Freitag, 31. August 2007

Im Reich der Trolle: Verfluchte Löwen

Eine der bizarrsten Reisen im Reich der Trolle steht dem Geißbock an diesem Wochenende bevor und sie führt ihn zu den verfluchten Löwen.

Früher einmal streiften diese Löwen stolz und frei durch den Grünwald (um ehrlich zu sein nur auf einer kleinen Spielwiese an der Grünwalder Straße, aber lassen wir das. Im Reich der Trolle nimmt man es mit der Wahrheit nicht allzu genau). Doch dann kam ein böser, bärtiger Bierbrauer und verfluchte die Löwen, auf alle Zeiten in einem gigantischen blauen Schlauchboot zu spielen.

Viel zu groß war dieses Schlauchboot für die kleinen Löwen (die sich zwar selber gerne als groß und furchteinflößend sahen, aber von allen im Trollreich eher als klein und putzig empfunden wurden). Und nicht nur das! Der böse Bierbrauer hatte auch dafür gesorgt, dass das Schlauchboot draußen auf dem platten Land, weitab von jedem Fluss stand, so dass die kleinen Löwen keine Chance hatten, das riesige blaue Boot auch nur einen winzigen Millimeter zu bewegen.

Und so mühen sie sich Jahr für Jahr dem Reich der Trolle zu entrinnen, aber - ach! - es gelingt ihnen nicht und auch wenn der Geißbock ohne den kölschen Messias in die Schlauchboothöhle der Löwen reisen muss, hofft er doch sehr, etwas zählbares mit an den Rhein nehmen zu können.
DonParrot - 31. Aug, 13:42

Sieht natürlich nicht allzu gut aus, wo die Löwen doch auf einem fürwahr erfolgreichen Beutezug zu sein scheinen, im Jahr 2007.

taktiktafel (anonym) - 31. Aug, 14:43

Bierbrauer

steht nicht in meinem Märchenbuch und verleiht dem Wuidmoser einen unternehmerischen Esprit, den er nicht verdient.
Inhaber mehrerer gastronomischen Massenabfertigungssstätten hört sich gleich viel schöner an. Und die treuen Vasallen der Löwen nennen es nicht Schlauchboot, sondern Kaiserklo.
Zugeroaste damische.

"Inhaber mehrerer gastronomischen Massenabfertigungssstätten" gehört als Wortschöpfung allenfalls in einen gescheiterten Märchenversuch unterbeschäftigter Beamter und ruft obendrein die Grammatikpolizei auf den Plan.

Was bedeutet, dass mein Märchenbuch schöner ist als Deins.

:-)
taktiktafel (anonym) - 31. Aug, 15:44

Brutalst authentisch

ist mein Märchenbuch halt! ;)

Pffffff,

wer will schon brutalst authentische Märchen? Außer Roland Koch (der aus Hessen, nicht der aus dem Märchen)?
Oly (anonym) - 3. Sep, 20:23

Also

ok mag ja die arena nicht dein Geschmack sein, aber das Rhein Energie Stadion ist auch nicht gerade eine architektonische Meisterleistung. Zum Spiel, ihr seid beschissen worden (Sorry), aber langsam glaube ich so unrecht hat der Daum gar nicht. Die Schiedrichter hatten am Freitag eh nicht ihren guten Tag (Elfer gegen Augsburg, Elfer gegen euch). Vielleicht steht ja in deinem Märchenbuch auch wie man die bösen schwarzen Pfeifenmänner besiegen kann :-)

Suedtribuene - 4. Sep, 12:32

Paranoide Androiden

Warum glauben Bayernfans eigentlich immer sofort, dass man etwas gegen sie, ihren Verein und alles, was damit zusammenhängt, sagt, wenn man eigentlich nur ein wenig Schabernack mit dem Rivalen treibt?

Den Begriff "Schlauchboot" habe ich das erste Mal von einem Bayernfan gehört, und ob ich es als Architektur mag oder nicht, entscheide ich, wenn ich es in Natura gesehen habe.

Und ja, das neue Müngersdorfer Stadion ist von außen auch nur eine schlichte Betonkonstruktion, innen aber sehr schön.

