Sonntag, 28. August 2005

Physik für Stürmer und Schiedsrichter

Wenn ich als Verteidiger einen Stürmer an der rechten Schulter festhalte, wie es Christian Springer in der 92. Minute des Spiels 1.FC Köln gegen den 1.FC Kaiserslautern am Samstag versucht hat, fällt dieser Stürmer allen physikalischen Gesetzen entsprechend mit der linken Schulter voran. Einleuchtend, schließlich wird die rechte Schulter festgehalten.
Ferydoon Zandi, physikalisches Wunder in Reihen des FCK, hingegen fällt mit der rechten Schulter zuerst. Das kann zweierlei bedeuten:
1. Für Ferydoon Zandi gelten andere physikalische Gesetze als für den Rest des Universums.
2. Er hat sich fallenlassen.
Ich kann mir nicht helfen, aber ich neige dazu, Punkt 2 als wahrscheinlicher anzusehen. Schiedsrichter Dr. Helmut Fleischer, promovierter Mediziner mit mangelhaften Physikkenntnissen, vertrat am Samstag die Meinung, dass Punkt 1 richtig sei. Warum auch immer.
Markus (anonym) - 29. Aug, 13:44

Link gesetzt

Da der Trackback irgendwie nicht ankam (wo ist denn die URL zum Trackback?) schreibe ich es mal per Hand hier rein: Trackback vom Bundesliga-Blog:
http://www.bundesliga-blog.de/2005/08/29/physik-fuer-stuermer-und-schiedsrichter/

Ich hatte Physik im Abitur und kenne bisher auch noch nichts, was die Gesetze aushebeln kann (schade, beim Abi hätte es sonst besser geklappt...)

Gruss,
Markus

Suedtribuene - 29. Aug, 15:17

Trackback und Physik

Der Trackback ist im Zweifelsfall in den Untiefen meiner technischen Unbedarftheit verloren gegangen. Ich pflege zu technischen Dingen ein ähnlich distanziertes Verhältnis wie Ferydoon Zandi zur Physik: Wir haben keine Ahnung davon, sind aber immer bereit, ihre und unsere Grenzen neu auszuloten.
MythosBayern - 29. Aug, 15:06

Naja, das war zumindestens mal

ein etwas launischer Kommentar zum Spiel gegen die Schmuddelkinder aus der Pfalz, aber wieso müssen Eure Spieler, Trainer und Verantwortlichen denn gleich so ausrasten?

Zeter und Mordio schreien, von Betrug, Manipulation und Vorsatz faseln, um dabei völlig auszublenden, dass nur aufgrund eines solchen "Betruges", überhaupt der erste Heimsieg gegen Mainz zustande kam?

Die Scherz'sche Verschwörungstheorie, Fleicher die Schuld am Abstieg 2002 anzudichten, entbehrt ja ausserdem wohl jeglicher geistigen Zurechnungsfähigkeit des Spielers, oder wird da etwa schon wieder an der Legende gestrickt, weshalb es am Ende der Saison einmal mehr nicht reichen könnte?!

Jetzt mal ganz im Ernst und ohne Polemik: Glaubt Ihr "EffZee"'ler wirklich daran, dass man Euch Böses will, die Schiedsrichter (oder Herr Fleischer alleine) Euch aus der Liga pfeiffen wollen?

Wer sowas glaubt, sollte die "alternative" Tabelle im Auge behalten, die Saison 2001/02 ist dort leider nicht enthalten (könnte man interesse halber allerdings hinzufügen), aber in der nächsten "EffZee"-Saison wurden die Kölner sogar insgesamt bevorteilt...

Suedtribuene (anonym) - 29. Aug, 15:39

Der Reihe nach

Wir haben nach Spielschluss auf der Südtribüne noch ganz anderes Zeter und Mordio geschrieen.

Bei dem Elfmeter im Mainz-Spiel gab es zumindest noch einen Zusammenhang zwischen Spielsituation und Schwerkraft.

Die Verschwörungstheorie stammt von Christian Springer, der zwischenzeitlich auch schon zurückgerudert ist. Dr. Fleischer übrigens auch, was seine Entscheidung angeht.

