch!
Ich weigere mich, die Fähigkeit auf Provokationen zurückhaltend zu reagieren als Privileg zu begreifen. Das halte ich bei Leuten, die volljährig sind, für selbstverständlich. Auch wenn ich weiß, dass dem nicht so ist.
Weswegen meine Grenzziehungen bzw. Hemmschwelle sogar noch höher liegt als Deine. "Hass und Tod"-Wechselgesänge und ähnliches singe ich nicht mit. Einfach weil ich vermute, dass irgendwo um mich herum jemand so verpeilt ist, dass er das irgendwann einmal ernst nimmt.
Etwas lascher bin ich bei Gewalt gegen Fahnen. Das fällt bei mir irgendwie unter Kinderei. Aber ich kann verstehen, wenn die Betroffenen das anders sehen.
Anders gesagt: Bitte nehmt sie, sie gehört Euch!
Ich weigere mich, die Fähigkeit auf Provokationen zurückhaltend zu reagieren als Privileg zu begreifen. Das halte ich bei Leuten, die volljährig sind, für selbstverständlich. Auch wenn ich weiß, dass dem nicht so ist.
Weswegen meine Grenzziehungen bzw. Hemmschwelle sogar noch höher liegt als Deine. "Hass und Tod"-Wechselgesänge und ähnliches singe ich nicht mit. Einfach weil ich vermute, dass irgendwo um mich herum jemand so verpeilt ist, dass er das irgendwann einmal ernst nimmt.
Etwas lascher bin ich bei Gewalt gegen Fahnen. Das fällt bei mir irgendwie unter Kinderei. Aber ich kann verstehen, wenn die Betroffenen das anders sehen.
steckschuss - 10. Apr, 21:35
Abgesehen davon, dass mir fahnenklau nichts bedeutet:
Die Wilde Horde hat ihre Fahne schon 1999 in München verloren, sich aber nicht aufgelöst. Daher ihr schlechter Ruf in der Ultra-Szene.
Bin jetzt nicht mehr im Derby-Modus und wieder normal :)
Die Wilde Horde hat ihre Fahne schon 1999 in München verloren, sich aber nicht aufgelöst. Daher ihr schlechter Ruf in der Ultra-Szene.
Bin jetzt nicht mehr im Derby-Modus und wieder normal :)
Suedtribuene - 11. Apr, 11:56
Aber nur weil
andere Trottel unsere Trottel für Trottel halten, sind es ja noch lange nicht keine Trottel.
Was heißt bei Dir schon normal?
Was heißt bei Dir schon normal?
Sonnenschutz (anonym) - 16. Apr, 09:17
Gladbach ist so gut wie in der 1. Bundesliga. Nur noch sechs Punkte um frühzeitig alles klar zu machen.
Suedtribuene - 16. Apr, 12:43
Vermutlich
Das Blöde ist nur: Der Markt für Markisen ist in Köln ungefähr dreimal so groß wie in Mönchengladbach. Nur kannst Du da jetzt keine mehr verkaufen, weil Du in einem FC-Blog über den Gladbacher Aufstieg schreibst.





MGl Ultras komplett von der Rolle.
"Die gefürchteten Gladbacher Ultras waren zuvor auch noch zu spät im Stadion eingetroffen, weil einer von ihnen auf der Zugfahrt kurz vor Köln die Notbremse gezogen hatte. Irgendwie selbst schuld." Mehr muss man eigentlich nicht sagen.
Weniger von der Rolle,
Außerdem:
Dafür hättet ihr mir sagen können, dass ich mein Fahrrad an der Zülpicher Straße habe stehen lassen. Ich war etwas verwirrt, weil das heute Morgen nicht im Fahrradkeller stand.
Oh nein!
Das lag wohl an dem Wechsel der Location und der Verlockung eines Pizza Büffets. Es war aber doch nur ein Reissdorf, oder? Ich bin mir da nicht mehr so sicher. Mein Auto hat diese Nacht ganz alleine nach Hause gefunden. Aber ICH habe es heute morgen wieder gefunden.
Das hat mich ja noch mehr verwirrt:
Wiedergefunden habe ich es auch. Das Thema Pizzakartosn hast Du aber geschickt umgangen.
Ich dachte, die hätten sich aufgelöst.