Aber wo wir gerade beim (nicht)-Bayern-Dissen sind: Was man so hört, ist bei uns die Stimmung besser.
taktiktafel (anonym) - 4. Sep, 15:11

Schlauchboot

ist auch ein absolut gängiger Begriff bei den Einheimischen und selbst da gibt es ja vereinzelte FCB-Fans. Ansonsten wird auch gerne _Arena_ benutzt.
Im neuen Müngersdorfer war ich noch nicht; Deinen Angaben nach ist es dann aber das genaue Gegenteil, denn die _Allianz Arena_ ist innen ein liebloser bepinselter Waschbetonbau (Ausnahme sind natürlich die Logen).
Suedtribuene - 4. Sep, 16:04

Insofern richtig,

weil das neue Müngersdorfer Stadion innen nicht einmal bepinselt ist. Aber ich mag's: ein einfaches, enges, steiles Fußballstadion.
Oly (anonym) - 5. Sep, 13:37

Pfff

ich nenn dich auch nicht willenloser Karnevallist, bloss weil du dem FC hinterherrennst mit rosa Brille. Und wenn du witzig über das 60-er Stadion sein willst dann nur über das Grünwalder, das "Schlauchboot" leihen wir denen nur.
DonParrot - 5. Sep, 13:47

Ach das leiht Ihr denen. Soso.

Wenn ich mich recht erinnere, hättet Ihr das ohne deren Beitrag gar nicht gestemmt gekriegt. So viel zur rosaroten Brille.
Oly (anonym) - 5. Sep, 14:55

Red

net mit wenn ned woaßt um was geht.... Schau in Wikipeda oder sonst wo nach wie die Besitzregelung ist und red dann bei die Erwachsenen mit.

Ich verstehe das Problem gerade nicht?

DonParrot - 5. Sep, 15:56

Klar - ausgerechnet Wikipedia. Der Hort der Wahrheit.
@Stefan: ich auch nicht.
Oly (anonym) - 6. Sep, 09:36

Zur Aufklärung

Der TSV hatte damals das Grünwalder Stadion als Spielstätte. Dann bezogen Sie in Ihrer 1.Liga Zeit unter Heinzi sen. das Olympiastadion. Als dann der Umbau des Olympiastadions zum Fußballstadion scheiterte entschieden beide Vereine eine "Arena" zu bauen. Dementsprechend bauten beide Vereine die Allianzarena. Seit der Saison 06/07 (glaub ich) ist der alleinige Anteilhaber der FCB, da wir die Anteile der Löwen gekaufthaben, damit sie flüssig sind und der Spielbetrieb bei 60 nicht eingestellt wurde.Dementsprechend "leihen" wir ihnen es. Also Don ich denke der FCB hätte das Stadion auch allein bauen können und kann wie du siehst auch noch Spieler vom Format Klose, Toni und Ribery verpflichten.
Wenn Hannover das auch mal schafft ziehe ich den Hut vor euch
DonParrot - 6. Sep, 10:13

Das werden wir wohl nie schaffen. Denn den Vorsprung, den Ihr Euch mit 30 Jahren hervorragender Arbeit verschafft habt, ist leider kaum aufzuholen. Uns würde es mittelfristig schon reichen, wenn wir und im oberen Tabellendrittel etablieren könnten.

Und ich persönlich würde sogar lieber wieder absteigen, als wie Schalke mit einem Sponsor wie Gazprom um den Titel kämpfen zu können. Aber das ist natürlich wieder eine ganz andere Geschichte. Ich bin da halt sehr idealistisch.
sternburg (anonym) - 6. Sep, 11:08

Witzig: Wenn die Vorsehung, das Glück, politische Verwicklungen, oder was auch immer einem Verein ein riesiges, hochmodernes (WM-) Stadion vor die Nase setzt, dann wird dieser Vorteil jahrzentelang weidlich ausgenutzt. Das Stadion wird in der Öffentlichkeit dabei möglichst konsequent als eigenes Heimstadion behandelt, auch wenn man tatsächlich bloßer Mieter der Gemeinde ist. Wenn auch nicht zu einem Mietzins, den man überall sonst an eine auf Gewinnerzielung zielende Veranstaltung anlegen würde, aber lassen wir das.

Wenn dann im Laufe der Zeit woanders der Steuerzahler viel schönere Veranstaltungsorte ausgeschissen hat, wird solange rumgemault (Wettbewerbsnachteil, unschön, wir könnten das viel besser), bis sich die öffentliche Hand erneut zum Stadionbau entschließt.

In letzter Zeit bemerkt man dann vermehrt das Scheinselberbauen. Man sucht sich einen Investor. Mit diesem konzipiert man Bau und Betrieb eines genehmen Gebäudes. Um sämtliche Anbindungskosten im weitesten Sinne (und meistens nicht mal um Grunsstüpckspreise) muss man sich dabei nicht weiter kümmern, das übernehmen die Steurbürger. Auch wenn manche von ihnen vielleicht gar nichts mit Fussball am Hut haben. Und die Anbindung schnell mal aus Autobahnkreuzen, Nahverkehrszugstrecken, Bahnhöfen und Industrieleitungen besteht. Danach stellt man sich hin und gibt an wie eine Tüte Mücken, weil man jetzt so ein tolles Stadion besitze (schon mal "...sind wir froh und stolz, neben der Allianz/ der deutschen Bank/ windigen Finanzkonstrukten/ Hochtief etc. Teileigentümer dieses schönen Stadions zu sein" gehört?) und die Allgemeinheit einem nichts mehr zu sagen habe. Ich möchte mal behaupten, wenn die Allgemeinheit den ach so potenten Bayern auch nur die laufenden Kosten für die genutzte staatliche Infrastruktur in Rechnung stellen würde (Polizeieinsatz, Strassennutzung, Verstärkerzüge etc.) könnten sie sich nicht mal ein Poster von Ribery, Klose oder Toni leisten.

