Die lieben Kleinen
Als wir am Sonntag nach dem Spiel gegen Wehen noch vor der Südtribüne standen, plauderten und uns gemütlich die Sonne auf den zufriedenen Bauch schienen ließen, bekamen wir zu unserem großen Glück noch die Gelegenheit herzhaft zu lachen.
Denn irgendwann wurde es um uns herum merklich leerer und viele jugendliche Gestalten eilten zurück ins Stadion um kurz danach wieder herauszukommen und im geschlossenen Pulk hinter ihrer großen Fahne herzutapsen: Die Kölner Ultras der Wilden Horde verließen geschlossenen wie eine Kindergartengruppe das Stadiongelände.
Lustig genug. Aber die jungen Leute sind wohl auch zu richtigem Schabernack fähig, stehen sie doch im Verdacht ihren Mönchengladbacher Kollegen von den "UMG" die Blockfahne geklaut zu haben.
Auch wenn "Umg" ein seltsamer Name ist und genau den Wortschatz umreißt, den ein kölnischer Großstädter einem niederrheinischen Bauern so zutraut, nett ist das natürlich nicht.
Und mit Fußball hat das alles sowieso nichts zu tun. Aber das gilt eigentlich für alles, was Ultras so veranstalten. Darüber, dass ihr Megaphon jede Emotionalität in der Kurve killt, habe ich mich ja schon geäußert. Ansonsten spiegelt sich in ihren Fangesängen selten etwas vom Spiel und ihre immer irgendwie anderen und immer ein bisschen größeren Doppelhalter und Fahnen sehen weniger nach Unterstützung der Mannschaft und vielmehr nach Ausleben des eigenen Egos aus. Sehr zur Freude der Gäste in den Business-Logen, denn das prima als Erlebnis Stadion verkauft werden kann.
Kurz gesagt: Ultras feuern nicht an. Ultras feiern sich selbst.
Und derartige Selbstbeweihräucherung hat in einem Fußballstadion nichts verloren.
Ähnlich sehen das wohl, Gerüchten zufolge - und jetzt wird es erst richtig komisch -, die Mönchengladbacher Ultras. Nach dem Verlust ihrer Fahne wollen sie sich selber auflösen.
Denn irgendwann wurde es um uns herum merklich leerer und viele jugendliche Gestalten eilten zurück ins Stadion um kurz danach wieder herauszukommen und im geschlossenen Pulk hinter ihrer großen Fahne herzutapsen: Die Kölner Ultras der Wilden Horde verließen geschlossenen wie eine Kindergartengruppe das Stadiongelände.
Lustig genug. Aber die jungen Leute sind wohl auch zu richtigem Schabernack fähig, stehen sie doch im Verdacht ihren Mönchengladbacher Kollegen von den "UMG" die Blockfahne geklaut zu haben.
Auch wenn "Umg" ein seltsamer Name ist und genau den Wortschatz umreißt, den ein kölnischer Großstädter einem niederrheinischen Bauern so zutraut, nett ist das natürlich nicht.
Und mit Fußball hat das alles sowieso nichts zu tun. Aber das gilt eigentlich für alles, was Ultras so veranstalten. Darüber, dass ihr Megaphon jede Emotionalität in der Kurve killt, habe ich mich ja schon geäußert. Ansonsten spiegelt sich in ihren Fangesängen selten etwas vom Spiel und ihre immer irgendwie anderen und immer ein bisschen größeren Doppelhalter und Fahnen sehen weniger nach Unterstützung der Mannschaft und vielmehr nach Ausleben des eigenen Egos aus. Sehr zur Freude der Gäste in den Business-Logen, denn das prima als Erlebnis Stadion verkauft werden kann.
Kurz gesagt: Ultras feuern nicht an. Ultras feiern sich selbst.
Und derartige Selbstbeweihräucherung hat in einem Fußballstadion nichts verloren.
Ähnlich sehen das wohl, Gerüchten zufolge - und jetzt wird es erst richtig komisch -, die Mönchengladbacher Ultras. Nach dem Verlust ihrer Fahne wollen sie sich selber auflösen.
Suedtribuene - 25. Mrz, 18:11
andi (anonym) - 26. Mrz, 18:32
Sehe ich ganz genauso. Also das mit dem selbst feiern. Die Choreos drehen sich (zumindest hier in Frankfurt) auch immer öfters um die UF97 selbst (und nicht mehr um den Verein, um den es eigentlich gehen sollte).
Und diese ganze Reviermarkierei mit diesen Papieraufklebern überall ...
Und diese ganze Reviermarkierei mit diesen Papieraufklebern überall ...
steckschuss - 26. Mrz, 19:07
Och, ganz ehrlich: Wenn ich noch mal 16 wäre - ich würde in der Ultramanie komplett aufgehen! Das meine ich ohne jedes Augenzwinkern. ich wär bestimmt der Aktivposten in der "Sektion Streetsticker" :)
Stefan (Weltsicht Südtribüne) (anonym) - 26. Mrz, 19:50
Du sympathisierst ja auch mit der C-Kategorie ;-)
sternburg (anonym) - 26. Mrz, 21:21
"Wenn ich nochmal 16 wäre"...