Alternative Tabellen sind grober Unfug für Leute, die Fußball als Statistik betrachten. Es genügt doch nicht, einfach die falsch gegebenen Tore und Elfmeter abzuziehen oder dazuzurechen und so zu tun, als wäre das restliche Spiel bei einer anderen Entscheidung genau gleich verlaufen.

So, und abgesehen von aller Launigkeit und allem Wissen um unsinnige Verschwörungstheorien etc. hatte ich am Samstag aber sowas von Schaum vor dem Mund! Und zwar völlig zu Recht!
MythosBayern - 29. Aug, 16:16

Iss ja gut, ruuhig, nimm Dir ein Kölsch, ich lad' Dich ein!

;-)

Ich drück es mal so aus:

Wer es über 90+x Minuten nicht fertigbekommt, einen Gegner klar zu beherrschen und zu besiegen, der braucht sich nicht zu beschweren, ein Spiel auch noch verlieren zu können, wer wüßte das besser als die Bayern-Fans!

Das mal grundlegend!

Klar kann ich eine emotionale und ungefilterte Sichtweise verstehen und auch nur unter diesem Gesichtspunkt sind die Aussagen der Kölner nachzuvollziehen - wenn man inzwischen schon zurückgerudert hat, ehrt es die Verantwortlichen, hab ich bisher noch nirgendwo gelesen...

Zum Thema Statistiken:

Ich mache nicht den Fehler, zu glauben, dass man den Fußball in Raster, in vorgefertigte Bahnen lenken kann, es ist ja vielmehr gerade der Reiz am Fußball das Unvorhersehbare zu bekommen, der Sinn dieser Statistik liegt darin, zu "belegen", dass sich die sog. Fehlentscheidungen im Fußball immer irgendwie, irgendwann ausgleichen!

Legt man diesen Ansatz zugrunde, dann hat der FC zur Zeit noch einen Punkt zuviel - Physik, hin oder her, wer weiß schon, ob Zandi nicht auch so das Tor hätte machen können, oder ein anderer, nein, nein, trotz Hoyzer bleibe ich dabei, vorsätzliche Spielausgänge gibt es für mich nicht.

Das Problem scheint ein anderes zu sein, wenn Euer Trainer im Grunde "sich die gute Stimmung nicht kaputtmachen will" - der FC sollte sich zunächst einmal auf 40 Punkte konzentrieren und dann das Zaubern und Träumen anfangen, andersherum hat es bei den letzten Versuchen ja offensichtlich nicht funktioniert, oder?
Suedtribuene (anonym) - 29. Aug, 16:51

Vorweg:

das Kölsch nehme ich natürlich gerne an. :-)

Was die Statistik betrifft: Ich dachte, die soll als Beweis herhalten, dass Werder Bremen durch die Schiedsrichter bevorzugt wird? :-)
Nein, im Ernst, dieses ganze "Hätte-würde-könnte-sollte" ist mir alles zu sehr Diskussion im luftleeren Raum. Der Konjunktiv ist per definitionem nicht zu beweisen, ergo ist eine Diskussion darüber spekulativ.
Gleiches gilt für die Frage, ob Zandi denn den Ball vielleicht doch noch bekommen hätte (ein anderer war nicht in der Nähe)? Ich glaube nicht, aber das ist auch hypothetisch.
Interessanter ist da schon die Frage nach dem Spiel. Es ist nicht unsere Taktik, den Gegner 90 Minuten zu beherrschen. Das können wir gar nicht. Unsere Taktik sieht eher so aus, möglichst schnell vor das gegnerische Tor zu kommen und dort den Abschluss zu suchen.
Und genau das ist uns am Samstag über 80 Minuten sowas von überhaupt nicht gelungen, dass die Niederlage unter dem Aspekt in Ordnung geht. Gegen dicht gestaffelte Abwehrreihen sind wir immer noch ausgesprochen hilflos und Kaiserslautern hat am Samstag insbesondere in der Defensive sehr diszipliniert gespielt. Ich mag weder den Verein, noch die Fans, noch den Trainer, aber die Leistung, die die Mannschaft in Köln gezeigt hat, war aller Ehren wert.
Hinzu kommt, dass bei uns Spieler wie Podolski und Madsen ihrer Form ein gutes Stück hinterherlaufen. Kurz und gut: Wir haben fußballerisch noch eine Menge Arbeit vor uns, um die wir uns kümmern sollten. Ich denke aber, dass das alle wissen.
MythosBayern - 30. Aug, 10:56