Die Bayern sind im letzten Satz nur ein Beispiel. Tatsächlich sieht das in Gelsenkirchen, Berlin, MG oder sonstwo nicht anders aus.
DonParrot - 6. Sep, 11:39

@Sternburg: Wenn die Bundesliga-Clubs von den Städten nur 30 Prozent der durch sie erzielten Zusatzeinnahmen verlangen würden, wären die jeweiligen Kommunen vermutlich Pleite. Vom Tourismus mal ganz abgesehen.

Wer bitte würde denn beispielsweise außerhalb von Nordrhein-Westfalen Mönchengladbach kennen ohne die Borussia?

Sternburg, Don hat das eine Argument schon gebracht.

Ich weise aber dennoch mal daraufhin, dass jede Wirtschaftsförderung genauso funktioniert.

Mal ketzerisch gesagt (weil das Argument Arbeitsplätze schaffen/sichern ähnlich sakrosankt ist wie die deutschen Schiedsrichter): Warum soll ich als Steuerzahler (und Freiberufler) dafür aufkommen, dass irgendwo in Deutz z.B. 30 Industriearbeitsplätze geschaffen werden?
Zumal, wenn die, wie im Fall BenQ nach ein paar Jahren eh wieder auf der Straße stehen?
sternburg (anonym) - 6. Sep, 11:57

Mir geht es ja auch gar nicht um die Förderung an sich. Das ist ein lohnendes, aber doch reichlich ausgekautes Thema. Auch wenn ich die touristischen Zusatzeinahmen durch Fussballveranstaltungen für maßlos überschätzt halte. Wenn es diese nicht gäbe, gäbe es irgendeine andere Veranstaltung, die die Leute zieht. Und wahrscheinlich wesentlich weniger Kosten verursacht. Die Großstadt zieht immer. Bei Orten mit groteskem Verhältnis von Einwohnerzahl zu sportlichem Erfolg wie Hoffenheim, (früher) Ahlen oder meinetwegen Gladbach mag dies anders sein, keine Ahnung. Trotzdem glaube ich einfach nicht, daß bei den ganzen staatlichen Unterstützungsleistungen für den Profifussball überhaupt eine Kosten-Nutzen-Rechnung stattfindet. Von Diskussion ganz zu schweigen.

Aber wie gesagt, anderes Thema. Soll man den Fussball subventionieren, bis der Arzt kommt. Was mich nervt, ist diese Großkotzigkeit der Leistungsempfänger.
Oly (anonym) - 6. Sep, 11:59

Eigentlich

war ich auf Stefan sauer weil er Schlauchboot gesagt hat und dann hab ich dem Don erklärt warum wir den 60-ern das Stadion borgen. Ich wollte nicht eine Finanzdebatte entfachen. Sorry ich bin wohl dabei vom Thema abgeschweift. Ich mach´s nicht wieder.

Die Finanzdebatte

find ich eigentlich ganz interessant.

Aber wie paranoid und sensibel seid denn Ihr Bayernfans mittlerweile, wenn Ihr schon sauer seid, wenn jemand Euer Stadion so nennt, wie Ihr selber???

Erinnert mich an die Diskussion mit einem Bayern-Fan, der Kalle Rummenigge kritisierte, aber sich verbat, dass ich das tue.
DonParrot - 6. Sep, 13:00

@sternburg: eine Kosten-Nutzen-Rechnung gibt es vermutlich wirklich nicht. Die würde auch immer zugunsten des Fußballs ausgehen. Oder meinst Du, die zig Millionen Fans, die die Bundesligen und die internationalen Spiele Woche für Woche in den Stadien und am ZV verfolgen, sind kein Faktor.

Wenn Du da nur die Subventionen für den Bau und Betrieb von Theatern und andere Kulturpalästen für gerade mal ein paar hundert Zuschauer gegenrechnest, steht der Fußball aber mächtig gut da, würde ich sagen.

Die ganzen anderen Zahlen mal ganz außer Acht gelassen.