...ist genau die richtige Kategorie. Lässt sich auch schwer bestreiten.
Bis auf eines: Ich bin mir ziemlich sicher, diesen Vorsängerquatsch hätte ich auch mit 16 albern gefunden. Ich weiß noch, wie beieindruckend ich es als Jungspund fand, wenn ein alter Silberrücken irgendwo hinten einen chant anstimmte, der dann sich dann wie eine Welle fortsetzte und sehr bald ein ganzer Block inbrünstig sang.
Oder auf der anderen Seite in diesen speziellen Momenten plötzlich zweitausend Menschen gleichzeitig denselben Funken verspüren und im selben Moment ihre Mannschaft nochmal nach vorne peitschen.
Bis auf eines: Ich bin mir ziemlich sicher, diesen Vorsängerquatsch hätte ich auch mit 16 albern gefunden. Ich weiß noch, wie beieindruckend ich es als Jungspund fand, wenn ein alter Silberrücken irgendwo hinten einen chant anstimmte, der dann sich dann wie eine Welle fortsetzte und sehr bald ein ganzer Block inbrünstig sang.
Oder auf der anderen Seite in diesen speziellen Momenten plötzlich zweitausend Menschen gleichzeitig denselben Funken verspüren und im selben Moment ihre Mannschaft nochmal nach vorne peitschen.
Stefan (Weltsicht Südtribüne) (anonym) - 27. Mrz, 10:40
Mir war ja
nach Punk (was eine erstaulich gruppenrestriktive Angelegenheit war) jedwedes Gruppengetue schon mit 15 0der 16 suspekt. Dazu hätte mit Sicherheit auch ein Vorsänger im Stadion gehört. Vom Hinterhermarschieren hinter einer Fahne (!!!) mal ganz zu schweigen.
Was die Chants der Silberrücken u.ä. angeht habe ich für den Bolzplatz ja gestern schon ein Selbstzitat rausgekramt, das man nicht oft genug wiederholen kann:
“Ich für meinen Teil hoffe jedenfalls inständig, dass der Megaphon-Mann verschwunden bleibt. Sicher wird auf der Südtribüne weniger gesungen seitdem, aber so langsam übernehmen zumindest im Oberrang wieder die einzelnen Blöcke und Fangruppen die Initiative und die Tribüne wird wieder zu dem, was sie im Grunde immer schon war:
Eine Ansammlung von Tausenden mitfieberndern, leidenden, schimpfenden und fluchenden Männern, deren Anspannung sich regelmäßig, aber eben nicht ständig, in spontanen Gesängen entlädt, die mal von links, mal von rechts quer über die Tribüne wandern, aufgegriffen werden, wenn sie die Stimmung der Zehntausend widerspiegeln, versacken, wenn sie es nicht tun.”
http://suedtribuene.twoday.net/stories/1867676/
Was die Chants der Silberrücken u.ä. angeht habe ich für den Bolzplatz ja gestern schon ein Selbstzitat rausgekramt, das man nicht oft genug wiederholen kann:
“Ich für meinen Teil hoffe jedenfalls inständig, dass der Megaphon-Mann verschwunden bleibt. Sicher wird auf der Südtribüne weniger gesungen seitdem, aber so langsam übernehmen zumindest im Oberrang wieder die einzelnen Blöcke und Fangruppen die Initiative und die Tribüne wird wieder zu dem, was sie im Grunde immer schon war:
Eine Ansammlung von Tausenden mitfieberndern, leidenden, schimpfenden und fluchenden Männern, deren Anspannung sich regelmäßig, aber eben nicht ständig, in spontanen Gesängen entlädt, die mal von links, mal von rechts quer über die Tribüne wandern, aufgegriffen werden, wenn sie die Stimmung der Zehntausend widerspiegeln, versacken, wenn sie es nicht tun.”
http://suedtribuene.twoday.net/stories/1867676/
sternburg (anonym) - 27. Mrz, 13:56
Musst du eigentlich einem eigentlich immer wieder unter die Nase reiben, daß du das, was ich sagen will, schon mal und vor allem schon viel besser geschrieben hast?
Du penetranter Kölner Angeber! Na warte, übernächste Woche gibs so richtig auf die Fresse!
Außerdem werden ich und meine große Schwester die Fahnenmäste vor dem Stadion abflaggen, jawohl! Und dann müsst ihr euch nämlich auflösen als Verein, ätsch.
Du penetranter Kölner Angeber! Na warte, übernächste Woche gibs so richtig auf die Fresse!
Außerdem werden ich und meine große Schwester die Fahnenmäste vor dem Stadion abflaggen, jawohl! Und dann müsst ihr euch nämlich auflösen als Verein, ätsch.
Stefan (Weltsicht Südtribüne) (anonym) - 27. Mrz, 14:26
Was soll ich sagen?