Wenn ich zwei Karten für das Bayern-Spiel

hätte, sofort! ;-)

Thema Statistik: Naja, "Beweis" ist so ein scharfes Wort, was gilt unter Fans schon als "Beweis"?

Für mich gilt es als Beleg, dass meine These (des langfristigen Ausgleichs der Fehlentscheidungen) richtig ist!

Das mag jeder halten wie er will, klar ist es ein "hätte, wäre, aber", aber allzu ernst nehme ich diese Sache ja deshalb auch nicht, es zeigt Tendenzen auf, sagen wir es mal so, Tendenzen, die sich ausgleichen (sollten)!

Das Du erkannst hast, dass der FC nicht zu den Teams zählt, die selber ein Spiel gestalten und prägen können und somit einen Gegner gegen die Wand spielen kann, versachlicht die Diskussion ungemein *g* - den gleichen Effekt haben wir im ersten Spiel gegen Gladbach gesehen, als die Borussen schlichtweg damit überfordert waren, gegen, sich zurückziehende 10-Mann-Bayern Gefährlichkeit zu erzeugen oder gar ein Tor zu erzielen - sowas ist auch nicht die Grundausrichtung der Gladbacher oder Kölner, zumindestens nicht im Vergleich mit den sog. großen Teams der Liga...

Ferner kann ich mir ebenfalls nicht vorstellen, dass es an diesem einen Punkt am Ende hapern sollte, ich glaube vielmehr, dass beim FC am Saison-Ende klare Verhältnisse herrschen werden - so, oder so!

Bzgl. PrinzPoldi trifft sehr wahrscheinlich meine Prophezeiung vom Saisonstart zu, dass er Schwierigkeiten bekommen wird in Liga Eins und damit ist nicht nur das aktuelle Confetti-Cup-Loch gemeint - hoffen wir für ihn, dass er sich fängt.
Suedtribuene (anonym) - 30. Aug, 13:45

Billige Ausrede!!!

Aber so was von einer billigen Ausrede! Ich habe meine Karte für das Bayern-Spiel. Ich hab auf der Südtribüne sogar einen Sitz, auf dem mein Name steht (ja, ich bin so verrückt!)

Als Beweis gilt unter Fußballfans alles, was die eigene These untermauert. Das ist doch einfach. ;-)

Die taktische Diskussion führe ich gerne fort. Da wird eh zu wenig drüber diskutiert. Spielgestaltung und Torgefährlichkeit sind m.A. zwei Paar Schuhe. Wir haben in Stuttgart auch nicht das Spiel gemacht, waren aber ungemein torgefährlich. Kaiserslautern hat mit einer sehr ähnlichen Spielanlage bei uns 3 Punkte geholt. Mainz hingegen ist durchaus in der Lage, das Spiel zu machen. Nur sind die vor dem Tor so was von harmlos. Das erinnert mich an Freiburg. Auch eine Mannschaft, die das Spiel gestalten kann und vor dem Tor kläglich versagt.

Bei Prinz Poldi glaube ich nicht, dass das Problem Liga 1 ist. Wie schon erwähnt, hat der in Liga 1 schon reichlich getroffen. Ich bin etwas unsicher, ob er noch in der Anlaufphase zur neuen Saison steckt (die Anlaufphase ist nach Pausen oder in neuen Situationen immer recht lang bei ihm - guck Dir z.B. an, wie lange er für sein erstes Länderspieltor gebraucht hat) oder aktuell eine zu lasche Einstellung. Letzteres fände ich ärgerlich. Davon abgesehen muss man einem 20jährigen Formschwankungen einfach zugestehen, egal ob sie Podolski, Schweinsteiger oder Jansen heißen.

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