Von der sozialen Komponente des Sports ganz zu schweigen.
Oly (anonym) - 6. Sep, 13:35

War ich das etwa

mit Rummenigge?? Egal, Schlauchboot sagen nur die nicht wirklichen Fans (Champusfans). Für uns ist´s die Arena. Ende, aus. Und paranoid sind wir nie :-)
DonParrot - 6. Sep, 13:41

Was mich zu der Frage bringt, warum die ganzen Stadien jetzt eigentlich plötzlich Arena heißen. Gibt's da bald auch wieder Wagenrennen, Gladiatorenkämpfe und Christenverbrennungen?
Oly (anonym) - 6. Sep, 13:49

Das stimmt schon

als ich das erstemal durch den Spielereingang das Spielfeld der Münchner Arena betreten habe, kam ich mir schon vor wie im Circus Maximus. Du steigst aus den Katakomben über eine steile Treppe auf´s Schlachtfeld, die Luke geht zu und du kommst sonst nicht anders raus, außer Demicelis grätscht dich blutig um und du brauchst den Sanka. Ich finde das hat was von Gladiator.....
DonParrot - 6. Sep, 14:04

*grinst breit*

Womit

wir dann wieder bei den Löwen wären. Denn was wäre eine Gladiatoren-Arena ohne Löwen?
DonParrot - 6. Sep, 14:29

Yes indeed!
Oly (anonym) - 6. Sep, 14:52

Kämpft

der FC nicht lieber gegen Gladiatoen als gegen Löwen????

Dem FC

ist es egal, gegen wen er kämpft. Todgeweiht sind sie sowieso alle.
sternburg (anonym) - 6. Sep, 22:08

Auf vielfachen Wunsch einer Einzelperson...

Nachdem wir uns also anscheinend mangels Widerspruch darauf geeinigt haben, daß großkotziges "Unser Stadion!"-Gehabe völlig fehl am Platze ist, hier nun die davon völlig losgelöste 'Finanzdebatte'.

don: >eine Kosten-Nutzen-Rechnung gibt es vermutlich wirklich nicht. Die würde auch immer zugunsten des Fußballs ausgehen.

Zunächst einmal: selbst wenn es so wäre. Es gibt trotzdem keine annähernd seriösen Zahlen. Und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß sie deshalb fehlen, weil die Rechnung so furchtbar eindeutig ist, wie ihr sagt. Das völlige Fehlen einer öffentlichen Debatte (oder auch nur Unterrichtung) über die Effektivität einer Maßnahme läßt doch in den allermeisten Fällen eher auf mangelndes Interesse schließen. In aller Regel findet man dann in nächster Nähe ein sog. 'Totschlagargument'. Stefan hat mit dem derzeit beliebtesten 'Aaargh, Arbeitsplätze' schon ein Beispiel gebracht. Tatsächlich ist ja eher zweifelhaft, ob die künstliche Lebensverlängerung einzelner abhängiger Beschäftigungsverhältnisse wirklich mehr bewirkt als beispielsweise das Einsparen dieser Mittel. Wer weiß, vielleicht ist es sogar so. Aber niemand denkt öffentlich darüber nach. Weil die öffentliche Wirkung bestimmter bezifferbarer 'geretteter' Arbeitsplätze ebend so viel höher ist.
Ähnlich dürfte es mit dem Profifussball sein. Sich mit diesem anzulegen, dürften die meisten Politiker schon aus naheliegenden Popularitätsbefürchtungen zu vermeiden suchen.

Trotzdem könntet ihr natürlich Recht haben. Ich persönlich kann da nur spekulieren. Mach ich mal. Ich betrachte mal meinen Wohnort. In Berlin übernachten im Jahr gute 7 Mio. Menschen ca. 16 Mio. mal. Und angeblich sieht Berlin pro jahr ca. 140 Millionen Besucher. Ziehen wir davon einige Größenordnungen wegen seltsamer PR-Zählweisen ab, so dürfte doch immer noch deutlich werden, wie verschwindend gering die - lass es 1 Mio Zuschauer sein - sind, die die Heimspiele der Berliner Profimannschaften plus Pokalfinale so im Jahr anziehen.
Zumal davon ja nur ein kleiner Teil Auswärtige sind. Die Berliner hätten ohne Fussball am Samstagnachmittag halt was anderes gemacht.Aber was heißt kleiner Teil, bei Hertha gibt es einiges an seltsames Umlandvolk, von mir aus kommen ein Drittel der Zuschauer von außerhalb der Stadtgrenzen. Sowohl diese Menschen als auch die Auswärtsfans scheinen nach meiner Ansicht ihre Unmengen an Kaufkraft jedoch eher in den Tankstellen und Bahnhofskiosken, als den darbenden Berliner Einzelhändlern, Hotels und Restaurants zu versenken.
Merke: In größeren Städte, und/ oder solchen die Anziehungspunkte wie Geschichte (Aachen, Nürnberg), Messen (Leipzig, Hannover), Wirtschaftskraft (München, Stuttgart, Hamburg) aufweisen, verpufft ein positiver Effekt des Profifussballs, so den einer existiert. Und auch in den kleineren Spielorten wie Cottbus dürfte ein besoffener Mob, der im Polizeispalier vom Bahnhof zur Stadt geführt wird und dafür sorgt, daß am Einkaufssamstag die halbe Innenstadt gesperrt ist, bei den örtlichen Händlern nicht nur auf die reine Freude stoßen.

