Montag, 12. April 2010

Gefühlte Temperatur

Diese Saison entwickelt sich immer mehr zu einer Wiederholung der vergangenen Spielzeit. 34 statt 35 Punkte stehen nach dem 30. Spieltag zu Buche. Die Platzierung ist etwas schlechter, das Torverhältnis etwas besser. Zu Hause spielt der 1. FC Köln wie ein Absteiger, auswärts trumpft er auf wie ein Kandidat für die internationalen Plätze. Alles wie gehabt.

Fundamental anders ist lediglich die Stimmung. Haben sich in der letzten Saison alle entspannt zurückgelehnt, herrscht in diesem Jahr blanke Panik.

Dabei ist das Schlimmste, was man der Mannschaft im Vergleich zum Vorjahr vorwerfen könnte, Stagnation. Eine spielerische Weiterentwicklung ist nicht zu erkennen. Aber wie auch?
Niemand, kein Verein, kein Trainer, keine Mannschaft, lässt sich auf spielerische Experimente ein, wenn das Umfeld schon bei sechs Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz Panik erfasst. Dann wird auf Ergebnis gespielt, bis wieder ein wenig Ruhe herrscht. Das ist häßlich, aber notwendig in Köln.

Hier haben scheinbar zu viele schon vergessen, dass Stagnation in der ersten Liga für einen Fahrstuhlverein wie den 1. FC Köln ein Fortschritt ist. Aller Voraussicht nach spielt die Mannschaft auch im nächsten Jahr und damit im dritten Jahr in Folge erste Liga. Das gab es zuletzt vor zwölf Jahren und das ist Erfolg genug.
Immerkicken (Gast) - 12. Apr, 15:32

Das mit dem verflixten zweiten Jahr, Stagnation als Fortschritt und Auswärtstabelle würde für die internationalen Plätze qualifizieren ist ja alles schön und gut - mir aber zu sehr aus dem Michael-Meier-Wortbaukasten geklaubt.

Man darf nicht vergessen, welchen enormen Aufwand sich der FC erlaubt. Wir haben 10 Mio. für Podolski ausgegeben, für ein nennenswertes Handgeld und üppiges Salär Maniche verpflichtet, in der Winterpause nochmal Tosic ausgeliehen. Da erwarte ich keine Wunder, lasse mir aber auch nicht Stagnation als Erfolg verkaufen - vor allem nicht vor dem Hintergrund von Katastrophen wie gegen Stuttgart und Berlin.

Das hat auch nichts mit blanker Panik zu tun (natürlich schreibt sich so etwas nach Samstag, 17.15 Uhr viel einfacher). Aber Fakt ist, wir haben eine offenbar nicht funktionierende Truppe, gespickt mit ein paar divenhaften Söldnern. Die zum Funktionieren zu bringen, dafür ist genau der Trainer zuständig. Diesbezüglich sehe für die nächste Saison dann wieder Stagnation, denn so Kollegen wie Maniche und Ishiaku werden noch ein Jahr auf unserer Gehaltsliste absitzen.

Und wenn wir nicht wieder das Glück haben, einige Gegner auswärts auf dem Höhepunkt ihrer Krise zu beglücken (für den Fall, dass mir jetzt unterstellt wird, ich bediene mich argumentativ beim KStA - das habe ich vor zwei Wochen schon gesagt), da kann das mal ordentlich eng werden.

Suedtribuene - 12. Apr, 19:27

Soll ich jetzt einfach mal

die Frage in den Raum stellen, ob Podolski zehn Millionen wert ist? Als Heilsbringer habe ich ihn ohnehin nicht gesehen. Ich gebe aber zu, dass ich mir von der Offensive mit ihm und Maniche mehr versprochen habe.

Soldo wiederum ist ein Trainer, der stark auf die Eigenverantwortung seiner Spieler setzt und offenbar den ein oder anderen damit überfordert.
Mal davon abgesehen, dass seine Vorstellungen von Fußball und das, was die Mannschaft kann und wofür sie zusammengestellt wurde, unterschiedlich sind.