Ich bin nun einmal der Muhammad Ali unter den deutschen Fußball-Bloggern.
steckschuss - 27. Mrz, 00:42
Sympathisieren mit Kat C?
Das nun wirklich nicht!
Die Idee mit dem zu zockenden WH-Schal hab ich schon wieder ad acta gelegt! Wenn ich den WH-Burschi sehe, frag ich einfach mal locker aus der Hüfte, wann, wo und wieviele. Das macht bestimmt Eindruck :)
Und am 7. verlege ich mich ganz puristisch auf das Absingen von aufputschenden Liedern. Mit oder ohne Vorsänger - ist dann ganz egal!
Das nun wirklich nicht!
Die Idee mit dem zu zockenden WH-Schal hab ich schon wieder ad acta gelegt! Wenn ich den WH-Burschi sehe, frag ich einfach mal locker aus der Hüfte, wann, wo und wieviele. Das macht bestimmt Eindruck :)
Und am 7. verlege ich mich ganz puristisch auf das Absingen von aufputschenden Liedern. Mit oder ohne Vorsänger - ist dann ganz egal!
Stefan (Weltsicht Südtribüne) (anonym) - 27. Mrz, 11:33
Apropos C-Kategorie
Wenn ich die Rhetorik der Auflösungserklärung der UMG lese, wird mir schlecht:
Die Fahne ist ..."kampflos in die Hände des Erzfeindes gelangt"...
oder
"Eine Schlacht ist zwar verloren, aber der ganze Krieg noch lange nicht!"
Mit Verlaub, das ist übelste Wortwahl aus 1939/40 und jemand, der so etwas ernshaft schreibt, hat mehr als nur ein Problem mit einer verschwundenen Fahne.
Die Fahne ist ..."kampflos in die Hände des Erzfeindes gelangt"...
oder
"Eine Schlacht ist zwar verloren, aber der ganze Krieg noch lange nicht!"
Mit Verlaub, das ist übelste Wortwahl aus 1939/40 und jemand, der so etwas ernshaft schreibt, hat mehr als nur ein Problem mit einer verschwundenen Fahne.
sternburg (anonym) - 27. Mrz, 13:59
Bist du sicher, daß die betreffenden im Geschichtsunterricht überhaupt schon so weit gekommen sind? Zumindest bei uns damals haben wir mit der Frühzeit angefangen und uns dann nach vorne gearbeitet.
Stefan (Weltsicht Südtribüne) (anonym) - 27. Mrz, 14:29
Ich ahbe manchmal generell
den Verdacht, dass diese Leute in der Frühzeit stecken geblieben sind. Und das nicht nur im Geschichtsunterricht.
steckschuss - 27. Mrz, 14:08
Ja klar, der Duktus ist nicht jedermanns Sache. Aber ich tippe, wer so was verfasst, der treibt sich eher auf Ultra-Seiten als in Vereins-Foren rum. Und auf diesen Ultra-Seiten ist das ganz normale Wortwahl.
"Fahne von XY ging im Fight an ABC..." - so wird da ganz emotionsfrei berichtet.
Kann mir aber ehrlich gesagt auch Schlimmeres vorstellen als Pubertierende, die sich für etwas ganz und gar begeistern können. Die wachsen da schon raus. (Oder landen bei den Kollegen von Sektion C - aber besser, sie toben sich erst fünf Jahre bei den Ultras aus, als sich schon mit 14 die Köpfe einzuschlagen.)
Sehe das echt nicht so verbissen.
"Fahne von XY ging im Fight an ABC..." - so wird da ganz emotionsfrei berichtet.
Kann mir aber ehrlich gesagt auch Schlimmeres vorstellen als Pubertierende, die sich für etwas ganz und gar begeistern können. Die wachsen da schon raus. (Oder landen bei den Kollegen von Sektion C - aber besser, sie toben sich erst fünf Jahre bei den Ultras aus, als sich schon mit 14 die Köpfe einzuschlagen.)
Sehe das echt nicht so verbissen.
Stefan (Weltsicht Südtribüne) (anonym) - 27. Mrz, 14:28
Logisch
treibt sich so jemand eher auf Ultra-Seiten herum. Aber dass es da Usus ist, macht es ja eher noch schlimmer.
Begeisterung für die eigene Sache allerdings ist es etwas völlig anderes.
Begeisterung für die eigene Sache allerdings ist es etwas völlig anderes.





Trotzdem nett: von der ganzen, nunja, Affäre habe ich erst heute nachmittag erfahren. Und auch das mehr durch Zufall.
Ich finde, das spricht für meinen Bekanntenkreis.
Die Verlinkung habe ich jetzt auch gar nicht gesehen. Aber ich weise schon ab und an auf deine Elaborate hin. Wohlwollend.
Davon ab finde ich Foren grundsätzlich eher doof. Bis auf das von Seitenwahl. Da ist erfrischend wenig los. Und wer nervt wird angenehm schnell angenölt.