Kommen wir zum so viel zitierten 'Imagefaktor'. Natürlich würde Orte wie Kaiserslautern, Mönchengladbach oder Cottbus (oder Meppen oder Ahlen etc.) ohne den örtlichen Profiverein kein Schwanz kennen. Aber bringt das wirklich etwas? Rein finanziell betrachtet: bringt das den Gemeinden wirklich einen Teil der Investitionen wieder rein? Anders gefragt: lebt man in Cottbus besser als in Magdeburg, in Rostock besser als in Leipzig, in Kaiserslautern besser als in Worms? Und hat die fussballerische Einöde Städten wie Düsseldorf, Wiesbaden oder Lübeck wirklich geschadet? Unemotional betrachtet: ginge es Köln ohne neues Müngersdorfer Stadion heute schlechter? Ging es Köln besser, als der EffZäh noch halbwegs passablen Fussball bot?

Bleibt noch eine schwer zu beziffernder Faktor, der manchmal 'Stärkung der Identität' genannt wird. Besonders in Orten wie Dortmund u.v.a. Gelsenkirchen anzutreffen, wo die Leute außer Fussball ja auch nicht viel haben. Trotzdem sei die Frage erlaubt, ob der Identität mit den Kindergartenplätzen, die man mit einigen hundert Mio. Euro finanzieren kann, nicht auch geholfen wäre.

Was die "soziale Komponente" angeht: Gerade hier in Berlin möchte ich über die soziale Komponente der 'Pocken' tatsächlich' lieber schweigen. Ich denke auch, du verwechselst da die Themen Profisport und Breitensport. Hier geht es allein um die Förderung profitabler mittelständischer Unternehmen. Aus öffentlichen Mitteln. Da kann auch gleich der Vergleich mit der Oper mitgezogen werden. Gerade mir als Berliner geht diese Elitensubventionierung (ey, wir haben hier drei Opernhäuser) auch auf die Nerven. Aber dabei handelt es sich um Kulturgüter, die wir uns zu erhalten entschlossen haben. Das kann man kritisieren. Aber man kann es nicht mit dem Profisport vergleichen. Denn der Profisport würde ohne öffentliche Förderung weiterhin existieren, gegebenenfalls vielleicht um ein oder zwei Schrauben kleiner. Aber er wäre immer noch da. Ähnlich wie große Popkonzerte, die zu subventionieren aus ähnlichen Gründen ja auch keiner auf die Idee käme.
Und ganz nebenbei: Die Berliner Museen haben über elf Mio. Besucher im Jahr.
Oly (anonym) - 7. Sep, 09:55

@Sternburg

Was hast du denn für Drogen????? Und ich dachte nur der blaue August kann sowas hervorrufen :-)

Oly,

Du bist echt der mit Abstand größte Trottel (im Prinzip sogar der einzige Trottel), der hier kommentiert. Da macht sich jemand die Mühe ausführlich und intelligent auf ein paar Gedanken einzugehen und Du tippst auf Drogen.
Schwachkopf.

Sternburg:
Das Problem bei Deiner Argumentation (aber im Grunde bei der ganzen Finanzdebatte) ist das Fehlen klarer und eindeutiger verlässlicher Zahlen, was die finanziellen Effekte des Profi-Fußballs, der Wirtschaftsförderung oder der Kulturförderung angeht.
Im Prinzip bin ich inzwischen bei den meisten öffentlichen Förderungen mindestens zwiespältig, meist skeptisch, weil ich oft den Eindruck habe, sie führt zu Bequemlichkeit und hält die Leute vom selber denken und selber machen ab.
Ich glaube zum Beispiel nicht, dass es keine Oper mehr geben würde, wenn man deren Subventionen eindampft. Möglicherweise würde es mehr kleinere, aufregendere und spannendere Opernprojekte geben als es sie jetzt in den festen Spielstätten gibt. Popkonzerte, das nur am Rande, werden übrigens auch gefördert, zumindest indirekt.
Das geht aber natürlich gedanklich in eine ganz andere (aber interessante) Richtung.
Für mich persönlich gibt es dann aber noch ein anderes Unbehagen, das fast gegensätzlich ist: Ich weigere mich, Nutzen auf finanzielle Aspekte zu verkürzen und halte die Durchökonomisierung der Gesellschaft für arg diskussionswürdig.
Oly (anonym) - 7. Sep, 12:49

@Stefan

Selber paranoider androiden Trottel
sternburg (anonym) - 9. Sep, 20:35

@oly: Einen ersten Hinweis auf die von mir präferierte Droge bitte ich dich meinem Nickname zu entnehmen. Danke.