Die Frage ist welche Konsequenzen Verein und Trainer daraus ziehen sollten? Rein faktisch arbeitet Soldo nicht weniger erfolgreich als Daum, der nicht zur Disposition stand. Also sollte eher der Trainer umdenken (was den Umgang mit den Spielern angeht), der Verein in Zusammenarbeit mit dem Trainer nach neuen, geeigneten Spielern Ausschau halten (und sie verpflichten) und so die neue Saison angehen.
Mir wird rund um den FC einfach zu schnell alles in Frage gestellt. Was in meinen Augen erfolgreiches Arbeiten verhindert. Ergebnis: Fahrstuhl.

Den Beitrag von Stephan Klemm halte ich allerdings für groben Unfug. Keine Mannschaft hat zwei Jahre lang auswärts nur Glück. Wenn man so konstant auswärts so gut punktet, dann macht man etwas richtig. Das hat mit Glück nichts zu tun.
redmucken (Gast) - 13. Apr, 09:22

Warum ist in Köln immer der Trainer an allem Schuld?

ich finde es mehr als bedenklich immer die Schuld für eine nicht so tolle Saison beim Trainer zu suchen.
Schuldig sollten sich die Verantwortlichen (Overat und Meier) fühlen.
1. Rückholaktion Podolski => finaziell ein nicht kalkulierbares Risiko
2. Verpflichtung von Spielern die uns nicht weiter bringen
3. Verpflichtung eines neuen unerfahrenen Trainers =>
Dessen Forderungen man von Seiten der Vereinsführung nicht nachkommen wollte/will.
Die Manschaft hat immer noch die gleichen Schwachstellen wie unter Daum. Diese werden von Herrn Meier stets ignoriert. Klar wenn man nur auf Namen anstelle auf System setzt!

Das unter diesen Voraussetzungen sportlich der selbe Müll wie im Vorjahr rauskommt muss nicht verwundern!
Das ein Poldi eine so graupen schlechte Runde spielt war natürlich nicht zu erwarten. Es hat aber auch nix mit der Position zu tun. Laufen und sich anspielbar machen muss mann auf jeder Position. Wenn er das mal tun würde, wäre auch kein Fremdkörper in der Manschaft, selbes gilt auch für Manich!

Aber zwei Spieler mit einem Bewegungsradius eines Bierdeckels kann sich eigentlich keine Manschaft der Welt leisten! Können tun sie es beide, was ausser Frage steht!

Heinz H. (Gast) - 14. Apr, 10:35

"Das unter diesen Voraussetzungen sportlich der selbe Müll wie im Vorjahr rauskommt muss nicht verwundern!"

Da haben wir sie wieder - die Kölner Realitätsferne.
redmucken (Gast) - 14. Apr, 11:19

@ Heinz

Hallo Heinz,
ich lese überhaupt keinen Kölner Stadtantzeiger!
Aber du kannst mir die Stelle ja mal zeigen wo ich "geklaut habe"!

;-)
Heinz H. (Gast) - 14. Apr, 11:36

@redmucken

Ich weiß überhaupt nicht, ob du beim Ksta abgeschrieben hast...das habe ich auch gar nicht gedacht. Das kam von einer anderen Person (siehe oben; Stefan ?).

Ich meinte mit dem Beitrag, dass wir mit den Ergebnissen beider Jahre ganz zufieden sein können. Auch wenn wir der 1. FC KÖLN sind: Litti, Häßler, Steiner, Kohler, Allofs und Povlsen sind nicht mehr da. Da wir ein Aufsteiger sind, kann man nicht ernsthaft behaupten, dass wir "Müll spielen".

:-)
Andre (Gast) - 14. Apr, 16:26

@redmucken

So unkalkulierbar war Poldis Rückkehr gar nicht, wenn man mal Sponsoring- und Trikoteinnahmen gegenrechnet.

Ein Schorch hat uns zum Beispiel schon geholfen, der war für mich der beste Außenverteidiger der Saison.
Tosic hat Ansätze gezeigt.
Sicherlich durfte man sich von Maniche und Poldi mehr erwarten, aber unterirdisch war es auch nicht.

Einen Houllier haben wir vor der Saison nicht bekommen, einen Typ, vom Schlage Funkel, Neururer & Co. wollte man (verständlicherweise) nicht. Ergo musste ein neues Gesicht her.

Lasst uns mal alle nicht zu schwarz malen. Es ist unbefriedigend, aber es hätte wesentlich schlimmer kommen können.
Wenn jetzt Kontinuität reinkommt, täte das dem gesamten Verein ganz gut

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