@stefan: Wie ich sagte: wir alle können nur spekulieren ohne eine Andeutung von Zahlenmaterial (und bisher habe ich fundierter spekuliert als ihr, behaupte ich;). Unter Demokratiegesichtspunkten ist das m.E. ziemlich problematisch. Man mag deine Auffassung bezüglich der Opernsubventionierung teilen oder nicht, fest steht, daß wir alle genau wissen, was uns diese Institutionen kosten, und von uns gewählte Vertreter haben sich trotzdem zu diesen Ausgaben entschlossen (gerade in letzter Zeit ja regelmäßig nach kontroverser öffentlicher Debatte). Ich habe eher nicht den Eindruck, daß das beim Profifussball ähnlich abläuft.

Was dein Unbehagen bezüglich der allgegenwärtigen Durchökonomisierung angeht: das halte ich überhaupt nicht für gegensätzlich. Im Gegenteil - eine 'Finanzdebatte' neigt natürlich dazu, primär finanziellen Nutzen zu behandeln. Aber grundsätzlich kann ja jeder Nutzen eine Ausgabe rechtfertigen, also auch kultureller oder schlichtes Erhaltungsinteresse. Oder von mir aus auch nur, weil die Mehrheit von uns es halt so möchte. Nur: auf den Profifussball trifft kein mir denkbarer Aspekt zu. Diese Wirtschaftsunternehmen öffentlich zu fördern hat keinen irgendwie zivilisatorischen Nutzen. Es handelt sich auch nicht um ein besonders vom Aussterben bedrohtes Randphänomen, das ohne öffentliche Unterstützung sofort verschwinden würde. Und mangels Information oder gar Debatte hat man sich auch nicht etwa völlig sinnfrei, aber eindeutig allgemein dafür ausgesprochen (was ja dann wieder völlig legitim wäre).
DonParrot - 10. Sep, 09:26

@Sternburg:

Soso. Keine Mehrheit für den Fußball?!

Sag mal, wo warst Du eigentlich letzten Sommer?
Und hast Du schon mal was von den Bundesliga-Einschaltquoten gehört. Abgesehen von den Zuschauerzahlen im Stadion?
MannMannMann...

So an der Realität vorbei kann man doch gar nicht argumentieren.

Jetzt aber mal nicht überheblich werden, junger Mann!

Nur weil Du zugibst keine Ahnung zu haben, heißt das nicht, dass Du Ahnung hast, sternburg.

Deine Argumente hinken in meinen Augen an mehreren Stellen:

1. Die gleichen Vertreter, die mehrheitlich für die Subventionierung von Opernhäusern entschieden haben, haben ebenso mehrheitlich für den Bau neuer Stadien votiert und zumindest hier in Köln wurden seinerzeit die Kosten und der zu erwartende Nutzen offen diskutiert.

2. Nur um Missverständnissen vorzubeugen: Ich bin keinesfalls gegen Kulturförderung, auch nicht gegen Opernsubventionierung. Ich bin lediglich gegen die satte, selbstgefällige Larmoyanz, die sich in vielen subventionierten Kulkturbetrieben breit macht. Das gehört auch eigentlich nicht hierher. Weiß ich.
Aber: Als humanistisch gebildeter Mensch weise ich daraufhin, dass seit der Antike Sport einen wesentlichen Teil des kulturellen Lebens darstellt. Insofern gibt es durchaus einen "zivilisatorischen Nutzen".

3. Auch wenn die Behauptung gerne wiederholt wird, dass Fußballvereine Wirtschaftsunternehmen sind, und die Fußballvereine das möglicherweise auch selber glauben, bleibt diese Aussage doch falsch (und wird durch ihre unbedachte Widerholung nicht wahrer).
Wirtschaftsunternehmen zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Aktivitäten primär auf wirtschaftlichen und finanziellen Gewinn ausgerichtet sind.
Der Erfolg von Fußballvereinen allerdings mißt sich nicht an ihrem erwirtschaftetem Gewinn (oder der Höhe der ausgezahlten Dividende), sondern am sportlichen Erfolg. Ähnlich wie der schwer messbare Erfolg von Kulturbetrieben im Schaffen kultureller Werte besteht.
sternburg (anonym) - 12. Sep, 16:36

Nun, vielleicht läuft das ja bei euch in Köln und Hannover(?) anders, besser. Hier in Berlin wurde für viele Millionen das Olympiastadion renoviert. Ohne das m.E. darüber ernsthaft diskutiert wurde. Dabei war dies ja nicht alternativenlos: man hätte es z.B. denkmalgerecht sichern und für sehr viel weniger Geld ein halbwegs modernes Fussballstadion daneben setzen können. Oder es einfach so lassen, wie es ist. Wer sagt denn eigentlich, daß das WM-Finale unbedingt in der Hauptstadt stattfinden muss? Jedenfalls nicht derjenige, der demokratisch gesehen dafür zuständig wäre.

Wir Fussballfans denken immer sehr schnell, daß wir eine gesellschaftliche Mehrheit haben, weil so viele Medien auf uns zugeschnitten sind. Aber wieso? Wegen eines rauschhaften Sommers? Oder wegen Bundesligaeinschaltquoten? Die also auch die öffentliche Förderung eines "Wer wird Millionär"-Stadion rechtfertigen würden? Mit dem Geld für die Renovierung des Berliner Olympiastadions wurde letzlich vor allem Hertha BSC alimentiert. Dabei ist hier in Berlin nicht nur nicht jeder Fussballfan. Davon ist auch bei weitem nicht jeder Herthafan.

Und in Flächenstaaten ist dies doch ähnlich: warum soll ein Versicherungsvertreter in Worms dafür bezahlen, das in Kaiserslautern - einem Ort, in dem das Betzenbergstadion noch Jahrzehnte vor sich hingeschimmelt hätte - unbedingt ein WM-Stadion hingehört?

Und nur weil über die Hälfte der Leute, die wir kennen, sich für Fussball interessiert, heißt das noch lange nicht, daß auch die Mehrheit der Bürger bereit ist, dafür zu zahlen (Probe: Wieviel Zustimmung gibt es für Freibier?). Oder Einschnitte in anderen Bereichen in Kauf zu nehmen.

Und nochmal: hier geht es um Profi(vereins)fussball. Inwiefern der einen zivilisatorischen Nutzen über den des Dorf-/ Stadtteilvereins hinaus erfüllt, müsstet ihr mir erst einmal darlegen.

ps: Die argumentation bezüglich der Gewinnausrichtung von Fussballvereinen ist allerdings interessant. Muss ich mal drüber nachdenken.

pps: "Überheblich" (bitte überschnappende Stimme vorstellen)?! Ich und überheblich? Nur weil ich halt mehr Ahnung... - äh, einen Moment bitte. Ich sehe gerade, "überheblich" ist richtig. "Unbegründet überheblich", um genau zu sein. Ich bitte um Entschuldigung.
Oly (anonym) - 13. Sep, 08:24

@Sternburg

Also in München wurde damals ernsthaft dikutiert ob Arena oder Umbau des Olympiastadions. Leider war ein Umbau des Stadions dank des Architekten nicht möglich. Bei meinem letzten Besuch um Olympiastadion kann ich dir nur sagen, dass die Schüssel in der ich die Spiele gegen Manchester, Mailand, oder Madrid nicht mehr wiedererkannt habe. So verwarlost und heruntergekommen Wahnsinn und trotzdem wir uns hier in der presse vorgegaukelt das Ding trägt sich mit Snowboardevents oder Weinmessen. Deshalb pro Umbau alter Stadien, sonst hast du die Kosten für die neuen Arenen und man darf so ein altes Ding dann auch noch mit finanzieren.
Wird das Olympiastadion wirklich nur für Fußball genutzt in Berlin? Ich glaube zu wissen, dass da auch noch eine IAAF- Station ist und auch Konzerte stattfinden, also kann man nicht sagen die alte Dame wäre die einzige die davon profitiert hätte.
Das ein Profifußballverein andere Interessen als ein Dorf-/ Stadtteilverein hat liegt doch auf der Hand. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass wenn man sich im Ausland befindet und man den Namen seiner Heimatstadt erwähnt irgendwann der Name des Vereins fällt, je nach Bekanntheitsgrad. Das sind Assozationen die einen ideellen Marketingwert darstellen, wie auch zum Beispiel Wiesn und München.

Hach, schöne Diskussion

sternburg:
Über die Diskussion in Berlin kann ich gar nix sagen, allerdings stand wohl unabhängig vom Fußball eine Sanierung des Denkmals Olympistadion auf dem Programm, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Dann ginge es nicht allein um Hertha BSC...

Das Argument "Mehrheit oder nicht" habe ich persönlich mal bewusst rausgehalten (andere nicht, ich weiß). Aber den Versicherungsvertreter aus Worms ins Spiel zu bringen, führt wieder weg vom Fußball. Denn bei dem Argument ist es dann wieder egal, ob es um Wirtschaftsförderung in Kaiserslautern, Theater in Mainz oder was auch immer geht. Das muss ihn alles nicht interessieren. Nur ist das kein überzeugender Grund darauf zu verzichten.

Auf den zivilisatorischen Nutzen antworte ich mal mit einer Gegenfrage: Welchen zivilisatorischen Nutzen hatten die olympischen Spiele der Antike? Würdest Du sagen, dass sie keinen hatten, also Sport per se bedeutungslos ist (sofern man ihn nicht selber ausübt)?

Oly:
Ich erinnere mich an die Diskussion ums Münchener Oylmpiastadion. Das finde ich generell mal wieder eine interessante Frage, weil jetzt das Urheberrecht des Architekten und der Denkmalschutz für einen toten Museumsbau gesorgt haben.
Ich bin da ja eher der Ansicht, dass Gebäude Veränderungen brauchen, wenn sie lebendig bleiben sollen. In welcher Konsequenz diese Änderungen vorgenommen werden, ist eine gänzlich andere Frage.
Ein schönes Buch zum Thema gibt es von Stewart Brand: How Buildings Learn.
Oly (anonym) - 13. Sep, 15:22

Der Denkmalschutz

war glaube ich eher weniger das Problem, es war eher ein Methusalix der verhindert hat , dass ein ansich wunderschönes Stadion sichn zur Ruine wandelt. Das Olympiastadion als reine Fußballarena wäre sicherlich besser gewesen und prestigeträchtiger als der Standort der neuen Arena. In diesem Zusammenhang gebe ich Sternburg recht, da die Alllianzarena soweit vom Kern Münchens weg ist, dass sie für die wirtschaftliche Belebung der Münchner Innenstadt wenig beiträgt.
Suedtribuene - 14. Sep, 14:03

Das führt dann weg von der Frage, ob Fußball Kultur ist und hin dazu, ob Architektur Kunst ist, denn der Methusalix war der Architekt (und Urheber im künstlerischen Sinne, so sein Selbstverständnis) und Architekten tun sich schwer damit, wenn jemand an ihren Werken weiterarbeitet (was allerdings bei allen noch genutzten Bauwerken der Architekturgeschichte unvermeidlich ist). Irgendwie killt da in meinen Augen das Ego des "Künstlers" sein eigenes Werk.
rene (anonym) - 5. Sep, 17:42

YouTube / FC-1860 1:0

kumpel von mir war da und hat zufällig das 0:1 gefilmt. hätte ruhig dabei bleiben können.... naja, vor dem spiel wäre ich mit einem 1:1 zufrieden gewesen. :)

http://www.youtube.com/watch?v=s2CRU8kGplQ

Ein schönes Tor übrigens

(und ich sach' noch immer: Unterschätzt mir den Novakovic nich')

Sehr schön auch das fliegende Handy im Anschluss an den Treffer. :-)

Apropos: Hat auch noch jemand die Szene vor dem 1:1?

Die Welt - aus Sicht der Südtribüne

Das Blog rund um den 1.FC Köln, die Fußball-Bundesliga und den ganzen Rest

Aktuelle Beiträge

Cannonau? Monica di Sardegna?...
Cannonau? Monica di Sardegna? Na, first of all: geniesse...
MiMo (anonym) - 13. Mai, 20:04
Gratulation!
Als Willkommensgruß wären wir bereit Funkel...
Albert C. (anonym) - 13. Mai, 13:38
Jaja...
Gratulation. file under: Versuche sportlich-fairen...
sternburg (anonym) - 13. Mai, 09:52
So mal pauschal ein Dankeschoen...
So mal pauschal ein Dankeschoen fuer die Glueckwuensche...
Stefan (anonym) - 12. Mai, 21:20
Ich will gar nicht erreichen,...
Ich will gar nicht erreichen, was er erreicht hat.
Stefan (anonym) - 12. Mai, 21:13

Suche

 

Die offizielle Zuschauerzahl

Partner

Stadionradio

Wettbüro

Das Wetter über der Südtribüne

Aktuelles Wetter in Cologne:


Temperatur: 15 C
UV Index: 1
Luftfeuchte: 88 %
Sichtweite: 10.0 km
Luftdruck: 1007.1 mb
Windstärke: 11 km/h

Weather data provided by weather.com

Status

Online seit 1025 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 13. Mai, 20:04

Credits

Knallgrau New Media Solutions - Web Agentur für neue Medien

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page
xml version of this page (summary)
xml version of this page (with comments)

twoday.net AGB

User Status

Du bist nicht angemeldet.